Bis zu 250'000 Liter

23.08.2023 | Timo Züst
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Derzeit erfreut sich das Freibad Teufen grosser Beliebtheit. Fotos: Archv

Die Freibad-Saison 2023 war bisher ziemlich durchzogen: Sie startete schwach, nahm dann an Fahrt auf und flaute während der Sommerferien wieder ab. Die aktuelle Hitzewelle verschafft Badi-Chef Albert Müller nun aber noch einmal volle Becken. Die TP hat ihn um ein Zwischenfazit gebeten, nach Sonnencreme im Filter und Nacktbadenden gefragt.

Die Schweiz schwitzt gerade ziemlich. Sie freuen sich sicher über die hohen Temperaturen.

Natürlich. Jetzt habe ich endlich wieder eine volle Badi. Aber die Sonne hat auch ihre Schatten- bzw. cremigen Seite.

Mehr Hitze gleich mehr Sonnencreme im Wasser?

Genau. An Tagen, an denen die Sonne durchgehend scheint, sind viele übervorsichtig bzw. tragen extra viel Sonnencreme auf. Das landet dann alles in unserem Filter.

Ist das ein Problem?

Nun, es führt einfach zu einem riesigen Wasserverbrauch. Derzeit ist der Filter fast jeden Abend voll. Darin befinden sich 120’000 Liter. Dieses mit Sonnencreme angereicherte Wasser muss ich dann entsorgen bzw. der ARA überlassen.

Die hat daran bestimmt auch keine grosse Freude.

Ich vermute nicht. Zumal wir das Ganze auch jeweils über zwei Pumpstationen leiten müssen. Aber glücklicherweise kommt in der ARA ja noch deutlich mehr Wasser zusammen. Dank der Verdünnung ist die Creme dann auch nicht mehr ein so grosses Problem wie bei uns.

Gibt es Produkte, die das Badi-Wasser weniger belasten?

Da bin ich kein Spezialist. Ich kann höchstens auf Kassensturz-Tests verweisen. Meiner Erfahrung nach gibt es in jeder Preiskategorie gute und schlechte Cremes. Viel wichtiger wäre, dass man sich nicht direkt vor dem Sprung ins Wasser einreibt, sondern der Creme etwas Zeit zum Einziehen lässt. Denn, das sage ich immer wieder: Egal, wie «wasserfest» die Sonnencreme auch sein soll – im Javel-Wasser löst sie sich garantiert auf.

Diese Filtrierung allein kostet die Badi also schon 120’000 Liter Wasser. Ich vermute, es braucht aber noch mehr.

Viel mehr. Insgesamt sind es bis zu 250’000 Liter Wasser pro Tag. Nebst dem Ersatz für die ausgefilterte Menge müssen wir auch immer ausreichend Frischwasser zuführen, um die Grenzwerte einhalten zu können.

Da geht es um Verschmutzungen?

Genau. In erster Linie aber um Urin. Der lässt sich mit unseren Kieselgur- und Perlite-Filtern nicht vom Wasser trennen. Das ginge übrigens auch nicht mit einem Aktivkohle-Filter. Deshalb müssen wir ständig Frischwasser zuführen.

Aber die Wasserversorgung hat Ihnen noch nie den Hahn zugedreht?

Nein, die Mengen haben sich dieses Jahr im üblichen Rahmen bewegt. Die Wasserversorgung weiss, wie viel wir brauchen und plant entsprechende Reserven ein.

Die Saison läuft noch bis zum 2. September. Wie haben sich die Besucherzahlen bisher entwickelt?

Noch könnten wir die Zahlen vom vergangenen Jahr erreichen. Im Mai 2022 verzeichneten wir 3220 Gäste, heuer nur 1219. Im Juni waren wir dieses Jahr mit 10’359 gegenüber 9659 dafür etwas besser. Einen «Knick» brachte der Juli: Nur 6965 Eintritte. Im Vorjahr waren es noch 10’471.

Waren alle in den Ferien?

Ich vermute es. Das lassen zumindest die vielen Gespräche vermuten, die ich mit Badegästen geführt habe. Erstaunlich dabei: Viele fliegen wieder weit weg in die Ferien. Vielleicht sollten sich die Aktivisten nicht auf die Strasse, sondern eher die Flugzeuge an den Boden kleben (lacht).

Aber der August «holt es nun raus»?

Ich hoffe es. Bisher haben wir 8759 Eintritte registriert – 2022 waren es nur 8208 im ganzen August.

Es gab auch deutlich kühlere Tage im August. Einer davon war der 5. bzw. der Tag des grossen Badi-Fests. Hätten Sie das nicht verschieben können?

Leider nein. Uns hätte dafür schlicht das Personal gefehlt. Ein Grossteil unseres Wasseraufsichts-Personals befindet sich noch in Ausbildung. Bereits eine Woche später waren viele von ihnen nicht mehr hier.

Auch die Öffnungszeiten führen immer wieder zu Diskussionen: Wäre es nicht möglich, diese an heissen Tagen bis 20 Uhr zu verlängern?

Darauf wurde ich auch schon angesprochen. Leider ist das für uns kaum möglich: Wir brauchen die Zeit bzw. das verbleibende Sonnenlicht fürs Aufräumen. Auch so wird es schon knapp.

Ach und noch etwas: Anfang Saison war das Thema «Oben-Ohne-Baden» in den Medien. Wurden Sie damit konfrontiert?

Es kam nur einmal vor, dass eine Frau oben ohne schwimmen war. Im Gespräch konnte die Sache aber konfliktfrei geklärt werden. Bei uns ist das weniger ein Thema. tiz

Badi-Chef Albert Müller hat mit Sonnencreme im Badewasser zu kämpfen.

 

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