











So zogen die Traditionsliebenden und Neugierigen am gestrigen Funkensonntag erneut auf die Obere Schwendi. Ab 16 Uhr gab es auf dem liebevoll eingerichteten Platz um den Funken eine kleine Festwirtschaft. Die bunten Glühbirnen, Après-Ski-Musik aus einer Box und einige Sitz- und Stehgelegenheiten verbreiteten gemütliche Stimmung. Die kleine Gemeinschaft wuchs von Stunde zu Stunde. Von allen Seiten schlenderten Nachbarn und von weiter Angereiste auf die Wiese. Alle wollten das spektakuläre Feuer sehen.
Pünktlich um 19 Uhr ergriffen Dominik Krummenacher und Johannes Studach die Flammenwerfer. Ein erlösender Moment für alle überstelligen Kinder, die bis dahin die Uhr im Minutentakt prüfen wollten: «Wie lange dauert es jetzt noch?», fragten sie immer und immer wieder. «20 Minuten.» Eine Ewigkeit in einem neugierigen Kinderleben.
Der Funken brennt nicht sofort. Die Spannung bleibt bestehen, während die Feuermacher geduldig um den Holzhaufen kreisen und immer wieder einfeuern. An einigen Stellen flackert die Beige, aber so richtig brennen will sie noch nicht. Die Gäste plaudern weiter, einige verfolgen mit Spannung das sich ausbreitende Feuer. So wohl auch Roland Schiess. Der ehemalige «Funken-Chef» ist unter den Gästen und entscheidet nach einigen Minuten, dass die Zeit reif ist für ein weiteres Hilfsmittel. Sein Laubbläser hat die Funktion eines riesigen Blasebalgs. Als er sich damit vor das entfachte Feuer stellt und den Bläser seine Arbeit verrichten lässt, muss bald auch der Böögg dran glauben. Nach wenigen Minuten brennt der Funken lichterloh.





































Die Guggenmusik «Tüüfner Südwörscht» gibt einige Stücke zum Besten. Die Kinder tanzen und spielen unermüdlich den ganzen Abend. Und der Funken verbreitet eine angenehme Wärme. Schliesslich ergreift Florian Studach noch einmal das Wort: «Liebe Anwesende. Früher war das Tradition, aber lange hatten wir nicht genügend Leute hier, um einen Kreis um den Funken zu bilden. Heute ist es wohl mal wieder so weit. Wir machen ein ‘Laurentia’. Stellt euch auf, dann singen wir zusammen.» Lachen, Verwunderung, ein paar Kommentare. Florian Studach fügt an: «Es ist nicht schwer, einfach bei jedem ‘Laurentia’ und bei jedem Wochentag in die Knie gehen.» Dann geht es schon los. Zum Schluss verteilt Johannes Studach Schokoküsse an alle Gekommenen. Auch das ist Tradition. Ein süsser Gruss auf den Heimweg. Oder das Dessert, um den Funken weiter zu beobachten. Er wird noch viele Stunden weiterglühen.






