
«Der Deckbelag ist die Verschleissschicht der Strasse. Ein bisschen wie der Verputz einer Fassade», erklärt Daniel Berner. Er ist Strassenkreisinspektor beim Tiefbauamt des Kantons und auch für die Umfahrung Teufen zuständig. Ebendiese Umfahrung erhält heuer einen neuen Deckbelag. Dieser wurde zuletzt 2002 bzw. 2004 erneuert und ist in die Jahre gekommen. «Risse und Kornausbrüche sind vielerorts sichtbar, allerdings nur, wenn man zu Fuss zur Kontrolle unterwegs ist. Das ist bei einer so intensiv befahrenen Strasse aber normal. 20 Jahre ist in etwa die Lebensdauer eines solchen Belags», fügt Bauleiter Alfred Koller von «Wälli Ingenieure» an. Anders gesagt: Nach den gut zweieinhalb Monaten Bauzeit diesen Frühsommer sollte die Umfahrung wieder für 20 Jahre verkehrsfit sein. Wie üblich, wenn auf so einer vielbefahrenen Strasse gebaut wird, ist der Zeitplan eher sportlich. Los geht es am 11. Mai mit den Vorbereitungsarbeiten. Diese werden etappenweise unter Lichtsignal-Betrieb durchgeführt. «Das dauert bis am 5. Juni. In dieser Zeit müssen zum Beispiel alle rund 300 Schächte ‘runtergeschraubt’ werden», sagt Daniel Berner. Dann geht es ans Fräsen.
Teilsperrungen mit Verkehrsdienst
Für das Abfräsen des alten Deckbelags sind Teilsperrungen der Umfahrung nötig. Aber diese 4 Kilometer lange Hauptverkehrsachse hat einen entscheidenden Vorteil: die Auf und Abfahrt auf die Steinerstrasse im Gebiet Hinterbüel. «Wir werden am 8. Juni ganz unten bei der Lustmühle anfangen und uns langsam nach oben arbeiten», sagt Alfred Koller. Während dieser Zeit wird der untere Teil der Umfahrung – von der Lustmühle bis Hinterbüel – gesperrt sein. «Der obere Teil bleibt aber befahrbar und wir hoffen natürlich, dass er von den meisten weiterhin genutzt wird. Durch das Dorf sollte man nur im Notfall », sagt Daniel Berner. Die Erfahrung zeige zum Glück, dass es erst zu Ausweichverkehr komme, wenn die Verkehrsbehinderung auf der Umfahrung massiv sei. Trotzdem will der Kanton nichts dem Zufall überlassen. «Staut sich der Verkehr im Dorf bis zum Spar zurück, kann die Bahn diese Engstelle nicht mehr passieren. Das wollen wir auf jeden Fall verhindern.» Deshalb wird an den Werktagen vom 8. Juni bis 19. Juli ein Verkehrsdienst bei der Bahnhofskreuzung im Einsatz sein – jeweils von 6:30 Uhr morgens bis 18:30 Uhr abends. Dessen Ziel: Ein möglichst reibungsloses Passieren der Kreuzung ermöglichen. Mit speziellem Fokus auf die von Niederteufen herkommenden Autos und LKWs. Ab dem 22. Juni wird die Sperrung dann in den oberen Bereich der Umfahrung verlegt. Nun kann via Hinterbüel wieder in Richtung Lustmühle eingespurt werden.
Vollsperrung während Sommerferien
Letzter Arbeitsschritt ist das Einbringen des neuen Deckbelags inkl. Wiederherstellen der alten Schachthöhen, Füllen der Fugen, Fräsen der Wasserrillen und Anbringen der Markierungen. Zum Einsatz kommt hier ein sogenannter «AC 11H»-Belag. «Das bedeutet, dass die eingearbeiteten Steine im Durchmesser bis zu 11 Millimeter gross sind. Ausserdem sind sie speziell fest und das Bindemittel ist sehr stark», erklärt Alfred Koller. Von dieser Mischung versprechen sich die Planer eine lange Lebensdauer – trotz des intensiven Verkehrs. Wie jeder Belag sollte aber auch dieser, wenn immer möglich, hangaufwärts eingebracht werden. «Nur so erreichen wir die für so eine Strasse nötige Verdichtung.» Das bedeutet auch: Während der Belagsarbeiten muss die Umfahrung komplett gesperrt werden. Laut Bauprogramm findet das vom 6. bis 19. Juli statt. «Dann muss der Verkehr wohl oder übel vollständig durchs Dorf rollen. Aber zum Glück sind ja auch Sommerferien. Es werden also generell weniger Autos unterwegs sein», sagt Daniel Berner. Die Kosten für dieses Projekt trägt der Kanton. Der entsprechende Kostenvoranschlag – inklusive der im vergangenen Jahr bereits erstellten Winkelstützmauer im Gebiet Battenhaus – beträgt ohne Reserven 3.8 Mio. Franken.