
Andreas Brändle beginnt die Pressekonferenz mit einem Rückblick. Er nimmt die Medienvertreter und -vertreterinnen nochmals mit auf eine kurze Reise in die jüngste Vergangenheit des Klosters Wonnenstein. Und des Vereins, der seit rund zwölf Jahren Träger desselben ist. «Damals war unser Ziel, die verbliebenen Schwestern im weltlichen Leben zu unterstützen. Und wir wollten das Kloster als Kloster in die Zukunft führen.» Eine aufwändige Renovation der Kirche ist bereits erfolgt. Und auch das Pächterhaus hat der Verein renovieren lassen, um es anschliessend zu vermieten. Diese Tage wird es bezogen. Eine erste Einnahmequelle ist gesichert. Damit ist es aber noch nicht getan. Denn bis jetzt hat der Verein vor allem Geld ausgegeben und investiert. Die Klosterkirche konnte aus Spendengeldern (rund 4. Mio Franken) renoviert werden. Für den riesigen Klosterkomplex sind Spenden allerdings keine ausreichende Lösung. Andreas Brändle macht an diesem Vormittag keinen Hehl draus, dass Geld generiert werden muss. Nur so kann der Masterplan des Vereins, ein langfristiges Bestehen des Klosters als lebendiger Ort, realisiert werden.
«Das Kloster steht leer. Die grosse Frage ist jetzt: Was soll mit ihm passieren?»
«Das Kloster steht leer. Die grosse Frage ist jetzt: Was soll mit ihm passieren?» Andreas Brändle gibt gleich selbst ein paar Antworten auf die Frage. Oder besser gesagt: Bedingungen. Wichtig ist, dass die Spiritualität des Klosters mit seiner Geschichte erhalten bleibt. Und dass die weltlichen Elemente, so beispielswiese Gastronomie und Gewerbe, im Kloster in Zukunft harmonieren mit dem «geistlichen Wonnenstein». Nach wie vor soll dort wieder eine Glaubensgemeinschaft eine Heimat haben. Wann es so weit ist, ist derzeit unklar. Eigentlich hätten im letzten Herbst die Schwestern von «Maria Stella Matutina» aus Spanien einziehen sollen. Dazu kam es aber, nachdem Kritik laut geworden war, nicht. «Wir sind überzeugt, dass es auch viele Schwesterngemeinschaften gibt, die unser Konzept schätzen. Die völlige Isolation im Kloster ist auch etwas aus der Zeit gefallen», sagt Andreas Brändle.
Im Frühjahr 2027 soll die Klosterschenke wieder eröffnet werden. Dafür baut der Verein derzeit eine neue Gastroküche ein. Eine Wirtin oder ein Wirt wird dafür noch gesucht. Umbauen und renovieren will der Verein ansonsten erst dann, wenn die zukünftige Nutzung klar ist. Eine grosse Herausforderung ist dabei der Denkmalschutz. Interessierte können ihre Konzepte bis zum 15. September einreichen. Entscheiden wird am Ende eine Jury. Beim Rundgang durchs Kloster betont Andreas Brändle mehrmals die Offenheit des Vereins in Bezug auf zukünftige Nutzung. Es soll Neues entstehen, mit einer «Strahlkraft», wie er es nennt. «Wir wollen keinen zweiten Hof Weissbad bauen.» Bewerben können sich alle. Wichtig ist, dass die Idee nachhaltig funktioniert.
Ausschreibung
Am 3. Juni wurde die Ausschreibung für künftige Nutzungen lanciert. Alle Informationen und weitere Angaben zu den Räumlichkeiten gibt es hier.
















