Felix Eberhard, Kantonaler Hegeobmann
Die angehenden Jägerinnen und Jäger sind verpflichtet, während ihrer Ausbildung mindestens 100 sogenannte Hegestunden zugunsten der Natur zu leisten. Auch Neumitglieder des Patentjägervereins AR müssen vor der Erteilung des Jagdpatents entsprechende Arbeitseinsätze absolvieren. Dabei werden sie von erfahrenen Fachpersonen und Jägern angeleitet und praxisnah in das Zusammenspiel von Lebensraum, Umwelt und Wildtier eingeführt.
Der Einsatz im Stosswald erfolgte auf Initiative des Bewirtschafters Thomas Roth, der sich an die Abteilung Natur und Wildtiere wandte. Gemeinsam mit zehn Jägerinnen und Jägern wurden entlang von Waldrand, Wegen und Hauptstrasse alte Zäune aus Stacheldraht, Maschendraht sowie eingewachsene, teilweise veraltete Weidenetze und Pschötirohre entfernt.
Solche alten und schlecht unterhaltenen Zäune stellen für Wildtiere eine erhebliche Gefahr dar. Besonders flexible Weidenetze können, sobald keine Nutztiere mehr auf den Flächen sind, zur tödlichen Falle werden. Sie hindern Wildtiere daran, den Wald zu verlassen und auf Wiesen zu äsen, was zu erhöhtem Wildverbiss im Wald führen kann.
Im Gegensatz zu einigen anderen Kantonen besteht in Appenzell Ausserrhoden keine generelle Pflicht zur Entfernung von Stacheldraht und beruht auf Freiwilligkeit. Die Beseitigung von flexiblen Weidezäunen ist jedoch gesetzlich geregelt: Diese müssen spätestens acht Tage nach dem Abweiden entfernt werden.
Der Mittagsaser (Mittagessen) wurde von Thomas Roth auf seinem Betrieb im Battenhaus hergerichtet. Die Jägerinnen und Jäger genossen zusammen mit Thomas heissen Fleischkäse und selbstgemachten Pastasalat von Gemüsen von Betrieb. Der Abschluss war eine selbstgemachter Schokoladen-Kuchen mit Kaffee. Das Essen war begleitet von angeregten Diskussionen über die Jagd.
Für die angehenden Jägerinnen und Jäger war es ein strenger und lehrreicher Tag.







