Es regnet. Und es hat spürbar abgekühlt. Endlich! Denkt vermutlich die ganze Schweiz. Fast. «Ja, was soll ich sagen? Allzu sehr freue ich mich schon nicht über den Regen», sagt Roger Zeller schmunzelnd. «Also natürlich nur mit Blick auf die Badi», schiebt er nach. Immerhin: Das Regenwetter hat auch Vorteile. Für einmal hat der neue Freibad-Leiter etwas früher Feierabend. Das war während der vergangenen Monate selten der Fall. «Im Juni und Juli war sehr viel los. Auch während der Ferienzeit.» In Zahlen: Im Juni wurden rund 13’500 und im Juli fast 12’000 Besuchende registriert. Befindet man sich damit schon in der Nähe eines Rekordjahres?
Zweimal mussten wir leider dem ‘144’ anrufen.
Das weiss Martin Zoller von der Gemeinde. Er ist als Leiter Bauten und Anlagen auch für das Freibad zuständig. «Es wird ein sehr gutes Jahr. Aber vom Rekord von 2003 sind wir noch weit entfernt. Das war ein historischer Ausreisser.» Vor allem der Vergleich zum teilweise verregneten Vorjahr kann sich sehen lassen – bis jetzt waren es schon fast 11’000 mehr als im 2025. Und die Saison läuft noch mindestens bis am 6. September. «Für eine Gemeinde mit etwas über 6600 Einwohnenden sind das schon stattliche Zahlen», sagt Freibad-Leiter Roger Zeller. Das heisse und trockene Wetter spielt dabei eine entscheidende Rolle. Aber auch die neuen Angebote, vermutet Zeller. «Insbesondere die Spielnachmittage waren ein Riesenerfolg. Die Familien nahmen dafür teilweise ziemliche Anfahrtswege in Kauf.»
Unfälle, Jugendliche, Wasserqualität
Ein Freibad ist ein Ort der Entspannung. Des Sports. Der Abkühlung. Aber eben auch eine Spielwiese. Und ein Treffpunkt für Jugendliche. Dass es bei so vielen verschiedenen Menschen und Bedürfnissen zu Konflikten kommt, ist unvermeidbar. «Vor allem anfangs Saison waren die Jungen noch sehr ‘wild’. Das hat sich zum Glück massiv gebessert.» Um das zu erreichen, suchten Roger Zeller und sein Team das Gespräch – ohne als «Polizisten» aufzutreten. «Wir haben so nach und nach ein gegenseitiges Verständnis aufgebaut. Das hat zum Glück gut funktioniert.»
Auch Missgeschicke und Unfälle gehören zum Badi-Betrieb. Trotz aller Vorsichtsmassnahmen. «Zweimal mussten wir leider dem ‘144’ anrufen.» Bei beiden Fällen könne man aber von «Gück im Unglück» reden. Insbesondere bei einem Zwischenfall bei der Rutschbahn. «Ein junger Mann war während des Rutschens mit dem Hinterkopf auf die Rutsche geprallt und fiel dann bewusstlos ins Wasser. Zum Glück waren wir grad in der Nähe und konnten ihn rausholen.» Und wie war die allgemeine Stimmung? «Sehr gut! Wir haben auch viele positive Feedbacks erhalten. Insbesondere für die Wasserqualität.» Selbstverständlich ist das nicht, denn die Technik, die im Untergrund für sauberes Freibad-Wasser sorgt, ist ziemlich in die Jahre gekommen. «Die Anschaffung der neuen Kochsalzelektrolyse hat sich auf jeden Fall gelohnt.» Damit – und dank eines guten Wasser-Managements – brauche es nun weniger Chlor. Inzwischen hat sich Roger Zeller in die Anlage «eingefuchst». «Aber das war schon eine ziemliche Herausforderung. Hier kann man sich nicht auf eine Automatik verlassen. Ohne manuelles Eingreifen geht es nicht.» Komplimente habe es ausserdem für Sauberkeit und Umgebung gegeben – auch das gehört zu den Aufgaben des Badi-Teams.

Zukunft, Umfrage und Gastro
Die aktuelle Saison läuft noch bis am 6. September. Falls das Wetter es zulässt, ist eine Verlängerung denkbar. Aber Roger Zeller weiss schon jetzt: Er wird auch im nächsten Jahr am Beckenrand stehen. «Auch mein Team wird grösstenteils wieder dabei sein. Das ist mir sehr wichtig, denn es läuft super.» Abgesehen vom Personellen stehen in der Badi allerdings schon einige Veränderungen an – wenigstens, wenn es nach Roger Zeller geht. «Ich habe schon wieder viele Ideen für die nächste Saison. Allzu viel kann ich aber noch nicht verraten…»
Wir haben in allen Bereichen besser abgeschlossen. Das freut uns natürlich sehr.
Wie jedes Jahr wurde auch heuer im Freibad eine Zufriedenheitsumfrage durchgeführt. 88 Gäste nahmen daran teil. «Ihnen wollen wir unseren herzlichen Dank aussprechen. Wir nehmen diese Umfrage sehr ernst und die Inputs sind für uns wirklich wertvoll», sagt Martin Zoller vom Bauamt. Die Auswertung der Umfrage ergibt unter dem Strich ein sehr gutes Fazit: «Wir haben in allen Bereichen besser abgeschlossen. Das freut uns natürlich sehr.»