Passion Kirchenmusik

12.10.2022 | Alexandra Grueter-Axthammer
Andreas Gut_2022 (1)
Andreas Gut posiert an seinem „Arbeitsort“. Foto: Alexandra Grüter-Axthammer Alexandra Grüter-Axthammer Domkapellmeister gibt es nur wenige in der Schweiz. Die Kathedrale St. Gallen mit ihrem vielfältigen Angebot an Kirchenmusik hat eine dieser raren Stellen und diese besetzt Andreas Gut. Mit seiner Familie lebt er seit 2021 in Teufen.

Steckbrief

Geboren: am 12. Januar 1968 Heimatort: Maur ZH Familie: meine liebe Frau Alexandra und die drei grossen Kinder Florian, Janina und Sebastian mit ausgedehntem Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis Traumberuf: meinen Traumberuf übe ich bereits aus! Lieblingsessen: zu Hause oder im Hotel Linde Teufen Lieblingsgetränk: English Tee, Kaffee und Wein aus Südfrankreich Aktuelles Buch: Bücher über Vögel, Theologie, Persönlichkeitsentwicklung, Politik, Soziologie, Komponisten- Biographien, Ägypten und anderes, Krimis höre ich als Hörbücher
«Ich habe meine veritable Passion zum Beruf gemacht», sagt der 54-jährige Andreas Gut. «Ich bin, atme und lebe Kirchenmusik. » Und das, seit er sich erinnern könne. Aus einer Musikerfamilie stamme er jedoch nicht. Sein Vater war Kaufmann, hat aber in einem Oratorienchor gesungen. «Die Stücke studierte er auch zu Hause ein und so hörte die Familie häufig klassische Kirchenmusik. Wenn meine Mutter staubsaugte und den Haushalt erledigte, lief etwa Messiah von Händel. Wir vier Kinder wuchsen mit dieser Musik auf.» Wenn Andreas Gut erzählt, wie er seiner Passion folgte, spürt man, dass sich vieles auf seinem Weg zusammenfügt. Gelegenheiten, die sich ihm boten, packte er an und erweiterte sein musikalisches Können. So etwa, als der Pfarrer ihn als Jugendlichen fragte, ob er im Gottesdienst Orgel spielen möchte, weil der Organist ausgefallen war. «Ich spielte schon seit Jahren Klavier und der Pfarrer meinte, wenn ich Klavier spielen könne, dann sicher auch Orgel.» Und so wagte er sich an die Orgel. Bald spielte er jeden Sonntag in der Kirche im Ort und den umliegenden Kirchen. Während seine Geschwister als Jugendliche vermehrt rockige Musik aus den damals aktuellen Charts hörten, blieb Andreas Gut der klassischen Musik treu. Er bekam einen eigenen Plattenspieler und hörte weiterhin kirchliche Musik. «Als mein älterer Bruder in der Ausbildung sein eigenes Geld verdiente, kaufte er mir Kopfhörer, sodass ich in Ruhe meine Musik hören konnte – oder meine Geschwister ungestört ihre Pop-Musik.» Weihrauch und Orgel Es sei ein Schlüsselerlebnis gewesen, erzählt er, als er während der Sekundarschule mit der Klasse für einige Tage nach Paris reiste. Gemeinsam besuchten sie in der Kathedrale Notre-Dame einen Gottesdienst. «Ich war tief beeindruckt von dem Orgelgebrause und den Weihrauchschwaden.» An jenem Sonntagmorgen habe er zwei Dinge beschlossen: Erstens, dass er Kirchenmusiker werde und zweitens, dass er zurückkehre in die Kathedrale Notre-Dame. Beides sei ihm gelungen. Zuerst absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete rund drei Jahre auf seinem Beruf. «Meine Eltern meinten, ich solle zuerst einen ‹rechten› Beruf lernen. » Das habe ihn auch gar nicht gestört. Er wusste, dass die Kirchenmusik noch warten konnte. Die kaufmännische Ausbildung sei ihm bei der Arbeit sehr nützlich. Emotionen im Gottesdienst Nach dem Abschluss am Konservatorium in Winterthur folgte die Akademie für Schul- und Kirchenmusik in Luzern, Konzertdiplom in Zürich und Aufbau- Studium «Specialized Master in Music Performance Chorleitung» an der Zürcher Hochschule der Künste. Nachdem er neunzehn Jahre die künstlerische und operative Leitung der Musik an der Katholischen Pfarrkirche St. Georg in Küsnacht ZH innehatte, wünschte sich der Familienvater eine Weiterentwicklung. Die Stelle zum Domkapellmeister in St. Gallen war ausgeschrieben. «St. Gallen besitzt die grösste Kirchenmusik der Schweiz, wo jeden Sonn- und Feiertagsgottesdienste von KantorInnen und mindestens einem Ensemble der DomMusik gemeinsam mit dem Domorganisten musikalisch gestaltet werden.» Seine Frau und die drei Kinder waren einverstanden mit der grossen Veränderung und gemeinsam wagten sie den Wechsel in die Ostschweiz. Neben vielen anderen Aufgaben leitet Andreas Gut die Hauptchöre und Orchester der DomMusik St. Gallen in Proben, Gottesdiensten und Konzerten, betreut die Kantorengruppe und plant die eigenen Ensembles und die Gast-Ensembles, ihre Termine und ihre Musik für die musikalische Gestaltung aller Sonn- und Feiertagsgottesdienste und der Konzerte. «Mit unserer Musik bringen wir Emotionen in den Gottesdienst, wir unterstützen, vertiefen und deuten die Worte der liturgischen Texte.» Dementsprechend sei auch die enge Zusammenarbeit mit dem Domorganisten und dem Dompfarrer wichtig. «Mit ihnen zusammenzuarbeiten ist eine grosse Freude!» Seine wenige freie Zeit verbringe er gerne zu Hause mit seiner Familie. In Teufen fühle sich die Familie sehr wohl. «Mir gefällt das Dorfbild, die schöne Landschaft, der weite Blick in die Hügel und den Alpstein, die Menschen sind fröhlich und sie achten auf ihr Dorf und die Traditionen.»

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