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Rolf Planta grinst breit. Er freut sich über den heissen Cappuccino. Das Wetter meint es diese Woche nicht gut mit ihm und seinem Kollegen; Regen, Wind, Schafskälte. Er zuckt mit den Schultern. «Das ist alles Einstellungssache. Ich habe 23 Jahre lang Post ausgeteilt – da ist man auch bei jedem Wetter draussen.» Trotzdem: Es sind lange Tage auf und neben der Bahnhofkreuzung. Er steht von 6:30 Uhr morgens bis 18:30 Uhr abends hier. Immerhin gibt es Pausen und eine warmen Mahlzeit am Mittag. «Ausserdem ist hier sowieso nur zu den Stosszeiten richtig viel los.»
Fussgänger und Velos
Dann steht Rolf Planta mitten auf der Kreuzung und weist PKWs, LKWs, Velofahrenden und Fussgängern den Weg. Für letztere hat der Kanton auch extra noch eine orange Tafel aufgestellt: «Fussgänger kein Vortritt – Verkehrsregelung beachten». «Wer am Steuer sitzt, folgt fast automatisch unseren Anweisungen. Bei Fussgängern und Velofahrern ist das nicht immer so.» Diese versuchten oft, sich irgendwo vorbeizuschleichen. «Ich habe dafür ein gewisses Verständnis. Aber wir sind halt darauf angewiesen, dass wirklich alle Verkehrsteilnehmenden auf uns hören.» Auch deshalb liess der Kanton vorsorglich den einen Fussgängerstreifen im Dorf sperren. Wären beide offengeblieben, hätte es dort zwei Verkehrsregler gebraucht. «Ich kann nicht beide Streifen gleichzeitig im Blick behalten. Lieber ein paar Schritte mehr und dafür sicher über die Strasse», sagt Mario Botta. Er ist hier in Teufen Einsatzleiter von «HAKO Verkehr und Sicherheit» und weiss: Bald wird es noch deutlich mehr Verkehr im Dorf geben. Nämlich dann, wenn der obere Teil der Umfahrung gesperrt wird. «Aber auch das schaffen wir.»
Die meisten haben Verständnis
Die beiden Männer in gelb wirken an diesem Donnerstagmorgen gut gelaunt. Gelassen, fast fröhlich. Werden sie nie wütend, wenn sie mit gehetzten und ungehorsamen Verkehrsteilnehmenden zu tun haben? «Doch, doch, das kann schon vorkommen. Ich denke, das ist normal», sagt Rolf Panta. «Wichtig ist, dass man den Ärger dann gleich wieder hinter sich lässt.» Die allermeisten seien schliesslich sehr verständnisvoll und geduldig. «Eigentlich ist es ein Miteinander. Wir wollen ja alle möglichst rasch und vor allem sicher durchkommen.»
Er arbeitet seit rund drei Jahren beim Verkehrsdienst und hat schon so einiges gesehen. Ein bisschen aufgestauter Feierabendverkehr bringt ihn nicht aus der Ruhe. Und sowieso: «Hier in der Agglo sind die Leute meistens sehr höflich. In den Städten ist die generelle Stimmung schon ganz anders. Nervöser, gestresster.» Was war denn sein bisher schlimmster Einsatz? Lange muss er nicht überlegen: «Während der ‘Street Parade’ auf dem Bellevueplatz. Uff, das war ein ziemliches Chaos.»