Die Wasserstrasse

25.08.2020 | Timo Züst
Durchlass_Gählern (4)
Dieses unscheinbare Rinnsal ist der Grund für die Sanierungsarbeiten. Fotos: tiz

Der Durchlass für den Gählern-Bach geht auf die Erstellung der Speicherstrasse zurück. Trotz seines Alters ist er in einem guten Zustand. Das alte Mauerwerk muss für die Sanierung nicht ersetzt werden.

Die Baustelle fällt beim Befahren der Speicherstrasse kaum auf. Ab und zu wird der Bagger sichtbar. Immer dann, wenn er die steile Baupiste bis zum Schulhaus Gählern hochklettert. Die eigentliche Baustelle liegt deutlich tiefer. Dort, wo der Gählern-Bach die Speicherstrasse kreuzt. Bruno Fronebner holt zwei A4-Kopien alter Kartenausschnitte aus seiner Mappe. Er ist Abteilungsleiter Strassenunterhalt beim Tiefbauamt des Kantons. Gerade hat er die Baustelle mit den Unternehmern begutachtet und die nächsten Schritte besprochen. Jetzt nimmt er sich Zeit für den Journalisten: «Das hier ist die Eschmann-Karte aus dem Jahr 1846. Und das hier die Siegfried-Karte von 1888. Sehen Sie den Unterschied?» Er deutet auf die Speicherstrasse. Sichtbar ist sie nur auf der jüngeren Karte. Im Jahr 1846 war man noch auf der Alten Speicherstrasse unterwegs. «Irgendwann dazwischen wurde die neue Streckenführung angelegt. Und mit ihr der Durchlass für den Gählern-Bach.»

Ein Durchlass pro Jahr

In Appenzell Ausserrhoden gibt es aufgrund der hügeligen Topografie viele Bachdurchlässe. Da die meisten von ihnen ähnlich alt sind wie jener im Gebiet Gählern stehen in den nächsten Jahren einige Sanierungsarbeiten an – auch im Rotbachtal. «Schön wäre, wenn wir jedes Jahr einen Durchlass erledigen könnten», sagt Bruno Fronebner.

Stabiles Mauerwerk

Über die Jahre wurde die Speicherstrasse stetig ausgebaut und verbreitert. Im Bereich Gählern ist ihre Fahrbahn heute wohl auch deutlich höher als vor 150 Jahren. «Wie hoch der Damm wirklich ist, merkt man erst, wenn man bis zum Bach runtersteigt», sagt Bruno Fronebner. Trotz diverser Aufschüttungen: Der Durchlass für den Bach blieb bestehen. «Es gab einen kleinen Anbau durch private Grundstückbesitzer. Aber das ursprüngliche Mauerwerk ist noch vorhanden.» Die Inspektion der Natursteine ergab, dass sie nach wie vor in einem guten Zustand sind. Das bedeutet: Für die Sanierung muss lediglich der Mörtel herausgewaschen und ersetzt werden. «So gewinnen wir mindestens noch einmal 40 bis 50 Jahre und sparen viel Geld.» Die Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich laut Voranschlag aber trotzdem auf rund 450’000 Franken. Die Hauptaufgabe ist die Erstellung neuer Flügelmauern. Sie halten den Ein- und Auslass frei von Geröll und ermöglichen den Zugang, falls es zu einer Verstopfung käme. Begonnen haben die Arbeiten nach den Sommerferien in vier Wochen sollen sie abgeschlossen sein. tiz

 

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