Die Empfehlungen des Bundes sind klar: Wer zur Corona-Risikogruppe gehört, bleibt am besten zuhause. Wenn möglich, sollen Einkäufe von Bekannten oder Verwandten erledigt werden. Aber was tun, wenn gerade niemand in der Nähe ist? Abhilfe schaffen Netzwerke wie «Corona Einkaufshilfen».
«Mittlerweile sind fast 200 Leute in unserem Facebook-Chat. Und auch der WhatsApp-Chat wächst stetig.» Elias Pfändler ist die Stimme für Ausser- und Innerrhoden des Hilfs-Netzwerks «Corona-Einkaufshilfen.» Der 23-Jährige wohnt in Gais und kümmert sich seit dem Wochenstart um die Facebook-Gruppe für AR / AI. Gegründet wurde das Netzwerk von Sonja Enzler aus St. Gallen. «Sie meldete sich bei mir und fragte, ob ich AR / AI übernehmen will.» Mittlerweile treten die beiden gemeinsam auf – auf Social Media und auf dem Info-Flyer.
Möglichst unkompliziert
Das Netzwerk setzt auf soziale Verantwortung. «Wir haben keine Kontrollmechanismen eingerichtet. Das würde unsere Kapazitäten sprengen», so Elias Pfändler. Stattdessen verfolgen sie eine simple Idee: Wer helfen will oder auf Hilfe angewiesen ist, kann Teil der öffentlichen FB-Gruppe werden. Oder eine WhatsApp-Nachricht an die Administratoren schicken. «Die Mitglieder dieser Gruppe können dann selbständig neue Teilnehmende einladen.» Das Ziel: Eine wachsende Community, um Helfende und Hilfesuchende zusammenzubringen. Haben sich Einkäufer und Besteller gefunden, regeln sie den weiteren Ablauf bilateral. Einzige Empfehlung von Elias Pfändler: «Persönlicher Kontakt sollte – wo immer möglich – auf ein Minimum reduziert werden. Sonst hebeln wir die Wirkung der Übung aus.»
Kleines Risiko
Wegen möglicher Missbräuche des Netzwerks macht sich Elias Pfändler keine grossen Sorgen. Zwar könne man das nie ganz ausschliessen, aber: «Hier geht es ja nicht um grosse Beträge. Wir wollen maximal einen Wocheneinkauf erledigen. Das dafür nötige Geld kann bar im Briefkasten gelegt oder per TWINT überwiesen werden.»
Genügend Helfer
Seit dem Start des AR / AI-Netzwerks hat sich schon eine stattliche Anzahl Helfender gemeldet. Deutlich mehr als Hilfesuchende. «Wir können die Nachfrage derzeit also gut abdecken.» Ein Grund dafür ist sicher die Social-Media-Präsenz. Hier fühlen sich nicht alle Mitglieder der Risikogruppe daheim. Aber auch für diese Situation hat Elias Pfänder einen Ausweg: «Kenne ich jemanden in meinem Bekannten- oder Verwandtenkreis, der Hilfe braucht, aber kein WhatsApp oder Facebook hat, kann ich die Kommunikation für diese Person übernehmen.» Ausserdem sind er und Sonja Enzler (St. Gallen) jederzeit telefonisch erreichbar. «Wer Fragen hat, kann sich ungeniert melden.» tiz

