Appenzellerhaus an der Engelgasse

28.11.2023 | TPoscht online
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Niklaus (links) und Urs Tischhauser vor den an das traditionelle Appenzellerhaus angelehnten Wohnhäusern an der Engelgasse Teufen.

Martin Hüsler

Zum Dutzend Häuser, die der Verein «Appenzellerhaus heute» seit seinem Bestehen in Anerkennung des gewählten Baustils gewürdigt hat, sind zwei neue hinzugekommen. An Teufens Engelgasse ist es jenes der Tischhauser Immobilen AG, an der Saumhalde in Herisau das Haus der Familie Beat und Cornelia Fässler.

Worum geht es dem Verein «Appenzellerhaus heute» mit seinen Preisvergaben? Die im Gründungsjahr 2013 festgelegten Richtlinien umschreiben es so: Ausgezeichnet werden Bauten in Ausserrhoden, deren Ersteller «sich in freier Wahl für den Baustil eines Appenzeller Hauses im Siedlungsgebiet entschieden haben». Dabei kann es sich um sanierte oder um neue Gebäude handeln. Wessen Haus den Vorgaben entspricht, kann beim Vereinspräsidenten Marc Rittmeyer in Wald die Unterlagen für ein Gesuch anfordern (www.appenzellerhaus-heute.ch). Der Vereinsvorstand nimmt dann eine Beurteilung vor.

Grundgedanken aufgenommen

Das Ensemble an Teufens Engelgasse, dessen Bauherrschaft die Tischhauser Immobilien AG ist und das von der BDE Architekten GmbH aus Winterthur konzipiert wurde, besteht aus zwei Gebäuden, die aber als Einheit in Erscheinung treten und damit den Grundgedanken des früher hier anzutreffenden Giebelhauses mit Stall aufnehmen. Die beiden Wohnhäuser haben über die Gemeindegrenzen hinaus Aufmerksamkeit geweckt. So widmete ihnen die Sonntagszeitung einen Beitrag, in dem es unter anderem heisst, das Haupthaus mit dem Giebeldach nehme «Bezug auf das klassische Appenzellerhaus, dessen Hauptfassade aus Bandfenstern und Vollholzkassetten besteht». Und das zweite Gebäude verweise mit seinem flach geneigten Dach und seiner traufseitigen Wohnfront «auf das Heidenhaus, eine Bauform, die im Appenzellerland seit über 500 Jahren existiert».

Bei der Preisübergabe erinnerte Vorstandsmitglied Hans Sprecher an ein paar Prinzipien im Sinne des Vereins «Appenzellerhaus heute». So sollten die Bauformen dem Klima mit Vordach und Vorschild Rechnung tragen. Idealerweise sei die Hausfront gegen Südosten ausgerichtet. Und auch die Einbettung in die bestehende Bausubstanz in der Umgebung gelte es zu beachten. «Bei den ausgezeichneten Häusern überzeugt das Gesamtbild, wozu auch die naturfreundliche Gartengestaltung zählt.»

Freuen sich über das neue Haus im Herisauer Saum: Beat und Cornelia Fässler. Bilder: hü.

Die Vorstellungen umgesetzt

An der Herisauer Saumhalde haben sich Beat und Cornelia Fässler ihren Traum erfüllt. Am Standort des von ihnen vorher bewohnten Hauses entstand, entworfen von der Christian Eisenhut Planungs AG in Engelburg, ein schmuckes Gebäude, das vor wenigen Wochen bezugsbereit wurde. Bis es so weit war, gab es einige Hürden zu überwinden, musste doch das bestehende, in der Substanz aber arg beeinträchtigte Haus zunächst aus dem Denkmalschutz herausgelöst werden. Das neu erstellte Gebäude besticht nicht nur mit seiner Frontseite, an der Zahnleisten als schmückendes Element auffallen. Auch im Inneren – für eine Prämierung wird es allerdings nicht in die Beurteilung einbezogen – sind Wohnlichkeit und Wärme prägend.

Es ist bereits das dritte, von der Christian Eisenhut Planungs AG konzipierte Haus, das der Verein auszeichnet. In Anerkennung der Verdienste im Sinne des Vereinsgedankens hat der Verein, dessen Mittel aus einer namhaften Schenkung stammen, auch Firmengründer Christian Eisenhut mit einem Anerkennungspreis belohnt.

Veränderten Wohngepflogenheiten Rechnung tragen

Es könnte der Eindruck entstehen, «Appenzellerhaus heute» trete lediglich als rückwärtsgewandter Verhinderer von zeitgemässem Bauen auf. Der Verein negiert indessen keineswegs, dass sich die Wohngewohnheiten und Qualitätsansprüche verändert haben. Er stellt sich nicht grundsätzlich gegen moderne Bauten. Wesentlich ist ihm aber doch die appenzellische Eigenart, die in Stil, Form und Gestaltung des für eine Auszeichnung in Betracht gezogenen Hauses zum Ausdruck kommen soll.

 

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