Forst: Vorerst keine Fusion

26.06.2026 | Timo Züst

Teufen, Gais und Trogen schreiben in einer Mitteilung, dass die Forstbetriebe vorerst nicht zusammengelegt werden. Was heisst das aus Teufner Sicht?

Für Revierförster Donato Rainolter (in Orange) und sein Team verändert sich im Moment nichts. Foto: Archiv

Hinweis: Das Nachgefragt mit Gemeindepräsident Reto Altherr finden Sie unten.

Medienmitteilung: Die Gemeinden Teufen, Gais und Trogen haben in den vergangenen Monaten den Stand des Projekts zur möglichen Schaffung einer gemeinsamen Forstorganisation Appenzell Ausserrhoden Mittelland vertieft überprüft. Ziel des laufenden Projekts war die Gründung einer gemeinsamen Aktiengesellschaft für die heutigen Forstbetriebe Gais, Teufen und Trogen, unter Einbezug der mitbetroffenen Gemeinden (Bühler, Rehetobel, Speicher, Wald).

Damit die Betreibergemeinden über eine fundierte Entscheidungsgrundlage zur zukünftigen Organisationsform verfügten, hat eine externe Beratungsfirma die bisherigen Arbeiten und Unterlagen analysiert. Dabei wurden sowohl organisatorische, finanzielle als auch politische Rahmenbedingungen noch einmal sorgfältig geprüft und mögliche Umsetzungsmassnahmen vorgeschlagen.

Die Analyse zeigte, dass die Gründung einer gemeinsamen Organisationsform grundsätzlich möglich ist. Gleichzeitig bestehen offene Fragen, insbesondere bezüglich der finanziellen Rahmenbedingungen, der Ausgestaltung einzelner Leistungen sowie der politischen Ausgangslage in den beteiligten Gemeinden. Zum aktuellen Zeitpunkt konnten nicht alle Gemeinden der Gründung einer Aktiengesellschaft zustimmen.

Vor diesem Hintergrund sind die Gemeinden zum Schluss gekommen, dass der Zeitpunkt für einen Zusammenschluss der Forstbetriebe im Mittelland aktuell noch nicht reif ist. Entsprechend kann das Projekt in der bisherigen Form vorerst nicht weiterverfolgt werden. Für einen zukunftsfähigen Zusammenschluss der Forstbetriebe ist eine gemeinsame Basis entscheiden. Aktuell sind die Betreiberinnen strukturell, finanziell und personell noch zu weit voneinander entfernt.

Trotz dieses Entscheides betonen die Verantwortlichen, dass die Gespräche und die intensive Projektarbeit der vergangenen Jahre wertvolle Erkenntnisse gebracht haben. Zudem besteht Einigkeit darüber, dass eine Zusammenarbeit zwischen den Forstbetrieben weiterhin sinnvoll ist. Die drei betreibenden Gemeinden bleiben daher offen für zukünftige Formen der Kooperation und wollen den Austausch sowie mögliche gemeinsame Projekte auch weiterhin forcieren. pd

Nachgefragt bei Reto Altherr

Herr, Altherr, in der Mitteilung ist zu lesen, dass nicht «alle Gemeinden» der Gründung einer Aktiengesellschaft zustimmen konnten. Ist bzw. war Teufen für einen Zusammenschluss?

Teufen ist grundsätzlich für einen Zusammenschluss. Gleichzeitig müssen wir anerkennen, dass die Rahmenbedingungen das derzeit nicht zulassen. Dafür bestehen bei den einzelnen Forstbetrieben zu viele organisatorische Unterschiede.

Was für Unterschiede sind das konkret? Können Sie ein Beispiel machen?

Dabei geht es in erster Linie um die Schnittstellen zwischen Forstbetrieb und der jeweiligen Gemeinde. Konkret: Die Aufgabenverteilung zwischen Gemeinde- und Forstbetrieb variieren heute noch zu stark. Teilweise erbringen die Forstbetriebe in einzelnen Gemeinden Dienstleistungen in anderen Bereichen, die nicht einfach in einen neuen Forstbetrieb übernommen werden können. Hier  braucht es eine Angleichung – auch bezüglich Abgeltung – bevor ein Zusammenschluss erfolgreich durchgeführt werden kann.

Wäre es nicht sinnvoller, erst den Zusammenschluss zu beschliessen bzw. die Aktiengesellschaft zu gründen und die Harmonisierung danach umzusetzen?

Diesen Ansatz wurde natürlich auch geprüft. Die Unterschiede sind schlicht zu gross. Betriebswirtschaftlich ist das Projekt unter den aktuellen Gegebenheiten mit zu grossen Risiken behaftet.

Verstehe ich das richtig, dass eine Fusion damit erstmal für eine ganze Weile vom Tisch ist?

Erst müssen, wie gesagt, die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden. Wie lange das dauert, kann ich heute nicht sagen.

Was wären eigentlich die Vorteile eines gemeinsamen Forstbetriebs?

Die sind vielfältig. Ein Thema ist sicher die personelle Situation. Die Personalsuche gestaltet sich immer schwieriger. Gleichzeitig ist im Forst eine gute Personaldecke zwingend, da aus Sicherheitsgründen nie jemand alleine in den Wald kann. Aber auch bei Maschinen und Inventar gibt es Synergiepotenzial. Als grösserer Anbieter bieten sich auch bessere Marktchancen. Ich will hier aber noch betonen: Die Zusammenarbeit zwischen den Forstbetrieben funktioniert auch heute schon sehr gut – man hilft sich aus, wo man kann. Das soll auch in Zukunft so sein.

Was bedeutet das für das Magazin des Teufner Forstbetriebs in Friedhof-Nähe? Es wurde ja mal darüber diskutiert, dort nach einer Fusion etwas umzubauen…

Dieser Entscheid hat aktuell keinen direkten Einfluss auf die Räumlichkeiten bzw. die Organisation unseres Forstbetriebs.

Gilt das auch für die Schnitzelhalle und den Verkauf der Schnitzel?

Ja, auch dort bleibt alles beim Alten. tiz

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