«Ich schicke dir nachher gleich noch einen Bericht des Bluegrass-Magazins», sagt Rolf Nef am Telefon. Es ist der Versuch zu verdeutlichen, was für ein Format die Musiker haben, die dieses Wochenende hier auftreten. Nicht im Lindensaal, nicht im Zeughaus, nicht in der Hechtremise, sondern in einem dezidierten Konzert-Säli im Wohnhaus der Nefs an der Hauptstrasse 3B. «Wir haben diesen Raum extra dafür eingerichtet. Und natürlich entsprechend dekoriert.» Dieses «dafür» ist die «Nefville»-Konzertreihe.

Seit dem Jahr 2005 organisiert Rolf Nef mit einem engagierten Helfer-Team jährlich Bluegrass-Konzerte (siehe Kasten). Anfangs noch in der Remise seines Bauernhauses im Weiler Zugenhaus und seit 2012 im «Nefville» unterhalb der Hauptstrasse. Die Zahlen sprechen für sich: Inzwischen haben in diesem Rahmen schon 47 Konzertabende stattgefunden – mit über 38 Musizierenden aus der Bluegrass- und Country-Szene in 10 verschiedenen Formationen. Ein Musiker spielt dabei aber eine ganz besondere Rolle: Chris Jones. Er war auch der erste, der damals vor 21 Jahren in Nefs Scheune auftrat. «Ich war beim Country-Festival auf der Waldegg für die Technik zuständig. So kamen wir in Kontakt.» Als ebendieses Festival nach 2003 nicht mehr weitergeführt wurde, entstand die Idee der «Barn Concerts». Dass Kost und Logis für die Musizierenden dabei auf die Kosten der Gastgeber gingen, spielte damals noch eine entscheidende Rolle. «Sie mussten ja alles selber bezahlen: Reise, Unterkunft, Verpflegung. Mit der Unterbringung in der Remise kamen wir ihnen ein bisschen entgegen.» Inzwischen schlafen Chris Jones und seine «Night Drivers» allerdings nicht mehr in einer Scheune. Und auch nicht in einem Hotel. «Sie übernachten bei uns im Haus. Nach über 20 Auftritten hier gehört Chris schon fast zur Familie.»
Und dieses Familienmitglied ist in den USA ein Star. Er gehört zu den «Leading Voices» der Bluegrass-Szene, betreibt einen eigenen Radiosender und hat ein Millionenpublikum. Oder, um auf das anfangs angesprochene Bluegrass-Magazin zurückzukommen: «Chris Jones gehört zu den wenigen Stimmen im zeitgenössischen Bluegrass, die Tradition nicht bloss zitieren, sondern sie tatsächlich sprechen lassen.» Ausserdem soll der berühmte Schauspieler und Musiker Steve Martin über Jones gesagt haben: Er ist bei den grossen Meistern zu verorten.
Heute Abend spielt dieser grosse Meister noch einmal im kleinen Teufner «Nefville». Konzertbeginn ist um 20 Uhr. Die Bar ist ab 18:30 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung zum Konzert ist unbedingt erforderlich und kann über die Homepage www.nefville.ch oder nefville@bluewin.ch erfolgen.
Was ist Bluegrass?
Das sagt Wikipedia: Bluegrass ist eine der wichtigsten US-amerikanischen Volksmusikrichtungen und gehört zum breiten Genre der Country-Musik. Die heutzutage typische Instrumentierung besteht hauptsächlich aus Banjo, Fiddle, Mandoline, Gitarre, Resonatorgitarre und Kontrabass. (…) Der Bluegrass entstand zwischen 1937 und 1945 in den Bergen von Kentucky und Tennessee. Und das sagt Rolf Nef: «Der Bluegrass hat seine Wurzeln in der irischen Volksmusik der Einwanderer. Nach und nach kamen neue Instrumente dazu und die Künstler kreierten einen ganz eigenen Sound – mit amerikanischen Einflüssen natürlich.»


















