Öffnungszeiten und Anlässe
Die Ausstellung im Schulhaus Dorf ist jeweils am Donnerstag und Freitag von 14 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Dazu kommen zwei Montags-Termine am 27. April und 8. Juni – dann ist die Ausstellung von 16 bis 20 Uhr zugänglich.
Nebst der Vernissage von diesem Samstag findet am 21. Mai ab 19 Uhr ein Feierabend-Anlass statt. Dabei wird uns Kantonsbibliothekarin Heidi Eisenhut erzählen, was die Kantonsbibliothek eigentlich sammelt – und warum. Am 30. Mai von 9 bis 11 Uhr sind zudem alle Interessierten zu Kaffee und Gipfeli mit der TP eingeladen.
Bei der Erarbeitung dieser Ausstellung war der Mangel an Inhalten vermutlich nicht das Problem… Wie wählt man aus so einer Fülle von Geschichten aus? Bis heute sind schliesslich 305 Tüüfner Poscht-Magazine erschienen.
Mein Ziel war ein guter Mix. Das betrifft vor allem den Raum, in dem ich «30 Geschichten aus 30 Jahren» zeige. Also eine Geschichte pro TP-Jahr. Natürlich war es mir hier wichtig, spannende und lesenswerte Beiträge auszuwählen. Aber ich habe auch versucht, eine thematische Balance zu finden. Nur politische, kulturelle oder kuriose Artikel zu zeigen, würde der Vielfalt dieser Dorfzeitung nicht gerecht. Ah, und es gibt übrigens auch eine grosse Auslage von alten Ausgaben, in denen man selbstständig blättern darf. Und natürlich einen Wettbewerb mit attraktiven Preisen …
Aus subjektiver Sicht sind 30 Jahre eine lange Zeit. Aber objektiv gesehen, ist die TP noch immer eine «junge» Zeitung. Waren das eigentlich drei spannende Jahrzehnte?
Auf jeden Fall. Ich habe mich während der vergangenen Monate intensiv durch die Publikationen der TP gearbeitet. Und ich kann sagen: Es gab vielleicht ein oder zwei Jahre, in denen es ein bisschen weniger «intensiv» bzw. spannend war. Über die ganzen 30 Jahre hinweg gesehen, war der Spannungsbogen meist sehr gut gespannt (lacht).
Sie wissen nach Ihrer Recherche auch: Die Anfänge dieser Dorfzeitung waren alles andere als einfach. Und die Zukunft der Publikation war lange nicht gesichert. Wie schätzen Sie heute die längerfristigen Überlebenschancen der Tüüfner Poscht ein?
Als ziemlich gut. Das bezieht sich nicht nur auf die organisatorische Unabhängigkeit dank der Vereinsgründung und die stabilen Finanzen. Viel wichtiger scheint mir der Rückhalt in der Bevölkerung zu sein. Ich vermute, viele Teufnerinnen und Teufner würden «auf die Barrikaden», wenn es die TP plötzlich nicht mehr geben würde. Das ist das eigentliche Kapital dieser Dorfzeitung, das man sich während der vergangenen 30 Jahre erarbeitet hat.
Was war ihr persönlicher «Aha»-Moment während der Arbeit an dieser Ausstellung?
Irgendwann dachte ich mir: Eigentlich müsste jedes Dorf, jede Stadt, so eine Zeitung haben. Was hier über all diese Jahre geleistet und zusammengetragen wurde, ist erstaunlich. Und es zeigt auch, was alles vergessen geht, wenn man keine so aktiven lokalen Chronistinnen und Chronisten hat. Ganz zu schweigen von der journalistischen Auseinandersetzung. Und noch etwas hat mich erstaunt …
… Ja?
Die konstante Qualität während dieser 30 Jahre. Natürlich gab es personelle Wechsel innerhalb der Zeitung – auch die «Chefredaktion» hat ja zweimal gewechselt. Aber die Qualität blieb immer sehr gut und während jeder «Epoche» wurden wahnsinnig viele Projekte vorangetrieben. Man denke an die Layoutanpassungen, die Digitalisierung, die organisatorischen Weiterentwicklungen oder die Infrastruktur der TP. Das alles ist überhaupt nicht selbstverständlich.
