Bis zum letzten Paket

23.12.2023 | Nerina Keller
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Lässt sich vom weihnachtlichen Pakettrubel nicht aus der Ruhe bringen: Kurt Suter. Fotos: nek

Nerina Keller

Das grosse Beladen ist bereits vorüber, als die TP an diesem Morgen kurz vor Weihnachten bei der Post empfangen wird. Der 60-jährigen Kurt Suter ist seit sieben Jahren Teamleader in Teufen und dort für 14 Mitarbeitende zuständig. Diese geben zurzeit alles, um die grosse Menge an Paketen zu bewältigen. Das Ziel ist klar: «Hauptsache, am 24. Dezember liegt jedes Päckli unter dem Baum.»

Die «schönen, bunten Couverts» werden immer weniger. So nennt Kurt Suter die Weihnachtskarten. Bei den Paketen bleiben die Zahlen hingegen auf einem konstant hohen Niveau. Rund 600 bis 800 davon verteilt das Team der Post Teufen in der Adventszeit täglich. «Und dazu kommen noch jene, die gar nicht zu uns geliefert, sondern direkt vom Paketlieferdienst von St. Gallen aus verteilt werden.» Mit dem Black Friday beginnt die intensivste Zeit des Jahres, die bis Weihnachten andauert. 10 Leute sind pro Tag im Einsatz und verteilen Post und Pakete in Stein, Bühler, Lustmühle, Niederteufen und Teufen.

Zwei Stunden länger arbeiten

Während die Post andernorts über die Weihnachtszeit mehr Temporär-Mitarbeitende beschäftigt, wird die Arbeit in Teufen vom bestehenden Team erledigt. Ganz ohne ein «mehr» geht es aber auch hier nicht. «Wir stellen keine zusätzlichen Mitarbeitenden ein. Dafür dauern die Tage aber oft länger», erzählt Kurt Suter. «Zwei Stunden», sagt er auf die Frage, von wie viel Arbeitszeit mehr denn die Rede ist. Angehängt wird die am Morgen. Nur so kann die angelieferte Menge genügend schnell sortiert und zur Auslieferung bereit gemacht werden. Der Tag startet um 6 Uhr.

Eine Tour reicht dann längst nicht immer. Ein Mitarbeiter geht beim Besuch der TP gerade mit dem Auto auf die zweite Runde. «Siehst du», fast wieder voll. Kurt Suter deutet auf den Kofferraum des gelben Post-Caddys. Dort drin stapeln sich die Pakete heute zum zweiten Mal. «Er fährt Richtung Bühler, also nicht in die dichtest besiedelte Region der Gemeinde.» Andere Angestellte sind mit den Dreirad-Roller unterwegs. Auch ein solcher wird kurz vor Mittag nochmals beladen. «Wenn der jetzt auch noch aussteigt, haben wir ein echtes Problem.» Mit «auch noch» meint er das zweite Elektrofahrzeug derselben Art. Dieses steht derzeit nämlich kaputt in der Filiale und wartet auf die Reparatur. «Einen Ersatz haben wir immer.» Mehr Pannen liegen aber besonders in dieser Zeit nicht drin.

Laden mit System

«Diese Box zu füllen ist wie Tetris.» Kurt Suter grinst. Auf den Elektrorollern gibt es einen Kasten, der als Kofferraum dient. Seinem jungen Mitarbeiter geht er zur Hand, als dieser die Pakete einladen will. «Soll ich sie noch kurz scannen?», fragt er. Jedes Paket muss vor der Zustellung nochmals erfasst werden. Danach dauert es wenige Minuten und das kleine Fahrzeug ist bereit. «Beim Beladen ist es wichtig, ein eigenes System zu entwickeln.» Nur dann können Briefe und Pakete effizient verteilt werden. Lange Zeit war Kurt Suter selbst auf Tour und hat Post verteilt. Gerade ist er aus gesundheitlichen Gründen nicht unterwegs. «Sobald es geht, will ich aber unbedingt wieder raus.»

Fitness inbegriffen

Er weiss, wie es seinen Mitarbeitenden geht. Und ist – trotz der guten Stimmung und Motivation im Team – auch etwas besorgt während der vorweihnachtlichen Paketflut. «Für unsere Leute ist diese Zeit sehr anstrengend.» Verlangt die Sortier- und anschliessende Stapelarbeit im Auto viel Konzentration und beste Ortskenntnisse verlangt, bedarf es beim Verteilen auch körperlicher Fitness und Wetterfestigkeit. «Diese Arbeit ist streng. Am Feierabend gehen die meisten wohl nicht mehr ins ‘Gym’.» Er lacht. Ihm ist kaum anzumerken, wie streng die Zeit gerade ist. «Mir macht das nichts aus. Ich bin ein Optimist und für nichts zu faul. Bei den Angestellten hoffe ich aber schon immer wieder, dass sie überhaupt noch ein Geschenk in die Hände nehmen möchten, falls sie dann an Weihnachten selbst eins bekommen.»

Bis am 23. Dezember werden die Tage noch lang sein. Und am letzten Tag vor Weihnachten, einem Samstag, wird gearbeitet wie unter der Woche. «Notfalls auch bis zum Eindunkeln. Wir sind unterwegs, bis das letzte Paket verteilt ist.» Danach freut sich das Team der Post auf eine Verschnaufpause. «Über Weihnachten gibt es ganze drei Tage frei, das tut gut.» Kompensiert wird dann im neuen Jahr. «Dann gibt es viele Möglichkeiten, wieder mal einen Tag frei zu machen.»

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