
Im Gemeindesaal Bühler fand am Samstag, 26. April 2014 die erste Mitgliederversammlung des Vereins Spitex Rotbachtal statt. Die Geschäfte wurden diskussionslos abgewickelt und bereits nach einer Stunde konnte der Fotograf Mäddel Fuchs aus Gais zu seinem 2010 erschienenen Buch „Hag um Hag“ referieren.
Die anwesenden 81 Stimmberechtigten stimmten allen Geschäften einstimmig zu, einschliesslich der pauschalen Entschädigung für Präsident und Vorstand. Kein Traktandum war umstritten und zu keiner Zeit wurde die Diskussion gesucht.
Regionale Eigenheiten
Die Gemeindepräsidentin von Bühler, Ingeborg Schmid, wandte sich mit einleitenden Worten an die Versammelten. Sie erwähnte, dass die Kunden von den strukturellen Neuerungen des Zusammenschlusses nicht viel gemerkt haben, aber auch, dass die Weitläufigkeit der Region den Mitarbeitenden nahezu 60`000 Kilometer Weg abverlangt hat. Was rund 8% der gesamten Arbeitszeit ausmacht, wie auch Gerhard Frey aus Teufen, Präsident des Vereins, betonte.
Gerhard Frey erwähnte die dynamische interne Entwicklung, die sich möglichst nicht auf die Beziehung der Mitarbeitenden zu den Kunden auswirken sollte. Darf man dem Präsidenten glauben, so ist dies mehrheitlich gelungen.
Verschiedene Interessengruppen
Mit zunehmender Gesetzesdichte findet die Krankenpflege zuhause in immer komplexeren Rahmenbedingungen statt. Seit 1994 das eidgenössische Krankenversicherungsgesetz und im November 2007 die Spitexverordnung in Kraft getreten sind, haben sich die Bedingungen grundlegend geändert. Kanton und Gemeinden haben heute die gesetzliche Aufgabe, die Voraussetzungen für eine medizinische und pflegerische Versorgung der Bevölkerung zu schaffen und die spitalexterne Kranken- und Gesundheitspflege zu finanzieren.
Für die Spitex bedeutet das, dass man nicht mehr nur mit den Gemeinden und der Kundschaft, sondern verstärkt auch mit dem Bund, dem Kanton, dem Spitexverband und der Santé Suisse in Verbindung und im Einklang sein muss. Mit den Worten des Geschäftsführer Roman John: „Aus der gemeinnützigen Aufgabe ist im Laufe der letzten Jahre eine öffentliche Aufgabe geworden.“
Die Antwort des Vorstandes ist die Einführung von Qualitätsmanagement. In Kürze wird ein internes, prozessorientiertes Projekt lanciert, das in einem Jahr erste Resultate darüber liefern soll, wie es um die Kunden- und die Mitarbeiterzufriedenheit steht.
Vereinsgeschäfte
Das Protokoll der Gründungsversammlung und der Jahresbericht des Geschäftsführers Roman John wurden einstimmig genehmigt. Wegen der Zusammenführung der beiden Vereinsrechnungen ergibt sich für 2013 ein ausserordentlicher, periodenfremder Ertragsüberschuss von 343’662 Franken. Mit 50’795 Franken konnten erfreulich viele Spenden generiert werden.
Die Rechnung wurde, zusammen mit dem Bericht der Revisionsstelle IDP Treuhand AG und der Entlastung des Vorstandes, einstimmig angenommen. Im Anschluss fand auch das Jahresbudget 2014, in dem ein Aufwand von 1’937’200 Franken einem Ertrag von 1’966’400 Franken gegenüber steht, die Zustimmung aller. Die Zahl von 674’800 Franken – so viele Kosten werden von Kanton und Gemeinden getragen – zeigt dabei eindrücklich die enge Verflechtung mit der öffentlichen Hand.

Wechsel im Vorstand
Andrea Kern aus Gais wurde in einer ausserordentlichen Wahl neu in den Vorstand gewählt. Sie ersetzt die ausscheidende Verena Koller, die mit viel Applaus und lobenden Worten verabschiedet wurde.
Zwar war man sich einig darüber, dass die Arbeit im Vorstand weitgehend eine ehrenamtliche sein soll. Trotzdem wurde dem Vorstands einstimmig Folge geleistet, der für das Präsidium eine jährliche Pauschalentschädigung von 2’000 Franken und für die Vorstandmitglieder eine solche von 1’000 Franken vorsieht. Der Mitgliederbeitrag für das kommende Jahr 2015 wird bei 30 Franken belassen.

Hag um Hag
Der Gaiser Fotograf Mäddel Fuchs präsentierte einen abwechslungsreichen Vortrag über das Verschwinden der Hage im Appenzellerland. Seine ausschliesslich im Winter und bei tiefem Sonnenstand aufgenommenen Schwarz-Weiss-Bilder dokumentieren eindrücklich, wie prägend die Hage für die hiesige Landschaft waren. Mäddel Fuchs wusste dramatisch, poetisch fabulierend und mit grosser Liebe zum Detail jedem Bild eine Geschichte zu entlocken.
Zum Abschluss gab es dann ein reich gedecktes Kuchenbuffet für alle.
Brigitta Schmid