



Keine Verletzten, aber hoher Sachschaden und jetzt Bus statt Bahn: Das sind die Folgen eines Unfalls Mitte September in Niederteufen. Ein Mann hatte seinen Lieferwagen auf dem Vorplatz an der Hauptstrasse so geparkt, dass die hintere linke Ecke auf die Gleise ragte. Ein Zug der Appenzeller Bahnen kollidierte daraufhin mit dem Auto.
Der Schaden ist gross. So gross, dass ab Montag, 9. November 2026 fünf der 114 Zugverbindungen temporär durch Busse ersetzt werden, wie die «Appenzeller Bahnen» in einer Mitteilung schreiben.
Diese Verbindungen triffts
Betroffen sind die Verbindungen von Appenzell nach Trogen um 5.45 Uhr, die in Teufen um 6.20 Uhr und in Niederteufen um 6.24 Uhr abfährt. Dazu kommt die Verbindung von Trogen ab 07.08 Uhr, die Teufen um 07.50 Uhr erreicht.
Und auch am Abend wird Bus gefahren: Wer von Teufen um 16.25 Uhr nach Trogen will, fährt auf vier Rädern, in der umgekehrten Richtung von Trogen (ab 17.10 Uhr) nach Teufen mit Ankunft um 17.55 Uhr. Wer um 18.04 Uhr von Teufen in Richtung Appenzell fährt, nimmt ebenfalls den Bus. Grundsätzlich sollen die geplanten Abfahrtszeiten bestehen bleiben. Je nach Verkehrsaufkommen kann sich die Fahrzeit aber verlängern.
Der Bahnersatz dauert voraussichtlich bis Ende März 2027.
Es fehlt die Reserve
«Für den regulären Viertelstundentakt und die Schnellzüge benötigen die Appenzeller Bahnen auf der Linie Trogen-St. Gallen-Appenzell werktags zu den Hauptverkehrszeiten zehn ihrer elf Zugskompositionen», heisst es in der Mitteilung. Der elfte Zug dient als Reserve, zum Beispiel wenn bei einem anderen Fahrzeug Unterhaltsarbeiten gemacht werden müssen. Doch wegen des Unfalls fehlt nun die Reserve.
Nach dem Crash hätten die Appenzeller Bahnen den regulären Fahrplan «dank zusätzlicher Anstrengungen der Werkstatt» zunächst aufrechterhalten. «Über mehrere Monate lässt sich der Betrieb ohne Reservefahrzeug jedoch nicht zuverlässig sicherstellen, da auch die übrigen Züge regelmässig und vorschriftsgemäss gewartet und revidiert werden müssen.»
Man habe verschiedene Möglichkeiten geprüft, um den aktuellen Fahrzeugausfall zu überbrücken. «Der gezielte Ersatz einzelner Zugverbindungen durch Busse ist nach aktueller betrieblicher und wirtschaftlicher Einschätzung die einzige praktikable Lösung, um den übrigen Bahnbetrieb zuverlässig aufrechtzuerhalten.»
Die Appenzeller Bahnen halten fest: «Damit werden weiterhin über 96 Prozent aller Verbindungen regulär mit dem Zug erbracht.»
Der Schaden am Zug ist enorm. Besonders getroffen hat es den Führerstand. «Die Reparatur ist aufwendig und erfordert unter anderem den vollständigen Ausbau der Frontkabine mit zahlreichen elektronischen Bauteilen.»