

Beim Treffpunkt Haus Unteres Gremm begann der Anlass mit einer beschwingten Begrüssung durch den Gospelchor, dirigiert von Birgit Steiner. Der Historiker Thomas Fuchs erinnerte mit Fotos an das Spital, das vor dem HUG an genau diesem Ort stand. Über sieben Stationen führte er dann die Gruppe durchs Dorf und wusste bei jedem Halt Interessantes zur Geschichte der betreffenden Gebäude zu erzählen. Umrahmt wurden seine Ausführungen jeweils mit Einlagen des Chors. Der Gospelchor bestach durch die hör- und sichtbare Freude am Singen, seine dynamische Interpretation der Gospels und Spirituals und die originellen Eigenkreationen am Schluss der Veranstaltung.
Die Stationen
Das von einem Textilkaufmann erbaute heutige Wohnhaus Gremmstrasse 11 erlangte internationale Bekanntheit, da es ab 1902 das renommierte Töchterinstitut Buser beherbergte. Mit moderner Pädagogik wurden die jungen Frauen auf ihre Rolle in der besseren Gesellschaft vorbereitet.




Entschieden jünger ist die frühere Methodistenkirche, die in den 90er Jahren von den Methodisten verkauft wurde und heute ein Wohnhaus ist.
Erheiternd waren die Details zum frisch renovierten Schulhaus Hörli, wo neu die Primarschule ein- und ausgeht. Das Schulhaus war vor 120 Jahren als Realschulhaus erbaut worden und hatte als moderne hygienische Massnahme im Keller ein Brausebad. Da es in den Privathäusern noch keine Badezimmer gab, waren die Kinder angehalten, einmal pro Monat zu duschen. Überwacht wurden die Buben dabei vom Lehrer, die Mädchen von der Frau des Abwarts.
Das ehemalige evangelische Pfarrhaus hat zwar ebenfalls eine interessante Geschichte, ist aber wegen der laufenden Renovation eingepackt und nicht sichtbar. Das imposante Haus wurde der evangelischen Kirchgemeinde geschenkt, nachdem die Gemeindeverwaltung die bisher gemeinsam genutzten Räumlichkeiten im heutigen Gemeindehaus zur alleinigen Benutzung brauchte.







Selbstverständlich gehörte auch die Grubenmann-Kirche zu den besprochenen Gebäuden. Unglaublich, wie schnell in dieser Zeit gebaut wurde: nur drei Jahre, von 1776-79 brauchte Hans Ulrich Grubenmann für die Planung und den Bau der Kirche.
Zum Schluss stand die Gruppe auf dem Parkplatz im Hecht, am Ort, wo sich früher ein Weiher befand. Die heutige Quartierstrasse war die Hauptachse von St. Gallen nach Bühler und Gais. Dort befand sich das Hotel Hecht mit der grossen Remise, die heute als Kulturlokal verwendet wird. Und ebenfalls an diesen Platz grenzt das ehemalige Café Spörri. Als Hommage an dieses einst so beliebte Café sang der Chor seine letzten zwei Lieder: Den bekannten Kanon C-A-F-F-E-E mit einem angepassten Text und einen Rap mit lauter Kaffee-Begriffen.