Am 26. November kehrt die Tüüfner Adventsnacht zurück – nach zwei Jahren (Corona-)Unterbruch. OK-Mitglied Barbara Ehrbar-Sutter («Breitenmoser / Anker») erzählt, wie es dazu gekommen ist. Und wie es Gewerbe und Gastronomie geht.Diesen Samstag Adventsnacht. Freuen Sie sich?
Klar. Nach den Corona-Ausfällen ist die Vorfreude besonders gross.
Ich nehme an, der Anlass wird ähnlich wie seine zwölf Vorgängerinnen?
Wir haben uns beim Konzept an die jüngste Durchführung 2019 angelehnt. Und glücklicherweise haben auch alle Detailhändler und Vereine sofort zugesagt – die Solidarität und Motivation sind wirklich gross.
Aber es hat auch eine Weile gedauert, bis klar war, dass die Adventsnacht heuer stattfindet, oder?
Das stimmt. Das lag aber hauptsächlich am OK. Unsere Vorgänger haben das Amt im Sommer niedergelegt. Ich, Katja Diethelm Bruhin, Roger Hörler und Hansruedi Waldburger sind dann in die Bresche gesprungen.
Ein klassisches OK-Problem. Aber Teilnehmende habt ihr genug?
Sozusagen alle Geschäfte im erweiterten Dorfkern machen mit. Und dafür brauchten wir wirklich keine Überredungskunst – auch bei den Vereinen nicht.
Auch in der Bevölkerung scheint die Freude gross. Gäbe es evt. auch Potenzial für etwas Ähnliches im Frühling oder Sommer?
Ich war in Appenzell dabei, wo die Detaillisten die «Appenzeller Frühlingstage» lancierten. Der Anlass war ein Erfolg – aber wir mussten auch viel Zeit und Energie aufwenden. Das ist bei solchen Aktionen immer der Fall. Es braucht ein funktionierendes und motiviertes OK und eine lebendige Detaillisten-Szene.
Läden haben wir in Teufen ja eigentlich genug. Vielleicht ist der Gewerbeverein für so spezifische Veranstaltungen zu breit?
In Appenzell wurde auch eine Gewerbeverein-Untergruppe aus Detaillisten gegründet – dort waren das dann aber natürlich über 60. Grundsätzlich ist es schon so, dass wir Läden im Dorfkern andere Bedürfnisse haben wie beispielsweise ein Baugeschäft. Aber der Gewerbeverein ist trotzdem eine sehr wichtige Organisation – allein schon wegen der Vernetzung. Für Anlässe wie die Adventsnacht braucht es halt ein paar motivierte Drahtzieher.
Wie steht es denn um das Teufner Gewerbe nach Corona?
Das kann ich so generell nicht beurteilen. Je nach Branche ist die Situation eine ganz andere. Aber klar ist, dass Detaillisten und Gastronomen während der Pandemie stark unter Druck gerieten und von ihren Reserven zehren mussten. Das sieht man beispielsweise in der Schliessung des «Schützengarten».
Und das «Tief» ist, wie es aussieht, noch nicht überstanden …
Absolut. Die steigenden Preise machen uns allen zu schaffen. Dazu kommt, dass die Löhne im nächsten Jahr sicher steigen werden. Damit müssen wir rechnen. Aber ich sage mir: Es gab schon immer gute und schlechte Zeiten. Wir werden das schon überstehen. Für etwas haben wir ja ein Polster aufgebaut. Kommen denn die Gäste noch in den «Anker»? Da können wir gar nicht klagen. Wir haben eine sehr treue Kundschaft. Sowohl im «Anker» also auch im «Breitenmoser».
Einer Ihrer Fleischfachmann-Lehrlinge, Silvio Hinrich, wurde bei den «SwissSkills» Zweiter. Wie läuft die Suche nach Auszubildenden?
Das variiert stark. Wie die Wellenbewegungen entstehen, kann ich nicht sagen. Aber wir finden immer wieder engagierte und gute junge Leute. Und nach den vielen Schnupperstiften in diesem Jahr zu urteilen, zieht das Interesse gerade wieder an. tiz