Ein Jahr Ukraine-Krieg

24.02.2023 | Sepp Zurmühle
gedenkminute_ukraine (4)

Sepp Zurmühle

Klangvolles Kirchengeläut der evangelischen Kirche Teufen übertönt mit Mühe den morgendlichen Strassenlärm. Der Alltag pulsiert. Die Uhr schlägt 9 Uhr. Die Sonne beginnt die Luft zu erwärmen. Gut 40 Menschen stehen einfach nur da. Ein spontan gebildeter Kreis auf dem Dorfplatz. Alle Köpfe sind gesenkt. Einige Augen sind geschlossen. Andere Blicke sind leer oder scheinen irgendetwas auf oder zwischen den Pflastersteinen zu suchen. Niemand spricht … Die Hilflosigkeit ist mit Händen zu greifen und mit den Herzen zu spüren.

Auch Behörden- und Kirchenvertreter sind anwesend. Zudem einige Ukrainerinnen und Ukrainer. Pfarrer Stefan Staub richtet wenige Worte an die Anwesenden und gibt der allgegenwärtigen Ohnmacht Ausdruck und gleichzeitig der Hoffnung auf baldigen Frieden und einem Ende des Mordens und Elends in der Ukraine, obschon niemand wisse, wie das im Moment erwirkt werden könne. Dabei vergisst er alle anderen leidenden Menschen auf der ganzen Welt nicht.

Beklemmendes Schweigen.

Ein Seelsorger aus der Ukraine bedankt sich mit bescheidener Gestik. Spontane Umarmungen. Ein sichtlich berührter Ukrainer fragt, ob ein Gebet gesprochen werden dürfe. «Ja, selbstverständlich» Zuerst auf Ukrainisch. Die Schweizerflagge hängt an der Hausfassade. «Tüüfner» und «Eidgenossen…» ist zu lesen. Dann Stefan Staub auf Deutsch. Der Verkehrslärm übertönt die beiden Stimmen fast gänzlich. Alle verstehen, was gemeint ist.

Einzelne verlassen den Ort diskret, wie sie gekommen sind. Andere stehen noch für ein Foto vor die ukrainische Flagge. Solche Bilder würden Hoffnung in ihre Heimat transportieren, meint der Mann aus der Ukraine.

Ukraine-Krieg: Trauergeläut und Schweigeminute


Es ist ein trauriger Anlass, zu dem sich am Freitagmorgen eine grosse Menschenmenge auf dem Teufner Dorfplatz versammelt hat: Der grausame, sinnlose Krieg gegen die Ukraine jährt sich zum ersten Mal. Am 24. Februar 2022 begann der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Seit einem Jahr dauert der Krieg nun mit zunehmender Härte und Zerstörung an. Tausende Menschen sterben. Millionen sind auf der Flucht.

In Teufen und der umliegenden Region wurden die geflüchteten Menschen mit offenen Armen und Herzen aufgenommen. Viele von ihnen sind noch heute hier und waren beim gemeinsamen Gebet auf dem Dorfplatz anwesend. Die tiefe Betroffenheit der Menschen war deutlich spürbar. Das Ende des Krieges ist nicht in Sicht. Als Zeichen der Solidarität und gegen den Krieg, läuteten heute kurz vor 9.00 Uhr schweizweit die Kirchenglocken. In einer anschliessenden Schweigeminute wurde den vielen Opfern und den vom Krieg betroffenen Menschen gedacht.  pd

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