
Herr Altherr, welche «politischen Momente» auf unseren drei Staatsebenen bleiben Ihnen von 2025 besonders in Erinnerung?
Kommunal: 2025 stand mit dem Voranschlag 2026 nur eine kommunale Abstimmung an. Ein Höhepunkt war die Kantonsratspräsidentenfeier. Nach 30 Jahren Unterbruch wurde mit Hans Koller erstmals wieder ein Teufner an Spitze des Kantonsrates gewählt.
Kantonal: Die Totalrevision der Kantonsverfassung, welche die Grundzüge unseres Kantons für die nächsten Jahrzehnte bestimmt.
Eidgenössisch: Für mich ist es machmal nur schwer nachvollziehbar, wenn das Parlament von der veränderten sicherheitspolitischen Lage spricht, aber bei den Massnahme dagegen dann nein sagt.
An welchen kulturellen Anlass erinnern Sie sich besonders gern?
Die Verleihung des Tüüfner Bärs ist jeweils ein ganz besonderer Höhepunkt, bei welchem wir verdiente Persönlichkeiten ehren dürfen.
Bei welchem Dossier haben Sie im 2025 am meisten Fortschritte erzielt?
Im November 2025 durften wir der Öffentlichkeit das Vorprojekt der Alternativvariante Tunnel präsentieren. Ein Meilenstein auf dem Weg zur geplanten Volksabstimmung, wie es die Teufnerinnen und Teufner mit der Annahme der Initiative gewünscht haben.
Bei welchem ging es weniger (schnell) vorwärts, als Sie es gerne gehabt hätten?
Verschiedene Bauvorhaben kommen nur harzig voran. Teils liegt dies an der Komplexität der Vorhaben, teils aber auch an Einsprachen.
Welche nationalen und internationalen Entwicklungen haben Ihnen im 2025 am meisten Sorgen bereitet?
Die geopolitischen Veränderungen in Europa und der ganzen Welt machen mich betroffen. Manchmal denkt man unweigerlich, dass die Menschheit aus der Geschichte nichts lernt.
Und auf kantonaler Ebene? Sind es da die Finanzlage und die kantonalen Sparpläne (auch in Zukunft)? Oder etwas anderes?
Aktuell stehen tatsächlich die finanzpolitischen Begehrlichkeiten im Vordergrund. Mittel- und langfristig sind es die zunehmende Individualisierung, die Erwartungshaltung und der schwindende Gemeinsinn. Wir müssen wieder lernen, mehr Selbstverantwortung zu übernehmen und nicht vom Staatswesen die Lösung aller Aufgaben verlangen.
Welche Anfrage oder welcher Input aus der Teufner Bevölkerung hat Sie besonders überrascht?
Bei uns gibt es kurze Wege und so erhalte ich laufend Rückmeldungen, was ich sehr schätze.
Was war Ihr ganz persönliches Highlight des Jahres 2025?
2025 durften wir mehrere grosse Projekte ihrer Bestimmung übergeben, z.B. das renovierte Schulhaus Hörli, das Gesundheitshaus Bächli und der Anschluss der ARA Mühltobel an die ARA Au.
Wie werden Sie den Übergang ins neue Jahr eigentlich feiern?
Ich freue mich auf das Silvesterchlausen mit dem Treffen im Dorf.
Welches politische Thema wird Sie im 2026 vermutlich am intensivsten beschäftigen? Inwiefern?
Da muss ich nicht lange überlegen, die Abstimmung über die zukünftige Variante der Ortsdurchfahrt.
Darf ich bereits heute einen Wunsch anbringen? Der Gemeinderat wird beide Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen bzw. Auswirkungen im Edikt darlegen. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sollen dann die für jeden Einzelnen persönlich zutreffende Variante auswählen und dafür stimmen. Dies in gut demokratischer Weise und hoffentlich sachlich und fair und ohne allzu grosse Emotionen im Vorfeld.




