«Bis und mit heute war Wahlkampf»

08.03.2026 | Timo Züst
wahlfeier_edgar_bischof (11)

Acht Stimmen machen in Teufen den Unterschied: 1292 sprechen sich für den Teufner Edgar Bischof (SVP) aus und 1300 für die Speicherin Jennifer Abderhalden (FDP). Ähnlich knapp war es lange im ganzen Kanton. Bei den nationalen Vorlagen folgt Teufen mehrheitlich dem gesamtschweizerischen Stimmvolk. Mit einer Ausnahme.

Hinweis: Fotos von der Wahlfeier und eine erste Reaktion von Edgar Bischof finden Sie weiter unten.

Und gewählt ist: Edgar Bischof. Für einmal blieb es beim Auszählen der Stimmen bis zum Ende richtig spannend. Jennifer Abderhalden von der FDP und Edgar Bischof von der SVP lieferten sich an diesen «Super-Abstimmungssonntag» ein Kopf an Kopf Rennen. Es ging um die Nachfolge des zurückgetretenen AR-Nationalrats David Zuberbühler. Teufen – Edgar Bischofs Wohnort – sprach sich ganz knapp für Jennifer Abderhalden aus. Hier machten acht Stimmen den Unterschied. Auf kantonaler Ebene waren es 571 Stimmen, die für den Sieg von Edgar Bischof sorgten. 8856 Ausserrhoderinnen und Ausserrhoder sprachen sich für den SVPler aus, 8285 hatten die FDPlerin gewählt. Damit findet auch die geplante Wahlfeier für Edgar Bischof im Lindensaal statt. Start ist um 16:30 Uhr.

Und bei den nationalen Vorlagen? Da schloss sich Teufen mehrheitlich den nationalen Trends an. Die «Halbierungsinitiative», die die Abgabe für Radio und Fernsehen auf 200 Franken pro Haushalt begrenzten wollte, wurde mit 2042 Nein- gegen 1448 Ja-Stimmen abgelehnt. Auch auf nationaler Ebene gab es hier eine klare Ablehnung. Bei der Individualbesteuerung schert Teufen hingegen aus. Die Gemeinde lehnt das entsprechende Gesetz mit 1726 Nein- zu 1599 Nein-Stimmen ab, während es von der schweizerischen Stimmbevölkerung angenommen wurde. Bei den Klimafonds- und Bargeld-Initiativen sagten Schweiz und Teufen zweimal «Nein». Mit 2620 Nein- gegenüber 603 Ja-Stimmen bzw. 1954 Nein- zu 1243 Ja-Stimmen. Dafür gab es ein «Ja» zum Bargeld-Gegenentwurf – sowohl in Teufen als auch schweizweit.

Übrigens: Die höchste Stimmbeteiligung wurde in Teufen bei der SRG-Initiative verzeichnet. Sie lag bei 70.07 Prozent. Am wenigsten Stimmbeteiligte äusserten sich zur Nationalrats-Wahl. Hier waren es nur 55.15 Prozent.

Hier finden Sie die nationalen Ergebnisse (SRF).

Erste Reaktion von Edgar Bischof

Der frisch gewählte AR-Nationalrat Edgar Bischof spricht an seiner Wahlfeier im Teufner Lindensaal.

Herr Bischof, auch von uns herzlichen Gratulation. Haben Sie es schon «realisiert»?

Vielen Dank! Nein, so schnell geht das nicht. Das braucht etwas Zeit. Gerade versuche ich vor allem, den Moment zu geniessen.

Ich sass den ganzen Nachmittag am PC und habe die Kantonswebsite alle paar Minuten aktualisiert. Mal lag Jennifer Abderhalden vorne, mal Sie. Wie haben Sie diese Spannung in Regierungsgebäude in Herisau erlebt?

Ich war ziemlich ruhig. Mein Umfeld war um einiges nervöser. Ich wusste, dass es heute in beide Richtungen gehen kann und habe mich deshalb auch auf beide Ausgänge eingestellt. Aber natürlich bin ich sehr glücklich, dass wir jetzt einen Sieg feiern können.

Aber als Sie leicht vorne lagen und nur noch Herisau ausgezählt werden musste, haben Sie sich bestimmt schon siegessicher gefühlt …

Gar nicht! Anders als Zubi bin ich kein Herisauer. Und ich war ganz und gar nicht sicher, dass ich mit Herisau dann vorne liegen würde. Für mich war das Rennen völlig offen, bis der Ratsschreiber das Resultat verlesen hat.

Am Ende war der Sieg dann doch deutlicher, als es im Verlaufe des Tags den Anschein machte. Wirklich knapp wurde es aber in Ihrer Heimatgemeinde. Schmerzt es, dass Jennifer Abderhalden hier acht Stimmen mehr gemacht hat? Oder ist das in einer FDP-Hochburg wie Teufen eher ein Sieg?

Sowohl als auch. Es wäre natürlich sehr schön gewesen, die Heimatgemeinde für mich entscheiden zu können. Das ist schon schade. Aber acht Stimmen Unterschied sind fast nichts und ich habe viel mehr Stimmen geholt als Zubi damals. Und das, wie Sie sagen, in einer FDP-Hochburg. Also ich denke, ich kann mit dem Resultat schon auch zufrieden sein.

Am 20. März steht die Vereidigung in Bern an. Haben Sie davor schon Bern-Termine?

Ja. Ich wurde bereits zur SVP-Fraktionssitzung am Dienstag eingeladen. Für ein erstes Kennenlernen. Ich werde jetzt versuchen, mir das einzurichten. Und vielleicht kommen auch noch Kommissionssitzungen dazu. Das weiss ich aber noch nicht.

Und mit welchem Dossier wollen Sie sich als erstes befassen?

Uff, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Bis und mit heute war Wahlkampf. Für alles andere lege ich mir dann ab morgen einen «Schlachtplan» zu. Für die Sondersession im April werde ich dann natürlich vorbereitet sein – und auch für meine ersten Abstimmungen am 20. März.

Aber morgen können Sie erstmal ausschlafen?

Nein, erster Termin ist um 7:30 Uhr (lacht). Während der vergangenen Wochen ist einiges liegengeblieben – vor allem im Büro. Das muss ich jetzt aufarbeiten.

Letzte Frage: Sind eigentlich alle 8000 Biberli verteilt?

Sozusagen (lacht). Ich habe noch ein paar als «Not-Reserve», die ich für einige Helferinnen und Helfer auf die Seite gelegt habe…

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