Yoga und klettern in der Badi

19.06.2026 | Timo Züst

Seit dieser Saison leitet Roger Zeller aus Appenzell das Freibad Teufen. Er hat einige Neuerungen in die «Badi» gebracht. Zum Beispiel eine Boulderwand oder einen Spielnachmittag (mehr dazu im Kasten). Nicht neu, aber immer noch besonders, ist das Yoga-Angebot im Freibad. Jeden Samstagmorgen kann hier mit Yoga-Lehrerinnen und Lehrern von «ninada» Yoga praktiziert werden. Den Start macht morgen Tommaso Pedaci – mit einer ruhigen Stunde.

Das Team vom Yoga in der Badi (v.l.n.r.): Tommaso Pedaci, Karin Züger, Franziska Trové und Nicole Zanetti. Foto. zVg

«Bei mir geht es darum, das Nervensystem runterzufahren. Zur Ruhe kommen, durchatmen, den Stress der Woche hinter sich zu lassen», sagt Tommaso Pedaci. Er selbst hat genau deshalb mit dem Yoga angefangen: Um die Überbelastung zu verarbeiten. Mittlerweile leitet er seit einem Jahr Yoga-Stunden im Teufner Studio ninada – zusammen mit Nicole Zanetti, Karin Züger und Franziska Trové. Die vier sind es auch, die abwechselnd die Yoga-Stunde im Freibad leitet. Sie findet immer am Samstagmorgen von 8 bis 9:15 Uhr statt. «Natürlich nur bei gutem Wetter. Ob es stattfindet, geben wir immer bis Freitagmittag auf unserem Terminplan bekannt», erklärt Tommaso Pedaci. Dort kann man sich auch für die Stunden anmelden. Vorkenntnisse braucht es dafür keine. «Insbesondere bei mir. Wir machen eine Mischung aus Meditation und ruhigem Yoga.» Kommende Woche wird die Leitung von Nicole Zanetti übernommen – dann wird die Stunde etwas aktiver. Dieser Zwei-Wochen-Rhythmus – Wechsel zwischen Ruhe und Aktivierung – wird bis am 29. August fortgesetzt.

Neuer Leiter, neue Angebote

Roger Zeller aus Appenzell war vor seinem Start in Teufen bereits im Frei- und Hallenbad Appenzell tätig. Von dort hat er auch seine Mitarbeiterin Sandra Krüsi mitgebracht.

Der 58-Jährige Appenzeller hatte eine Menge Motivation und Ideen im Gepäck, als er sein neues Büro an der Göbsistrasse bezog. «Mich hat es gereizt, den Lead zu übernehmen», sagt er. Er schmunzelt, deutet auf den Computer vor ihm und fügt an: «An die administrativen Arbeiten muss ich mich noch etwas gewöhnen. Aber das gehört halt dazu.» Roger Zeller ist gelernter Plattenleger, Automechaniker und -diagnostiker. Er hat viele Jahre im handwerklichen Bereich gearbeitet, auch selbständig.

Zuletzt war er im Hallen- und Freibad Appenzell als technischer Verantwortlicher tätig, mit Fachbewilligung Chemie auch zuständig für den Kauf von gefährlichen Stoffen und den Umgang damit. Neu ist die Arbeit an und um Wasserbecken für ihn also nicht. Im Hallenbad Appenzell hat er auch Sandra Krüsi kennengelernt. Die 44-jährige Steinerin ist seine «rechte Hand» im Freibad. Sie ist den Sommer über hochprozentig im Stundenlohn in der Badi tätig, Roger Zeller hat ein festes Pensum von 75 Prozent. «Wir verstehen uns gut und haben irgendwie als Team schon immer super harmoniert», sagt sie. Sandra Krüsi arbeitete früher schon einmal im Freibad Teufen. Sie ist gelernte Malerin und seit 15 Jahren Bademeisterin. Zudem gibt sie auch Rettungsschwimmkurse. Beide haben den Badangestellten-Kurs, kurz «BAKU», der «igba» absolviert. Damit sind sie bestens gerüstet, um das Freibad zu führen.

Hinter dem Volleyballfeld wird an diesem Nachmittag im April eine kleine Boulderwand gebaut. Roger Zeller ist Kletterer und «Bergler». Und mit Kletterwänden kennt er sich auch deshalb gut aus, weil er während des Baus des Kletterzentrums St. Gallen dabei war. «Ich möchte wieder so eine richtig lebendige ‘Goofe’- und Familienbadi machen», sagt er. Für die Umsetzung dieses Ziels haben er und Sandra Krüsi konkrete Pläne. Der Sandkasten wird mit allerlei Spielmaterial gefüllt. Am Mittwoch-, Samstag- und Sonntagnachmittag wird es in Zukunft einen Spielnachmittag geben: Die Hälfte des Schwimmerbeckens steht dann während vier Stunden zum Rumplanschen, Tauchen und Spielen mit Gummiringen zur Verfügung. Eine temporäre Slackline über dem Wasser soll für Balanceübungen und etwas Nervenkitzel sorgen.

Bewährtes, wie das Frühschwimmen montags, mittwochs und freitags ab 7 Uhr, bleibt. «Und eigentlich haben wir auch noch viel mehr Ideen. Vielleicht fast etwas zu viele.» Sandra Krüsi lacht. Eine Zelt-Badi-Nacht vor den Sommerferien für die ganze Familie könnten sich die zwei – selbst Eltern von je zwei Kindern – gut vorstellen. Oder einen «Hundeschlusstag», an dem die Vierbeiner nach Saisonende noch baden gehen dürfen. «Wir sind jung», beginnt Roger Zeller. «Okay, so jung nicht mehr, aber innovativ!» Beide lachen herzlich. Deshalb freuen sie sich nicht nur über eigene Ideen, die sie selbst umsetzen können: «Wir sind eigentlich offen für alles.» Wer einen Event plant, dürfe sich also ruhig bei Roger Zeller melden. nek

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