Schon ab halb sechs Uhr füllt sich der Platz vor dem Zeughaus immer schneller. Das Team von Florian und Evelyn Reiser «festlaune by focacceria» sorgt für bunte kulinarische Leckerbissen, stets mit einem Lächeln im Gesicht. «Unsere» Harmoniemusik Teufen und Volksmusikformation «Tüüfner Gruess» bilden über mehrere Stunden einen abwechslungsreichen und sehr gelungenen musikalischen Rahmen und ernten viel Applaus.
Gemeinderat und Festredner Roger Stutz bringt einige der Schweizer Stärken und Werte auf den Punkt, u.a. was im Kleinen («bei sich, in den Vereinen, in der Gemeinde …») beginnt, im Grossen («kantonal, national, international …») zur Wirkung kommt und man gemeinsam, mit etwas Pragmatismus und viel gegenseitigem Respekt mehr erreichen kann. Er sollte noch heute noch Recht bekommen.
So stehen viele Besucherinnen und Besucher zur Nationalhymne auf. Das war in den Vorjahren nicht immer so. Zu den besinnlichen Klängen der Harmoniemusik wird ja schliesslich nur eine Strophe gesungen. Inniger tönt es bei den vier Strophen des 200 jährigen Ausserrhoder Landsgemeindeliedes. Regionales hat eben doch Vorrang, man hört es.































Die bunten Hüpfburgen werden von den Kindern rege benutzt. Am Anfang sind sie noch voll Regenwasser, weil es vor einer Stunde, kurz geregnet hat. Nicolas Scherrer, Leiter Betriebe und Sicherheit der Gemeinde und sein Team, haben auf Optimismus gesetzt und den gesamten Festaufbau (der schon viel früher erfolgen musste) draussen auf dem Zeughausplatz aufgebaut. Nach den unzähligen Sommer-Hitzetagen und der grossen Trockenheit im ganzen Land ist nur die Vorstellung von «richtigem» Regen, bei den meisten Anwesenden, weit weg.
Der Abend ist wunderbar angenehm, der Himmel zwar stets ein bisschen wolkenbehangen, aber sie alle ziehen beidseitig am Zeughausplatz vorbei und zwischendurch zeigt sich gar die Sonne. Kurz vor 20 Uhr ändert sich die Wetterlage schlagartig. Es beginnt zu tropfen und dann zu schütten.
Innerhalb von kurzer Zeit ist der Platz draussen leergefegt und drinnen im Zeughaus stehen Tische und Stühle, ad hoc aufgestellt, unter tatkräftiger Mitwirkung des Gemeindepräsidenten, der anwesenden Gemeinderäte und vieler helfenden Hände «aus dem Volk». Auch die Tüüfner Gruess Musikanten zügeln hinein und spielen sogleich weiter, zuerst vor allem instrumental, ohne Tonverstärkung. Diese muss von Damian Imhof zuerst wieder Kabel für Kabel gezügelt werden. Doch auch dies erfolgt in helvetischem Eifer und absoluter Zuverlässigkeit.
Die Feststimmung ist ungebrochen. Ausser vielleicht bei einigen Kindern und deren Eltern, weil der beliebte Lampionumzug ins Wasser fällt. Jetzt, wo die Verstärkeranlage wieder läuft, spielen und singen die drei Musikanten mit sichtbarere Freude eine weitere Stunde und begeistern die Anwesenden. Einzelne Tänzchen werden gar gewagt. Kaffee und Dessert, von der Gemeinde offeriert, sind bereit. Spontan und pragmatisch umorganisiert, gemeinsam angepackt, zuverlässig ausgeführt und alles mit einem Lächeln im Gesicht. Vielleicht erfüllen sich doch die Hoffnungen vieler Schweizerinnen und Schweizer, dass wir unsere Werte und was uns ausmacht über die Zeit bewahren und weiterentwickeln können. Heute Abend ist es auf jeden Fall hervorragend gelungen. Dies stärkt das Gemeinschaftsgefühl und gibt Mut für die Zukunft, was schliesslich Ziele des Nationalfeiertages sind. Und all dies ist gelungen, ganz ohne Knalleffekte, laute Töne und bunte Showeinlagen: bodenständig, bescheiden und mit viel Dankbarkeit eben.





























