
Es ist heiss. Jetzt schon. In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen aber noch steigen. «Hier unten war es zum Glück die ganze Woche ziemlich kühl.» Dem vom Wald gespendeten Schatten sei Dank. Gruppenführer André Sick spricht vom Weg zum Badeplatz Strom. 225 Treppenstufen und rund 60 Höhenmeter sind es von Gmünden runter bis zum Fluss, wo Sitter und Rotbach ineinander münden. Und wo die Gemeindegrenze zwischen Teufen und Stein liegt. Während der letzten vier Tage hat André Sick zusammen mit fünf Zivilschützern alle Treppenstufen saniert. «Davor waren überall Rundhölzer drin, die waren aber grösstenteils morsch.» Im Auftrag der Gemeinde haben sie diese alten Rundhölzer entfernt, die Treppenstufen ausgeebnet und mit neuen Dielenbrettern und Eisen befestigt.
«Hier unten war es zum Glück die ganze Woche ziemlich kühl.»
Was die Männer hier machen, nennt sich «EzG» – Einsatz zugunsten der Gemeinschaft. In diesem Fall sorgen sie mit ihrer Arbeit dafür, dass an diesem Hitzewochenende und den ganzen Sommer alle komfortabel und sicher zum beliebten Badeplatz gelangen. Jedes Jahr erledigen die Zivilschützer im Rahmen dieser «Einsätze für die Gemeinschaft» unterschiedliche Arbeiten für die Gemeinden oder den Kanton. Roger Lindenmann, Abteilungsleiter Zivilschutz, sagt: «Ich übersetze ‘EzG’ deshalb auch gerne mal mit ‘Einsatz für die Gemeinden’.» Die Gemeinde gibt den Auftrag und kommt für die Materialkosten auf. Der Zivilschutz führt ihn aus. «Ein Geben und Nehmen.» Auch im Ernstfall agiert der Zivilschutz in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Dann ist es hilfreich, die zuständigen Personen und die örtlichen Begebenheiten bereits gut zu kennen. Für die Truppen, die immer auch für einen Einsatz bei Katastrophen, in Notlagen oder im Kriegsfall bereit sind, ist der «EzG» wichtiges Training. Arbeits- und Kommunikationsabläufe werden dabei geübt und optimiert. «Und auch der Zusammenhalt innerhalb der Truppe wird gefestigt», fügt Samuel Eckert an. Er ist stellvertretender Kommandant.
«Gestern waren wir schnell baden gegen Feierabend. Es ist aber noch sehr kalt.»
Unterdessen ist die Gruppe ganz unten beim Fluss angekommen. Im Wasser ist ein Schwarm Forellen zu sehen. Die Treppe ist wieder ganz bequem begehbar. Das war eine kräftezehrende Arbeit, oder? André Sick lacht. «Es geht, hier war halt das ständige Hoch- und Runterlaufen anstrengend.» Und auch das Einschlagen der Eisen macht müde. «Besonders, wenn man sich das nicht gewohnt ist.» Wo der Boden zu hart war, mussten die Eisen teilweise eingebohrt werden. Ganz unten bei der Brücke hat der Zivilschutz zudem einen kleinen Hangrutsch gesichert. Das Schöne an diesem Arbeitsplatz: Die Abkühlung gibt es gleich mit dazu. «Gestern waren wir noch schnell baden gegen Feierabend», sagt André Sick. «Es ist aber noch sehr kalt, 12 Grad.» «12 Grad? Woher weisst du denn das?», fragt sein Kollege und lacht. «Zuverlässig eingeschätzt nach Gefühl.» Am Wochenende wird die Wassertemperatur vielleicht noch etwas steigen. Dann sollen es draussen mindestens 30 Grad werden.










Der Weg zum Badeplatz Strom
Der Badeplatz Strom ist von der Strafanstalt Gmünden her kommend gut via Wanderweg erreichbar. Einfach zwischen den Gebäuden der Gefängnisse durch spazieren und danach rechts abbiegen. Auf der Karte rot markiert ist der Treppenabschnitt des Wanderwegs, den die Zivilschützer saniert haben.