
Frisches Trinkwasser aus dem Wasserhahn ist bei uns längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Damit bei den 1645 Abonnenten der Wasserversorgung Teufen die 409‘864 Kubikmeter Wasser pro Jahr (JB: 2025) auch reibungslos aus den Hähnen sprudelt, ist aber einiges an Infrastruktur nötig. Ein Kernelement davon sind die Wasserreservoirs. Sie befinden sich an erhöhter Lage, um das Trinkwasser möglichst energieeffizient an Haushalte und Geschäfte abgeben zu können. Genau wie die Wasserleitungen müssen aber auch sie irgendwann erneuert werden. Vor allem, wenn ihnen immer mehr Bezüger angeschlossen werden. «Das heutige Reservoir Frölichsegg hat ein Fassungsvermögen von 100 Kubik – inklusive Löschreserve. Nötig wären heute aber 400 Kubik», sagte Thomas Oehri im Lindensaal. Als Leiter der Wasserversorgung stellt er das Projekt vor, um das es an diesem Mittwochabend geht: den Ersatzneubau für das Reservoir Frölichsegg.
Alarm und Asbest
Dafür beantragt der Gemeinderat einen Objektkredit von 1.28 Mio. Franken – abgestimmt wird am 14. Juni. Nötig ist diese Investition laut Oehri aber nicht nur wegen des Volumens. Das bestehende Reservoir aus dem Jahr 1978 hat nämlich noch andere Probleme: «Die Entleerung geht heute in den Wald, das ist längst nicht mehr zulässig. Zudem wurde im Rohrkeller ein asbesthaltiger Faserzementkanal gefunden und im Aussenanstrich sind PAK enthalten.» Dabei handelt es sich um potenziell krebserregende Kohlenwasserstoffe. Was auch fehlt: eine Drucktüre mit Schauglas und eine Beleuchtung bei der Wasserkammer, passende Filter bei der Be- und Entlüftung, ein Überlauf mit Siphon, eine Hauptleitung mit genügend grossem Durchmesser, eine direkte Signalleitung (heute Mobilfunk) und ein Zähler für die Zonenverbräuche. «Gerade letzteres ist für uns im Alltag sehr wertvoll. Damit können wir einen Rohrbruch sofort lokalisieren und automatisierte Alarme installieren.» Unter dem Strich lassen all diese Mängel nur eine Lösung zu: den Neubau eines deutlich grösseren Reservoirs.


Nur noch eines übrig
Dass auf der Frölichsegg eine neue «Wasserkammer» gebaut werden soll, ist grundsätzlich nicht neu. Dieses Projekt ist Teil des «Generellen Wasserversorgungsplans» GWP der Gemeinde. Dazu gehörten auch der Bau des neuen Hauptreservoirs Schwendi (1600 m3 / 900 m.ü.M.) als Ersatz für Schwendi und Schlipf sowie das auf der Häuslersegg (300 m3 / 1018 m.ü.M.). Dasjenige auf der Frölichsegg liegt auf 974 Metern – ungefähr in der Mitte. «Mit dem Ersatzneubau auf der Frölichsegg geht auch eine Anpassung der Wasserzonen miteinher. Das deshalb, weil wir dank des grösseren Volumens mehr Haushalte beliefern können», erklärt Thomas Oehri. Das bringt Vorteile für die Bezüger, da das Wasser nun mit einem grösseren Grunddruck bei ihnen ankommt. «Das Ziel ist immer 4 Bar. Aber dafür brauchen wir einen Höhenunterschied von 40 Metern. Überall ist das in unserer Gemeinde schlicht nicht möglich.»
Eines müssen wir dann noch ersetzen; in der Zone Ost im Tobel.
Mit der Erhöhung von 100 auf 400 Kubikmetern können aber nicht nur mehr Häuser beliefert werden – auch der Pumpaufwand wird kleiner. «An heissen Tagen wie heute müssen wir die Pumpe in Richtung Frölichsegg teilweise bis zu 4 Mal anwerfen, weil wir unter die Reservemenge fallen. In Zukunft sollte das nicht mehr nötig sein.» Noch ist diese Zukunft aber eine Weile entfernt. Sagt Teufen am 14. Juni «Ja» zum Objektkredit von 1.28 Mio. Franken (siehe Kasten) soll diesen Sommer noch das Baugesuch eingereicht werden. Nach der Ausschreibung im Spätherbst könnten die Bauarbeiten dann im Frühling 2027 beginnen. Das geschieht in zwei Etappen: Zuerst wird die eine «Kammer Ost» mit 200 Kubikmetern Inhalt erstellt und in Betrieb genommen. Erst dann folgt der Abbruch des alten Reservoirs und der Bau der zweiten «Kammer West». Läuft alles nach Plan sollten die Arbeiten im Sommer 2028 abgeschlossen sein.
Damit wäre die Wasserreservoir-Sanierung in Teufen dann fast geschafft. «Eines müssen wir aber noch ersetzen; in der Zone Ost im Tobel. Dort soll es ein neues geben, das dann auch dasjenige in der Wellenrüti ersetzt. Das ist dann aber das letzte.» Mindestens für ein paar Jahrzehnte.
Teure Bauleitung?
Im Vorfeld der Infoveranstaltung erhielt die TP-Redaktion eine Nachricht aus der Leserschaft. Ein Teufner Architekt äusserte sich kritisch zu den im Objektkredit enthaltenen Honorarkosten von 290‘000 Franken: «Bei Baukosten von 1.28 Mio. Franken sind das 22.65 Projekt der Bausumme. Das vorliegende Projekt erfordert weder vom Architekten noch Bauingenieur spezielle Kenntnisse, es ist honorarmässig in die niedrigste Schwierigkeitsstufe einzuordnen. Es ist deshalb erklärungsbedürftig, weshalb ein Betrag von fast einem Viertel der Baukosten für Honorare vorgesehen sind.» Die TP hat Lino Pellegatta, Leiter Infrastruktur und Werkbetriebe, um ebendiese Erklärung gebeten. Er sagt: «Bei solchen Projekten sind Honorarkosten von 15 bis 20 Prozent normal. Dass wir hier etwas darüber liegen, hat damit zu tun, dass Spezialisten beigezogen werden müssen. Konkret sind dies Architekten und Geologen. 22’000 der 290’000 Franken werden dafür eingesetzt.» Dazu kommt: Das ganze Projekt kostet eigentlich 1.61 Mio. Franken. Dass Teufen «nur» über 1.28 Mio. Franken abstimmt, hat mit dem zugesicherten Subventionsbeitrag der «Assekuranz AR» von 330’000 Franken zu tun.