Zum Pfäffikersee

06.03.2026 | Sepp Zurmühle
wanderung_pfäffikersee_2026 (22)

Die lange Strecke umfasst heute 16 Kilometer, die kurze knapp 10. Das Wetter anfangs März könnte nicht schöner sein und die Route kaum abwechslungsreicher. Die Hälfte der Gruppe startet in Luppmen (Hittnau), die andere reist zum gemeinsamen Mittagessen nach Bäretswil an. Es ist auch der Tag, an dem das Umsteigen im ÖV geübt wird.

Seit Ende Februar 2026 bestimmen überdurchschnittlich warme Temperaturen das Wetter. Am 5. März können die Mitglieder der Wandergruppe Tüüfe voll und ganz davon profitieren. Sonnschutz gehört zur Ausrüstung.

33 Personen waren angemeldet. Drei mussten aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen. So machen sich die ersten 14 Mitglieder nach 8.30 Uhr auf den Weg ins Zürcher Oberland. Ab Teufen bedeutet dies vier Mal umsteigen: in St.Gallen, Winterthur, Effretikon und Pfäffikon ZH, wo der Bus zum Weiler Luppmen wartet. Trotz kurzen Umsteigezeiten funktioniert alles hervorragend.

Luppmen

Auf der Busfahrt ab Pfäffikon ZH sehen wir bereits ein erstes Mal den Pfäffikersee von oben. Nach der pünktlichen Ankunft um 10.16 Uhr beginnt der Anstieg im kleinen Weiler Luppmen, der zur Gemeinde Hittnau (Hittni auf Zürichdeutsch) gehört.

Die Gruppe wandert dem gleichnamigen Bach entlang und erreicht schon bald den ersten der beiden Luppmen-Weiher. Im Moment ist dieser noch ein Fischerweiher. Doch es wurden bauliche Mängel am Dammkörper festgestellt, was eine Gefahr für die unterhalb liegenden Häuser bedeutet. Der Gemeinderat von Hittnau hat deshalb im Sommer 2025 beschlossen, die natürliche Geschiebedurchgängigkeit wieder herzustellen und das Gelände naturnah umzugestalten. Danach wir nur noch ein kleiner Teil des Dammes bestehen bleiben. Dies sei wirtschaftlich und ökologisch die sinnvollste Variante.

An der Luppmen entlang führt der Wanderweg durch einen herrlichen Mischwald rund 100 Höhenmeter hinauf auf gut 800 m.ü.M. in eine völlig andere Landschaft. Die Ortsnamen verraten es: Zisetsriet, Grossriet, Pfaffenbrunnen, Graben usw.. Wir befinden uns im Quellgebiet der Luppmen. Rund herum zeigt sich der private Golf- und Country-Club Hittnau, dessen erste Greens bereits kurz nach dem oberen Luppmen-Weiher beginnen.

Vom Rosinli zum Ochsen

Nach der schönen Rietlandschaft folgt ein weiterer kurzer Anstieg hinauf zum Ebnerberg (865m). Einen halben Kilometer weiter talwärts erreicht die Gruppe das beliebte Ausflugsrestaurant, das sich als «Bergrestaurant» versteht und den niedlichen Namen «Rosinli» trägt. Ursprünglich hatte die Wandergruppe geplant, hier oben auf der herrlichen Sonnenterrasse mit Blick über den Pfäffikersee das Mittagessen einzunehmen. Doch während der Planungszeit der Wanderung war die Zukunft des Restaurants zu ungewiss und die Türen blieben geschlossen. In der Zwischenzeit konnten, gemäss Angaben auf der Website, neue Pächter gefunden werden. Heute sind denn auch zahlreiche Handwerker am Werk. Im Frühling soll Wiedereröffnung sein.

Einstweilen geniesst die Gruppe die herrliche Aussicht auf den Pfäffikersee und die dahinter liegenden Schneeberge. Unter anderem sind der Pilatus, die Rigi und die beiden Mythen – trotz leichtem Dunst (Saharastaub?) und gegen die blendende Sonne – gut zu erkennen.

Der Abstieg über Adetswil nach Bäretswil nimmt noch rund 30 Minuten in Anspruch. Wir werden um 12.30 Uhr im Restaurant Ochsen erwartet. Fünf Minuten nach dem Eintreffen unserer Gruppe treffen die restlichen 16 Mitglieder ein, welche sich für den zweiten Teil der Wanderung angemeldet haben. Sie reisten via Rapperswil und Wetzikon an und mussten drei Mal umsteigen. Im gemütlichen Saal des Ochsen wird das Mittagessen – wie abgemacht – speditiv serviert. Die 30 Salate stehen zum Verteilen bereit.

Anreise und Rückreise nehmen heute viel Zeit in Anspruch und die zurückzulegenden Wanderstrecken sind recht lang. So beschränken wir die Mittagspause für einmal auf etwas mehr als eine Stunde. Trotzdem reicht es für Schweins-Ragout oder Gemüsecurry inkl. Nachschlag und zum Abschluss Kaffee oder Espresso. Dem Ochsen-Team wird mit kräftigem Applaus gedankt.

Das Chämptnertobel hinunter

Ein paar Hundert Meter nach dem Restaurant erreicht die Gruppe bereits die ersten Zeitzeugen der Industrialisierung durch die Wasserkraft am Aabach im Kemptnertobel – bzw. Chämptnertobel auf Zürichdeutsch.

Die Staldenmühle ist die oberste der sieben Mühlen am Aabach, die schon in vorindustrieller Zeit bestanden. Sie ist die einzige, deren Wasserrecht nicht für die Gründung einer von über 50 Industrieunternehmungen genutzt wurde. Das Gebäude mit dem Satteldach stammt von 1791. Es gehörte zur Getreidemühle. Die Nebenmühle im Biedermeierhaus von 1824 enthielt eine Flachsreibe, mit der die Flachsstengel zerquetscht wurden, um die Flachsfasern zu isolieren. Zudem wurde eine Sägerei betrieben.

Der abwechslungsreiche und naturschöne Wanderweg am Aabach entlang talwärts führt immer wieder an weiteren Zeitzeugen aus den letzten zwei bis drei Jahrhunderten vorbei. Auf der Website des Industrie-Lehrpfads Zürcher Oberland (Industriepfad Zürcher Oberland – Home) sind mehr als 100 Objekte nach Standorten aufgeführt und näher beschrieben.

Transmission

Besonders interessant finden die Teilnehmenden der Wanderung die beiden recht gut erhaltenden, hohen Steintürme die im Abstand von rund 500 Metern im engen und wilden Tal stehen.

Die ursprünglich drei geheimnisvollen Türme im Kemptnertobel dienten der Versorgung der Fabriken mit Antriebsenergie. Sie wurden für Bäretswiler Webereien erbaut. Im engen Tobel war zwar Wasserkraft, aber zu wenig Baugrund für die Fabrikgebäude, vorhanden. Eigene Elektrizität erzeugten die Textilfabriken um 1875 noch nicht. Deshalb transportierte man die Kraft durch eine Seiltransmission von den Turbinentürmen mit Drahtseilen, die über Seilscheiben liefen, hinauf auf die Talschulter. Dort wurden auf dem ebenen Baugrund die Fabriken errichtet. Detailangaben unter: Transmission.

Noch so viel

Nach dem engen Tobel wird die Landschaft flach, weit und offen. Noch einmal durchwandern wir eine herrliche Rietlandschaft und sehen den Pfäffikersee schon bald am Horizont. Weiter oben konnten bereits Vögel, Enten und ein Graureiher beobachtet werden. Nun dürfen wir in der Mitte des Riets eine tierische Wandergruppe bewundern, die langsam vom See her durch den Riet marschiert: neun Rehe im Abstand von je einem Dutzend Metern.

Nach einem Trinkhalt in der Badi am Pfäffikersee geht die Wanderung durch Schilf und Riet dem Südufer des Sees entlang Richtung Seegräben. Ein letzter Anstieg mit herrlicher Sicht über den See bis nach Pfäffikon ZH hinüber. Schon tauchen die ersten alten Häuser des Dörfchens Seegräben auf. Dieses ist unter anderem bekannt wegen der Jucker-Farm (Kürbisausstellungen, Restaurants usw.) und den jeweils Mitte November stattfindenden Weihnachtsmärkten «Winterzauber».

Es gäbe noch so viel zu berichten. Am besten wandern Sie die Wanderung selber nach. Es lohnt sich. Für uns endet der heutige Tag mit einer Bahnfahrt ab Aathal, via Rapperswil nach Hause, mit drei Mal umsteigen, versteht sich.

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