Gekonnt parkiert

19.02.2026 | Timo Züst

Auf der Traktandenliste der ersten öffentlichen Orientierungsversammlung des Jahres stehen das neue Parkierungskonzept und die Machbarkeitsstudie für eine Doppelturnhalle in Niederteufen. Zwei Dossiers, die einiges an kontroversem Potenzial zu bieten haben. Kritik wurde an diesem Abend Lindensaal aber kaum geäussert – im Gegenteil. Und dann ergriff der Gemeindepräsident noch einmal das Wort.

Diese Luftaufnahme aus dem TP-Archiv (2021) zeigt die alte Turnhalle. Dort bzw. auf dem Schneefeld dahinter könnte die neue Doppelturnhalle entstehen.

Parkuhren für alle

In der Gemeinde Teufen gibt es 595 öffentliche Parkplätze. Bewirtschaftet werden davon bisher aber nur 242. Keine allzu gute Quote. Insbesondere beim Blick auf die Folie mit dem Titel «Projektziele», die gerade hinter Urs Kellenberger aufleuchtet. Der Leiter Bau und Planung übernimmt die Präsentation des ersten Traktandums. Es geht um das neue Parkierungskonzept- und reglement. Und hinter ihm ist gerade zu lesen, dass die Gemeinde eine möglichst flächendeckende Einführung, ein Vereinheitlichen der Bewirtschaftung, den Schutz der Wohnquartiere, kostenverträgliches Parkieren und die Vermeidung von Gratis-, Tages- und Dauer-Parkierenden erreichen will. «Das geltende Reglement von 1993 ist dafür nicht mehr geeignet.» Aber die Erarbeitung eines Reglements allein hätte nicht gereicht. Deshalb geht es heute Abend um Konzept, Reglement und Vollzugsverordnung. «Bei den ersten Anläufen hat man realisiert, dass nur dieser ganzheitliche Ansatz funktioniert», erklärt Urs Kellenberger.

Urs Kellenberger spricht über das neue Parkierungskonzept.

Also der Stufe nach. Auf der Ebene «Konzept» werden nicht nur die Ziele, sondern auch die Parkzonen definiert. Zu den bestehenden «Blau» und den Parkzonen A, B, D1, D2 und E kommen die beiden Zonen C und F dazu (alle «Weiss»). Letztere sind für Parkplätze ausserhalb des Dorfes geschaffen worden. Neu gilt auch dort eine maximale Parkzeit von 10 («C») bzw. 6 («F») Stunden. «Dabei geht es um Gebiete wie Jonewatt, Hauteten oder Steineggwald. Dort sollen Erholungssuchende weiterhin lange gratis parkieren dürfen. Aber das dauerhafte Abstellen von Fahrzeugen oder Anhängern können wir so in Zukunft unterbinden.»

Zudem wurden zwei Anpassungen innerhalb bestehender Parkzonen vorgenommen – das betrifft «D1» und «D2». Ein Beispiel dafür ist das Landhaus: Hier wird die Gratis-Parkzeit von 4 auf 6 Stunden und die maximale Parkzeit von 72 auf 48 Stunden gekürzt. «Wie überall gilt aber auch hier: Wer eine Tages- oder Monatsbewilligung besitzt, kann länger parkieren.» An diesen Bewilligungen hält das Konzept fest – genauso wie an den geltenden Gebühren. Aber: Neu sollen alle Parkplätze bewirtschaftet werden – auch der Zeughausplatz. «Dort haben wir uns für eine Mischlösung entschieden, um möglichst allen Bedürfnissen gerecht zu werden», sagt Urs Kellenberger. Die sieht so aus: Neu soll es 60 Parkplätze in der Zone F (6h gratis / 24h max.) inkl. 2 bis 3 LKW-Parkplätze und 33 Plätze in der Zone B (3h gratis / Tages- und Monatsbewilligungen erlaubt) geben. «Und natürlich können wird das Areal für Grossanlässe wie die Viehschau weiterhin sperren.»

Nicolas Scherrer betont: An den Gebühren ändert sich nichts.

Damit ist er auf der Stufe Reglement angelangt. Hier übernimmt Nicolas Scherrer (Betriebe und Sicherheit). Und er hat gute Neuigkeiten für die Parkierenden: Der Gebührenrahmen bleibt gleich. Das bedeutet, dass die Gemeinde pro Stunde maximal 2 Franken, für Tagesbewilligungen 5 bis 8 Franken und für Monatsbewilligungen 40 bis 80 Franken verlangen darf. «Der Vollzug des Reglements obliegt dann dem Gemeinderat. Und dieser hat in zweiter Lesung bereits entschieden, dass die Preise für Tages- und Monatsbewilligungen bei 5 und 40 Franken bleiben werden.»

Kurz gesagt: Die neue Parkierungsordnung in Teufen ist vor allem organisatorischer Natur. An den Tarifen und Parkierungszeiten ändert sich eher wenig. Was neu ist: In Zukunft müssen sich Auto- oder Töfffahrende (oder Anhänger-Abstellende) immer bei der Parkuhr über die geltenden Regeln informieren – ganz ohne Bewirtschaftung soll nämlich möglichst kein Platz bleiben. «Diese Umsetzung wird uns einmalig 67’000 Franken und später rund 58’000 Franken jährlich für die Bewirtschaftung kosten. Demgegenüber rechnen wir mit Einnahmen von 120’000 Franken», sagt Urs Kellenberger. Mit der Differenz wird der Parkplatzfonds geäufnet (heute rund 600’000 Franken). Denn das Strassengesetz sagt: Durch Parkplatzbewirtschaftung eingenommenes Geld muss auch wieder in Parkierungen investiert werden. «Es ist zweckgebunden.»

Wie geht es nun weiter? Am kommenden Montag startet das 30-tägige Mitwirkungsverfahren. Die entsprechenden Unterlagen werden dann auf www.mitwirken-teufen.ch aufgeschaltet. Was nach dem 24. März passiert, erklärt der zuständige Gemeinderat Harry Ramsauer: «Die eingegangenen Rückmeldungen werden bearbeitet und dann kommt der Einführungsbeschluss durch die Gemeinde. Wird daraufhin das fakultative Referendum nicht ergriffen, folgen Genehmigung durch den Regierungsrat, Inkraftsetzung, öffentliche Auflage und Neu-Signalisationen.»

Doppelturnhalle in Niederteufen?

Auch das zweite Traktandum betrifft das Ressort von Gemeinderat Harry Ramsauer: Bau und Umwelt. Und auch hier spielt das Parkieren eine zentrale Rolle. Aber der Reihe nach. Präsentiert werden die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie für eine Doppelturnhalle in Niederteufen. Der Bedarf dafür ist schon lange angezeigt und wurde mit dem Gemeindesportanlagenkonzept (GESAK) von 2023 bestätigt. «Die Auslastung durch Schule und Vereine liegt in Niederteufen bei 100 Prozent», sagt Harry Ramsauer. Eine mögliche Lösung dafür: eine sogenannte «Doppelturnhalle B». Worum es sich dabei handelt, erklärt Martin Zoller (Leiter Hochbau). «Bei so einer Turnhalle gibt das Baspo (Bundesamt für Sport) sehr vieles vor. Inklusive Garderoben-Grösse oder Grundriss. Auch die Aufteilung ist geregelt: Ein Drittel muss sich abtrennen lassen. Dieser Drittel ist übrigens für Geräte- und der grössere Teil für Ballsportarten gedacht.» Mit diesen Beispielen veranschaulicht er, wie wenig Spielraum die Gemeinde bei der Ausgestaltung des Baukörpers hat.

Gemeinderat Harry Ramsauer ist an diesem Abend gleich doppelt gefordert.

Daraus ergaben sich zwei mögliche Standort beim Schulgelände Niederteufen: Die noch freie Wiese bei der Rütiholzstrasse oder der Standort der jetzigen Turnhalle bei der Schulhausstrasse. Beide haben Vor- und Nachteile. Weil bei der Rütiholzstrasse «auf der grünen Wiese» gebaut würde, könnte die alte Halle während der Bauphase in Betrieb bleiben. «Negativ fällt hier vor allem die Überpräsenz des Baukörpers im Siedlungsbild ins Gewicht», sagt Martin Zoller. Auch die Realisierung einer Tiefgarage wäre kompliziert und teuer. Denn aufgrund des geneigten Geländes bräuchte es eine lange Einfahrtsrampe. «Das gilt allerdings auch für die Variante bei der Schulhausstrasse. Zudem käme hier erschwerend hinzu, dass aufgrund der engen Platzverhältnisse aufwändige Baugrubensicherungen nötig wären.» Eine Lösung musste her. Und diese fanden die Architekten der Machbarkeitsstudie in Form der ehemaligen Zivilschutzanlage (SanHist) unterhalb des Schulhauses Rot. «Sie ist ideal. Nicht nur, weil wir so bestehende Bausubstanz verwenden können, sondern auch, weil damit der kostspielige Aushub für das Parkhaus wegfällt», erklärt Martin Zoller. Erschlossen würde das Parkhaus über die Schulhausstrasse.

Martin Zoller präsentiert die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Doppelturnhalle.

Aber wo soll denn nun die Halle stehen? Hier ergreift Harry Ramsauer noch einmal das Wort: «Der Gemeinderat hat sich entschieden. Und zwar für die Variante an der Schulhausstrasse. Hier fügt sich das Bauwerk viel besser in die Umgebung ein. Das riesige Bauwerk auf der Wiese ist für uns nicht vertretbar.» Das bedeutet aber auch, dass es für den Schulsport während der Bauzeit und für die Aussensportanlagen, die weichen müssen, eine Lösung braucht. Immerhin für letzteres ist bereits ein Platz gefunden: ein Teil ebenjener grünen Wiese in Richtung Rütiholzstrasse.

Am Ende auch hier die Frage: Wie geht es jetzt weiter? Und wann wird frühestens in der neuen Halle geturnt? Ersteres ist einfacher zu beantworten. Die inzwischen gegründete Arbeitsgruppe mit Vertretenden aus Gemeinderat, Schulleitung, Quartierbewohnenden sowie Vorstandsmitgliedern von TV und FC Teufen macht sich an die Arbeit. Irgendwann fällt dann der erste Urnenentscheid über den Projektierungskredit. Daraufhin wird ein Bauprojekt erstellt und noch einmal abgestimmt – über den Ausführungskredit. Erst dann startet die Realisierungsphase. Wann diese sein könnte, weiss auch Gemeindepräsident Reto Altherr nicht: «Wir stimmen heuer oder Anfang 2027 über den Tunnel-Kredit ab. Diese Abstimmung wird für unsere Finanzplanung wegweisend sein. Wann wir ein solches Turnhallen-Projekt umsetzen können, kann ich Ihnen heute wirklich noch nicht sagen.»

Dafür hatte der Gemeindepräsident aber noch etwas anderes zu verkünden. Nämlich seinen Beschluss, bei den Gesamterneuerungswahlen 2027 nicht mehr anzutreten. «Meine Freude und Faszination für dieses Amt sind ungebrochen. Aber man muss auch die zeitlichen Realitäten berücksichtigen.» Reto Altherr ist 66 Jahre alt und wird noch bis Ende Mai 2027 Gemeindepräsident von Teufen sein. Hier geht es zum Interview mit ihm.

Man muss die zeitlichen Realitäten berücksichtigen

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