Mit Badiwasser gegen das Feuer

16.08.2022 | Timo Züst
übung_badi (6)

Die Feuerwehr Teufen Bühler Gais trainierte gestern Abend die Löschung eines Hausbrands. «Gebrannt» hat das Lager der «Lentec» an der Bühlerstrasse. Das Szenario stellte die beiden Teufner Löschzüge vor mehrere Herausforderungen – nebst Verkehr und Bahn war vor allem die Löschwasser-Beschaffung aussergewöhnlich.

Sie ist mittlerweile fast jeden Sommer das grosse Thema in den Medien: die zunehmende Trockenheit. Auch heuer führen viele Flüsse zu wenig Wasser. Das gefährdet deren gesamtes Ökosystem. Aber nicht nur Fische, Krebse oder Larven stellt der Wassermangel vor Herausforderungen – auch die Feuerwehr ist auf Flüsse angewiesen. «Sie sind im Notfall ein wichtiger Teil unserer Wasserversorgung», sagt Kommandant Dominik Krummenacher. Zwar bezieht die Feuerwehr Teufen Bühler Gais ihr Löschwasser in erster Linie von Hydranten, aber: «Wir müssen immer auf einen ‘Knaller’ im System vorbereitet sein.» Ein solcher ‘Knaller’ bzw. ein Leitungsbruch wäre im Ernstfall ein Worst-Case-Szenario. Darauf muss die Feuerwehr vorbereitet sein. Deshalb gehört die Erschliessung einer zweiten Wasserquelle (z.B. Feuerweiher) zum Standard-Prozedere – auch im Übungsfall. Aber was tun, wenn der nächstgelegene Bach wegen einer Trockenperiode kaum Wasser führt? Diesen Fall übte die TBG am Montagabend bei der «Lentec» an der Bühlerstrasse.

Wasser von der Badi

«Wie sie die Leitung legen, müssen sie selber wissen.» Christian Heim trägt eine weisse Weste über der Feuerwehr-Uniform. Sie weist ihn als einen der Übungsleiter aus. Er ist an diesem Abend besonders oft im Laufschritt unterwegs. Seine Aufgabe: die Überwachung der Wasserzufuhr. «Wie Sie sehen, haben wir den zweiten Hydranten abgedeckt. Zudem hat der Bach in diesem Szenario kaum Wasser. Die Jungs müssen also eine andere Quelle finden.» Die Lösung: das Freibad Teufen. Genauer: das grosse Schwimmbecken. Darin befinden sich rund 1,8 Mio. Liter Wasser. Mehr als genug für einen Löscheinsatz. Aber der grosse Vorteil ist nicht nur die Menge, sondern die gute Erreichbarkeit. «Den Bach müssten wir erst an einer passenden Stelle aufstauen. Bei der Badi können wir hinfahren, Saugrohr reinlegen, Pumpe anwerfen und fertig.»

Die rund 400 Meter Schlauch vom Freibad die Glöbsistrasse und untere Schwendi entlang sind rasch gelegt. Vor dem Übungsobjekt wird nun gespannt auf Wasserdruck und Durchlaufleistung gewartet. «Wir haben das natürlich durchgerechnet. Aber die Frage ist, ob es nun wirklich klappt», sagt Dominik Krummenacher. Das Badi-Wasser wird von einer Motorspritze mit einem Ausgangsdruck von bis zu 15 Bar zum 20 Meter höher gelegenen Haus an der Bühlerstrasse gepumpt. Ziel ist ein Mindestdruck von 2 Bar mit einer Durchlaufleistung von 800 Liter in der Minute. «Das müssen wir haben, um die nötige Löschleistung bringen zu können.» Diese Zahlen werden mühelos erreicht. Druck und Durchlaufleistung liegen weit über der Norm. «Damit wären wir definitiv einsatzfähig», so der Kommandant. Damit hat die Feuerwehr auch Informationen für ähnliche Situationen bzw. Ernstfälle in der Nähe gesammelt. «Wir wissen nun, dass wir das Wasser von der Badi aus auch weiter transportieren könnten – Richtung Dorf, nach Bühler oder sogar in die Obere Schwendi.»

Verkehr und Rettung

Bei der Übung am Montagabend waren die beiden Teufner Löschzüge im Einsatz. Nicht nur die Wasserbeschaffung war eine Herausforderung. Insbesondere der Verkehr auf der vielbefahrenden Bühlerstrasse machte den Feuerwehrleuten zu schaffen. «Das ist nicht einfach. Im Ernstfall würden wir die Strasse kurzerhand sperren. Aber bei einer Übung ist das natürlich keine Option», sagt Dominik Krummenacher. Stattdessen werden die Feuerwehr-Fahrzeuge am Strassenrand parkiert und eine Fahrspur bleibt offen – mit der nötigen Verkehrsregelung. «Das mag stressig sein, gehört aber auch dazu. Im Notfall müssen wir damit klarkommen.» Auch das Gebäude selbst fordert die Einsatzkräfte. Es ist verwinkelt, kaum beleuchtet und besteht hauptsächlich aus Holz. Erste Priorität: die Menschen-Rettung. Das gelingt teilwiese mit der grossen Autodrehleiter. Vermisste Personen im Gebäude müssen hingegen mit Atemschutztrupps von zwei bis vier Feuerwehrleuten gesucht werden. Wie intensiv im Ernstfall gelöscht würde, hätte mit der Kraft des Feuers zu tun. «Würde ein solches Haus im Vollbrand stehen, ginge es hauptsächlich darum, einen Übergriff auf andere Gebäude zu verhindern.»  tiz

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