Ergreifende Passionsmusik von Schütz und Duruflé

24.03.2026 | Gottlieb F. Höpli

Mit fünf Motetten von Heinrich Schütz und dem Requiem von Maurice Duruflé hat das Collegium Musicum Ostschweiz (CMO) zwei eher seltene Perlen der Chormusik nach Teufen gebracht.

Dreihundert Jahre liegt die Entstehungszeit der beiden Chorwerke (1648 und 1948) auseinander, die da zwei Wochen vor Ostern in der Grubenmannkirche aufgeführt wurden, und doch berührten beide die Herzen der Zuhörer auf ihre je eigene Weise zutiefst. Eckart Manke, dem Leiter des CMO, und den Ausführenden ist für eine Stunde ergreifender Passionsmusik zu danken.

Sogar mehr noch als beim Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, das vom CMO vor Weihnachten aufgeführt wurde, überzeugte uns die Leistung der Sängerinnen und Sänger des CMO an diesem «Passionssonntag» (so heisst der zweitletzte Sonntag vor Ostern im Kirchenjahr auch offiziell): Straff geführt, textgetreu und mit kompaktem Chorklang die starken Affekte des frühbarocken Meisters nachzeichnend: Klage, Trauer, aber auch Trost und Zuversicht. «Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott zu unsern Zeiten» – die innige Bitte um Frieden ist ja auch im Frühjahr 2026 nicht weniger aktuell als zur Zeit des Dreissigjährigen Krieges.

Hierzulande selten aufgeführt und doch ein ergreifendes Meisterstück französischer Chormusik ist Maurice Duruflés Requiem aus dem Jahr 1948, bei allem Verzicht auf äusserliche Dramatik von tiefster Intensität. Ein sanftes «Wiegenlied des Todes», wie es einmal genannt wurde, dem der Chor, vor allem mit seinen stark besetzten Frauenstimmen, in überzeugender Weise gerecht wurde. Alle neun Teile des Meisterwerks enden in einer tiefen Stille, die sich nach dem letzten Ton noch lange auf das Publikum übertrug – eindrücklich!

Für sein Requiem komponierte der Pariser Organist Duruflé auch einen wunderbaren Orgelpart, dem Andrea Manke eine rundum überzeugende Wiedergabe angedeihen liess – unsere Teufner Organistin demonstrierte dabei auch gerade, wieviel französischen Melos die Metzler-Orgel zu verströmen weiss, wenn man sie so gut kennt wie eben ihre allsonntägliche Gottesdienst-Partnerin. Zum nachhaltigen Eindruck diese Passionsmusik trugen auch die beiden Gesangssolisten bei: Der dunkel glühende Mezzosopran von Lena Sutor-Wernich, der sich im französischen Fach hörbar wohlfühlte, und der männlich-kernige Bass von Raimund Nolte.

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