Im Schiesssportzentrum Teufen trainieren bei idealen Bedingungen Appenzeller Sportschüler, Kaderathleten, Vereine, Polizeikorps und andere Organisationen. Doch der erste Schweizer Labelstandort muss auch gezielt Altlasten abbauen. Der Kostenvoranschlag sah für das Projekt 1.85 Mio. vor, die Abrechnung beläuft sich auf 3.187 Mio.
Von Urs Huwyler
Die Belegungszahlen im Schiesssportzentrum entsprechen den Erwartungen, die Aktiven finden mit Pistole (10m/25m) und Gewehr (10m/50m) ideale Bedingungen vor. Teufen entwickelt sich zu einem Stützpunkt für Kaderathleten, die Polizeikorps Appenzell, St. Gallen und die Stadtpolizei nützen neben Vereinen die Indoor-Anlage zur Aus- und Weiterbildung und die Zusammenarbeit mit der Sportschule Appenzellerland (sechs Schüler) ist aufgegleist.
Der Betrieb läuft seit Mitte Februar. Die Entwicklung des ersten Schweizer Labelstandorts sieht mittelfristig Events (u. a. Firmenanlässe) aller Art vor. Auch die Durchführung von Wettkämpfen soll überregional zu einer weiteren Aufwertung führen.
Sportlich verläuft der Betrieb damit zur Zufriedenheit der Initianten und Genossenschafter, die jedoch wegen der Finanzierung Überlegungen anstellen und treffsichere Ideen entwickeln müssen.
Entweder schossen die Idealisten bei der Planung der doppelstöckigen Anlage am Ziel vorbei, es ergaben sich unvorhersehbare technische Probleme oder es wurde jeweils die luxuriöse Lösung gewählt.
Leistungen entschädigen
Gründungspräsident Armin Sanwald und Vizepräsident Peter Gloor erklären die Mehrkosten von über 1.3 Mio. hauptsächlich mit den schlechten Bodenverhältnissen. «Diese bedingten zusätzliche Fundamente und Hangsicherungen auf der ganzen Länge des Gebäudes», erklären die Initianten. Dazu gekommen seien während der Bauphase neue Vorschriften für die Schiessraum-Beleuchtung und die Lüftung.
«Sowohl dem Personal als auch den Polizeikorps, den Sportschülern oder Vereinsschützen müssen gute Bedingungen mit einer entsprechenden Luftqualität garantiert werden. Die Mehrkosten sind nicht für Zusatzwünsche entstanden, sondern bringen den Benützern idealere Trainingsbedingungen», betonen Gloor und Sanwald.
Die Anlage weist internationalen Standard auf, so dass grundsätzlich Gegenwerte für die zusätzlich investierten 1.3 Mio. vorhanden sind. Was nichts daran ändert, dass derzeit ein Loch klafft.
«Unser primäres Ziel muss sein, dass die von den Unternehmern erbrachten Leistungen so schnell wie möglich entschädigt werden. Abklärungen und Verhandlungen für die Mehrkostenfinanzierung laufen, Gesuche sind eingereicht», sagen Gloor/Sanwald.
Sie stellen sich eine Lösung wie bei der Erstfinanzierung vor. Dafür erhielten sie Gelder von Kanton, Gemeinde, Swisslos und 473’000 Fr. durch die Genossenschafter. Total ergab dies 1.105 Mio. Zusammen mit dem Darlehen der Gemeinde stand eine Bausumme von 2.005 Mio. zur Verfügung.
Weitere Sponsoren gesucht
Gefordert sind daneben auch Verbände, Sponsoren und Vereine. Ergänzend könnte eine Aktion «Freunde der Schiesssportanlage Teufen» Sinn machen. Der FC St. Gallen oder St. Otmar haben in der Vergangenheit ebenfalls an die Solidarität der Sportfreunde appelliert.
«Auch in dieser Richtung sind wir aktiv, klären ab, was möglich ist», erklären Peter Gloor und Armin Sanwald.
SUVA-Testresultate
Die SUVA nahm in Teufen Schadstoffmessungen vor. Erste Ergebnisse liegen vor.
25m:
Es wurden während 120 Minuten rund 1200 Schuss der nicht schadstoffoptimierten Pistolenpatrone 41 verschossen. Gemessen wurde stationär direkt neben den Schützen und hinten neben dem Steuertisch sowie personenbezogen auf dem Instruktor.
Die Messungen umfassten Staub- und Schwermetallmessungen sowie Kohlenmonoxid. Die Messresultate ergaben für das als Schadstoffleitkomponente zu betrachtende Blei Belastungen des Instruktors von unter einem Hundertstel des Arbeitsplatzgrenzwertes.
Verglichen mit den Erfahrungen von anderen Raumschiessanlagen unter vergleichbaren Rahmenbedingungen ist dies ein ganz hervorragender und ungewöhnlich tiefer Wert, der auf ein gut durchdachtes und funktionierendes Lüftungssystem hinweist.
Für berufliche Schiessinstruktoren stellen die Verhältnisse in Teufen eine erhebliche Verringerung der Belastung mit gesundheitsschädlichen Stoffen dar.
50m:
Gemessen wurde während rund 90 Minuten im Trainings-Schiessbetrieb mit 3 Schützen. Messpunkte stationär neben den Schützen und neben dem Steuerpult, personenbezogen auf einem Schützen. Verschossen wurde herkömmliche Munition. Es resultierten dieselben hervorragenden Resultate.
Insgesamt präsentieren sich die Resultate der Schadstoffmessungen als höchst erfreulich. Suva/Abteilung GA
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