Zwei ungleiche Lager stehen sich gegenüber

01.04.2015 | Erich Gmünder
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Die Qual der Wahl: Stimmzettel der verschiedenen Parteien für die Wahlen vom 12. April. Foto: EG

Alle Kandidaten für Gemeinderat und GPK auf einen Blick PDF

Alle Kandidaten für den Kantonsrat auf einen Blick PDF

Erich Gmünder

Bei den Gesamterneuerungswahlen vom 12. April steht der breiten bürgerlichen Allianz von SVP, FDP und Gewerbe eine kleine, heterogene Gruppe um die SP gegenüber.

Ihr Auftritt markiert Stärke und Machtanspruch: In einem gemeinsamen Flyer stellen sich die sieben Männer der bürgerlichen Allianz vor. Mit vier Kandidaten für den Kantonsrat, zwei für den Gemeinderat und einem für die GPK sind das exakt so viele Kandidaten, wie freie Sitze zur Verfügung stehen – immer vorausgesetzt, dass alle Bisherigen wieder gewählt werden.

Bea Weiler: Erfahrung und Frauenbonus

Bea Weiler, die von der SP nominiert wurde, bringt als langjähriges Mitglied der Schulkommission sowie als Parteipräsidentin unter den neuen Gemeinderatskandidaten wohl am meisten politische Erfahrung mit, verfügt aber mit der relativ kleinen Partei im Rücken nicht über eine eigentliche Hausmacht. Ihr könnte die Kampagne der Frauenzentrale helfen, welche die Frauen dazu aufruft, Frauen zu wählen.

Die beiden parteiunabhängigen Kantonsratskandidaten Martin Ruff und Peter Renn – der ebenfalls parteiunabhängige Urs Alder wurde aufs bürgerliche Ticket genommen – haben ebenfalls keine Hausmacht im Rücken, werden jedoch von der SP unterstützt.

Walter Grob hält sich zurück

Wenn es um die Wiederwahl der Bisherigen geht, hat die bürgerliche Allianz keine einheitliche Strategie. Gewerbe und SVP haben Walter Grob das Vertrauen als Gemeindepräsident und als Gemeinderat entzogen, für das Gewerbe ist auch ihr Mitglied Martin Ruff nicht mehr wählbar, während die beiden von der FDP und der SP nach wie vor unterstützt werden.

Walter Grob wurde beim Umgang mit der von der GPK vor über einem Jahr publik gemachten Entschädigungsaffäre sowie dem SSZ-Debakel mangelnde Führung attestiert. Er verzichtet auf besondere Anstrengungen, ist aber wie die übrigen Kandidatinnen und Kandidaten an den Versammlungen der Parteien und Einwohnervereine präsent.

Martin Ruff in der Offensive

Im Gegensatz dazu ist Martin Ruff in die Offensive gegangen. Er kämpft offensichtlich nicht nur für den Einzug in den Kantonsrat, sondern ebenso sehr um die Wiederwahl in den Gemeinderat. Ruff hat sich anlässlich der FDP-Nominationsversammlung unter Druck als derjenige Gemeinderat geoutet, der von der Gemeinde einen Zuschuss von 13‘250 Franken an seine Weiterbildungskosten zugesprochen erhielt, die er nun gemäss Vereinbarung zwischen GPK und Gemeinderat zurückzahlen muss. Ob ihm der Befreiungsschlag mit dem Coming-out gelungen ist, ist schwer abzuschätzen. Er hat einen aufwendigen Flyer im Leporello-Format an alle Haushalte streuen lassen, worin sich verschiedene Bürgerinnen und Bürger für ihn einsetzen.

Für Spannung ist gesorgt

Auch nach dem überraschenden Rückzug der Aufsichtsbeschwerde der GPK bleiben viele Fragen offen. Aus Sicht vieler Bürger ist es unbefriedigend, über die Wiederwahl von Behördenmitgliedern entscheiden zu müssen, von denen man nicht weiss – oder nicht wissen darf –, was sie sich im Amt haben zuschulden kommen lassen. Das könnte sich vor allem bei der Stimmbeteiligung oder der Anzahl leer eingelegter Stimmzettel auswirken.

Immerhin haben sich mehr Kandidaten aufstellen lassen, als freie Sitze zur Verfügung stehen, so dass die Bürgerinnen und Bürger eine echte Auswahl haben – im Gegensatz zu anderen Gemeinden an sich schon eine erfreuliche Feststellung.

Erich Gmünder

Kantonsrat – neu sieben Sitze

Teufen verfügt im Kantonsrat neu über sieben Sitze. Nach drei Rücktritten sind deshalb vier Sitze neu zu besetzen. Die FDP nominierte für ihre beiden zurücktretenden langjährigen Mitglieder Richard Wiesli und Reto Altherr mit Oliver Schmid und Patrick Kessler zwei offizielle Kandidaten, unterstützt aber auch den SVP-Kandidaten Peter Zeller und den ihr nahestehenden Parteiunabhängigen Urs Alder, der sich bereit erklärt hat, im Falle einer Wahl in die FDP-Fraktion einzutreten. Die FDP könnte somit inklusive der Bisherigen Monica Sittaro ihre Vertretung von drei auf vier Sitze erhöhen. Gemeindepräsident Walter Grob politisiert im Kantonsrat in der FDP-Fraktion, ist aber offiziell parteiunabhängig.

Die SVP versucht den zurücktretenden Kantonsrat Christian Meng mit Peter Zeller zu ersetzen. Zusammen mit dem Bisherigen Edgar Bischof strebt sie damit wieder zwei Sitze an. EG

Einladung zum Wahlapéro am 12. April

Der Gemeinderat lädt am Sonntagnachmittag, 12. April, 17 Uhr zu einem Wahlapéro in die Aula des Schulhaus Landhaus ein. Die Parteien haben sich bereit erklärt, die Organisation zu übernehmen. pd.

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