«Wir wollen helfen»

04.03.2022 | Timo Züst
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Gemeindepräsident Reto Altherr steht in Kontakt mit Kanton und anderen Gemeindepräsidenten. Sie suchen gemeinsam nach effektiven Hilfsmassnahmen. Foto: tiz

Plötzlich ist Krieg. Und das ganz nahe. Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hat die Welt geschockt. Vorbereitet war niemand – weder Hilfswerke noch Politik. Klar ist aber: Man will helfen. Auch der Kanton Appenzell Ausserrhoden und die Gemeinden. Gleichzeitig wappnet man sich für einen Ernstfall, der hoffentlich nicht eintritt.

Gemeindepräsident Reto Altherr trägt noch das Headset. Er war gerade via Videokonferenz im Gespräch mit dem Kanton und den Ausserrhoder Gemeindepräsidenten. Thema: der Ukrainekrieg. «Die Situation ist unwirklich, schockierend und macht uns alle betroffen. Und natürlich wollen wir helfen. Die Frage ist nun, wie wir das am effektivsten tun können.» Teufen ist zwar rund 1200 Kilometer von der ukrainisch-polnischen Grenze entfernt, trotzdem werden die ersten Flüchtenden kommende Woche erwartet. «Eine der wichtigsten Fragen ist nun: Wo werden sie untergebracht?» Eine eindeutige Antwort darauf kann Reto Altherr heute noch nicht geben – Kanton und Gemeinden prüfen diverse Optionen. Sie stehen dabei auch in intensivem Kontakt mit Privaten und Hilfsorganisationen. Dazu gehören lokale Anstrengungen wie die von Diakon Stefan Staub. Er hat einen Car organisiert, der am Monat in Richtung Ukraine aufbrechen soll, um rund 70 Flüchtende in die Schweiz zu holen. Für einen Teil von ihnen werden nach wie vor Unterkünfte gesucht (Sie wollen helfen? Mehr dazu hier). «Noch haben wir keine pfannenfertige Lösung. Aber wir arbeiten daran», so Gemeindepräsident Reto Altherr.

Kommunikation ist der Schlüssel

Die Erinnerung ist noch frisch. Vor ziemlich genau zwei Jahren klingelte das Telefon im Büro der Gemeindekanzlei ähnlich häufig – damals war kein Krieg, sondern eine Pandemie ausgebrochen. «Die wichtigste Lehre aus jenen ersten Tagen war: Wir müssen aktiv kommunizieren», sagt Gemeindeschreiber Markus Peter. Was er damit meint: Die Gemeindeführung beschäftigt sich intensiv mit dem Thema, möglichen Auswirkungen und Massnahmen. Aber bis jetzt drang davon noch wenig an die Öffentlichkeit. «Die Bevölkerung soll wissen: Wir suchen nach Lösungen und tun, was wir können.»

Für den Ernstfall gewappnet

Die Bilder, die am Freitag durch die Medien flirrten, schreckten auf: Bei einem AKW in der Ukraine hat es gebrannt. Inzwischen gaben diverse Experten zwar Entwarnung – es kam zu keinem Austritt radioaktiver Strahlung. Trotzdem werfen solche Nachrichten berechtigte Fragen auf: Wären wir für den Notfall überhaupt gerüstet? Die Kantonskanzlei antwortet darauf mit einer Medienmitteilung. In der Kurzfassung sagt sie: Ja, wären wir. Jod-Tabletten und Schutzräume sind bereit. Die ganze Mitteilung lesen Sie hier:

Appenzell Ausserrhoden ist für einen Ernstfall gewappnet. In der aktuellen Situation sind aber für die Bevölkerung keine besonderen Massnahmen nötig. Das Amt für Militär und Bevölkerungsschutz hat vorsorglich die Zuteilung der Schutzräume für die Ausserrhoder Bevölkerung sowie deren Versorgung mit Jod-Tabletten überprüft.

Angesichts der Auseinandersetzungen in der Ukraine hat Appenzell Ausserrhoden geprüft, ob der Schutz der Bevölkerung vor einer Bedrohung gewährleistet ist. Dabei wurde die Zuweisung der Bevölkerung in Schutzräume sowie die Verteilung von Jod-Tabletten an die Bevölkerung überprüft. Die Umsetzung allfälliger Massnahmen erfolgt erst, wenn der Bundesrat eine entsprechende Weisung an die Kantone erlässt. In der aktuellen Situation sind für die Bevölkerung keine besonderen Massnahmen nötig. 

Das Amt für Militär und Bevölkerungsschutz ist in der Lage, innerhalb kurzer Frist die Zuteilung für die Einwohnerinnen und Einwohner zu den Schutzräumen zu erstellen. Sollte der Bund entscheiden, dass die Zuteilung erfolgen muss, wird die Bevölkerung mittels persönlichem Schreiben informiert. Ebenfalls ist eine Webplattform vorbereitet, die zeitgleich mit dem Versand der Schreiben aufgeschaltet würde. Auf dieser Plattform könnte die Zuteilung zu den Schutzräumen elektronisch abgefragt werden. Ebenso ist die allfällige Versorgung der Bevölkerung mit Jod-Tabletten gewährleistet. Diese werden zentral gelagert und könnten innert Kürze über die Gemeindeführungsstäbe an die Bevölkerung verteilt werden. Der Bevölkerungsschutz baut auf der bewährten und vielfach geübten Zusammenarbeit zwischen den kantonalen und kommunalen Führungsorganisationen auf.

Weitere Informationen sind auf der Homepage des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz zu finden.

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