Wer steht da am Beckenrand?

09.06.2023 | Nerina Keller

Nerina Keller

Abkühlen, Glacé essen, spielen und die Bücher lesen, die schon seit Wochen rumliegen. Für viele ist ein Freibad-Besuch der Inbegriff des Sommers. Während die Gäste entspannen, ist das Team von Albert Müller für Sicherheit, Sauberkeit und ein rundum gutes Badeerlebnis in vollem Einsatz. Die TP hat der Badi einen Besuch abgestattet und die Mitarbeitenden für Sie portraitiert.

Folgende Mitarbeiterinnen sind ebenfalls in der Badi angestellt, hatten an diesem Tag aber frei.

Rahel Hautle, Bademeisterin stv. 

Bernadette Fässler, Wasseraufsicht

Karin Fässler, Wasseraufsicht

Stefanie Gugger, Wasseraufsicht

Conny Kid, Wasseraufsicht

Brigitte Lämmler, Reinigung der Badi am Abend


Markus, 60, aus Speicher, Schichtführer

«Bei der Rutschbahn gibt es immer am meisten zu tun», sagt Markus. Fotos: nek

Früher war Markus in Führungsfunktionen tätig. Mittlerweile ist er pensioniert und arbeitet im Sommer in der Badi. Heuer ist seine fünfte Saison. Er überwacht den Badebetrieb, macht Wassermessungen, leistet «Pflästerlidienst», ist für allerlei Fragen der Badigäste da. Auch, wenn diese eine Luftmatratze aufblasen wollen. Die Rutschbahn ist der «Hotspot» der Badi, dort braucht es die strengste Aufsicht. Jugendliche zurechtzuweisen, war früher nie Teil seiner Arbeit. Es macht ihm aber nichts aus, dafür zu sorgen, dass es auf der Rutschbahn mit rechten Dingen zu- und hergeht. Im Winter zieht es Markus in den Süden und ans Meer. Was er nämlich überhaupt nicht mag, ist kaltes Wasser. Im Sommer ist er gerne mit Motorrad oder Bike unterwegs. Ausserdem pflegt er den Garten und macht einen Grossteil des Haushalts. Seine Partnerin arbeitet noch. «Da ist es doch naheliegend, dass ich zu Hause umso mehr anpacke.»

Das Schönste am Job in der Badi? «Selbständig draussen arbeiten und dabei Kontakt mit Menschen haben.»

Das Anstrengendste am Badi-Job? «Die Lautstärke den ganzen Tag über an extrem heissen und strengen Tagen.»


Nedeljko Eric, 62, aus Teufen, Unterhalt des Badiareals

Nedeljko Eric war viele Jahre in der Metallbranche tätig, bevor er in die Badi kam.

Wenn der Rasen dicht und weich ist, dann ist das Nedeljko Erics Verdienst. Seit 2016 kümmert er sich um den Unterhalt der Anlage. Nebst Mähen und Hecken schneiden gehört auch das «Mausen» dazu. Damit keine unschönen und gefährlichen Löcher im Rasen entstehen, fängt Nedeljko Eric die Mäuse. Bis zu zwei Paletten Erde braucht es, um die Löcher und Gänge der Mäuse im Frühjahr zu füllen. Nedeljko Eric wohnt gleich neben der Badi. Sieht er eine zu erledigende Arbeit, ist er zur Stelle, auch an freien Tagen. Bereitschaft, die sehr geschätzt wird. Gibt es dann doch mal einen komplett freien Tag, geht Nedeljko Eric auf einen Ausflug nach Österreich. Aus zwei Gründen. Erstens, weil es dort die besten Schnitzel mit Pommes gibt. Und zweitens, weil er sich im «Hornbach» als leidenschaftlicher Heimwerker eindecken kann mit neuem Material. Den Winter verbringt er in Bosnien. Seiner «ersten Heimat», wie er das Land nennt.

Das Schönste am Job in der Badi? «Alles!»

Das Anstrengendste am Badi-Job? «Für mich gibt es keine mühsamen Arbeiten.»


Irène Manser, 54, aus Appenzell, Schichtführerin

Von hier kann Irène Manser die Situation bestens überblicken.

Irène Manser ist gelernte Verkäuferin und Schichtführerin in der Badi Teufen. Ausserdem leitet sie Ausbildungen im Rettungsschwimmen für die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG). Sie coacht Lehrpersonen und sorgt dafür, dass das ganze Badi-Team auf dem neuesten Stand ist in Sachen Rettung. Die freien heissen Tage verbringt Irène Manser in ihrem Garten. Von der Badi habe sie jeweils genug. Im Winter ist sie dafür umso lieber im Hallenbad. Dann arbeitet sie im Recycling-Unternehmen ihres Bruders.

Das Schönste am Job in der Badi? «Immer draussen sein zu können.»

Das Anstrengendste am Badi-Job? «Kinder, die nicht gehorchen und die Badi-Regeln nicht befolgen.»


Michael Quednau, 25, aus St. Gallen, Wasseraufsicht

Michael Quednaus liebster veganer Badi-Snack: Pommes.

Bevor es Michael Quednau nach Teufen verschlagen hatte, war er bereits in Rorschach als Bademeister tätig. Weil in St. Gallen schon alle Saisonstellen besetzt waren, sorgt er dieses Jahr in Teufen für Sicherheit am und im Becken. Und dafür, dass «kein Blödsinn» gemacht wird. Der gelernte Chemielaborant wollte raus aus dem Labor, mal was anderes machen, mit Leuten in Kontakt kommen. Skilehrer ist er aber nicht im Winter, auch wenn das dem Klischee von Sommersaison in der Badi und Wintersaison im Skigebiet entsprechen würde. Er arbeite wahrscheinlich wieder im «Tibits», wenn der Sommer vorüber ist. Dort gibt es für ihn als Veganer eine etwas breitere Snackauswahl als in der Badi. Ab und zu schwimmt er ein paar Bahnen, bevor die Arbeit losgeht. Und sonst ist er mit Velo, Skateboard oder der Geige beschäftigt. Musizieren tut er am liebsten mit seinem Bruder am Klavier: «Dann klingt es richtig schön.»

Das Schönste am Job in der Badi? «Mit Jung und Alt draussen sein können.»

Das Anstrengendste am Badi-Job? «Die Arbeiten im Frühling – bis alles bereit ist für die Saison.»


Albert Müller, 62, aus Teufen, Leiter der Badi

Albert Müller ist eine gute Zusammenarbeit im Team wichtig.

Albert Müller ist fasziniert von der Ähnlichkeit gewisser Kinder mit ihren Eltern. 37 Jahre ist er bereits in der Badi tätig und kennt die eine oder andere Generation. Als grosse Veränderung der letzten Jahre fällt Albert Müller die Präsenz von Smartphones auf. Viele tauchen nicht nur ins kühle Wasser, sondern versinken auch in den Bildschirmen. Vor der Zeit der grossen Vernetzung war die Badi einfach ein Treffpunkt. Man verabredete sich und alle kamen. Albert Müller erinnert sich an die Zeit, in der zwölf Buben bei schlechtem Wetter in der Badi spielen wollten. Weil diese geschlossen war, kamen sie kurzerhand zu seinem Haus in der Nähe, klingelten und sagten: «Wir sind jetzt zu zwölft, die Badi kann geöffnet werden.» Das hat Albert Müller dann auch getan. Rentiert habe sich das nicht, für diese Jungen sei die Badi aber ein zweites Zuhause gewesen. An freien Tagen pflegt Albert Müller seinen Garten und die Zitronen im Gewächshaus. Weil Bier im Sommer nicht drin liegt, trinkt er am liebsten Wasser mit einem Zitronenschnitz: «Das ist wunderbar erfrischend!»

Das Schönste am Job in der Badi? «Wenn jene, die früher als Baby hier waren, selbst mit Babys kommen.»

Das Anstrengendste am Badi-Job? «Da kommt mir nichts in den Sinn, ich bin mit Herz und Seele in der Badi dabei.»

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