Weltrekord von Ehammer

23.03.2026 | TPoscht online

Hallen-WM Gold im Siebenkampf mit neuem Weltrekord von 6670 Punkten – Simon Ehammer schreibt Sportgeschichte

Jörg Oegerli

Im polnischen Torùn zeigte Simon Ehammer an der Hallen-WM den Wettkampf seines Lebens und gewinnt zum zweiten Mal nach Glasgow im Jahr 2024 die Goldmedaille im Siebenkampf. Mit einem Total von 6’670 Punkten verbessert er vor den Augen seiner Familie den 12 Jahre alten Weltrekord des Amerikaners Ashton Eaton, aufgestellt an der Hallen WM 2012 in Istanbul, um 25 Punkte.

3’698 Punkte nach dem ersten Wettkampftag

Bereits in der ersten Disziplin über 60 m setzte Simon Ehammer ein Ausrufezeichen, indem er erstmals die «Schallmauer» von 6.70 s durchbrach und mit 6.69 s eine neue persönliche Bestleistung aufstellte. Damit war er im Vergleich zum Weltrekord von Ashton Eaton bereits eine Zehntels-Sekunde schneller. Die zweite Disziplin, der Weitsprung, schloss Ehammer ebenfalls mit der besten Leistung des Tages ab und stellte mit 8.15 m eine neue Saisonbestleistung auf. Mit den 8.15 m kam er praktisch gleich weit wie Eaton, der 2012 in Istanbul 8.16 m weit sprang.

Nun folgte mit dem Kugelstossen die dritte Disziplin, welche lange die «Achillesferse» von Simon Ehammer war. Doch genau hier hatte er in den letzten Jahren eine enorme Stabilität entwickelt. Mit seinem besten Stoss im ersten Durchgang auf 14.87 m blieb er zwar unter seiner persönlichen Bestleistung aus dem Jahr 2021, steigerte jedoch seine persönliche Saisonbestleistung um 30 cm.

In der Abendsession folgte die letzte Disziplin des ersten Wettkampftages, der Hochsprung. Im Vergleich mit seiner persönlichen Bestleistung von 2.08 m gab es in diesem Wettkampf einen kleinen «Dämpfer» für Ehammer, denn er übersprang 2.02m im ersten Versuch, scheiterte jedoch dreimal knapp über 2.05m. Weil jedoch Ashton Eaton in Istanbul «nur» einen Zentimeter höher sprang und davor im Kugelstossen nur 14.56 m weit kam, blieb Simon Ehammer nach dem ersten Wettkampftag noch ein Vorsprung von 38 Punkten auf den Weltrekord. Ausserdem hatte nach dem ersten Wettkampftag noch nie so viele Punkte auf dem Konto.

Gegenüber «SRF» zeigte sich Ehammer nicht komplett zufrieden. Die knapp gerissenen 2.05 m taten ihm weh, denn sie wären möglich gewesen. Trotzdem, eine PB und drei persönliche Saisonbestleistungen liessen sich sehen. Sein Highlight des ersten Tages war klar der 60m-Sprint. Er hatte sich schon die ganze Saison schnell gefühlt und war deshalb froh, dass er dieses Gefühl im richtigen Moment auf die Bahn bringen konnte. Nun hiess es, den zweiten Tag mit der gleichen Freude und Lockerheit anzugehen wie der erste im Wissen, dass die ersten zwei Disziplinen klar seine Stärke sein werden. Danach darf gerechnet werden um zu sehen, was am Ende noch möglich sein wird.

Paukenschlag mit Mehrkampfbestleistung

Der zweite Tag begann mit einem Paukenschlag für Simon Ehammer. Über 60m-Hürden lief er in 7.52 s die schnellste Zeit, die je in einem Mehrkampf gelaufen wurde und baute damit den Vorsprung auf den Weltrekord weiter aus.

Mit dem Stabhochsprung folgte als nächstes ein Wettkampf, der nichts für schwache Nerven war. Um den «Nuller», den er vor fünf Jahren in der gleichen Halle produziert hatte zu vermeiden, wählte Ehammer als sicheren Einstieg die Anfangshöhe von 4.70 m. Bis und mit 5m überquerte er die Latte jeweils im ersten Versuch. Danach begann die Zitterpartie, denn die Höhen 5.10 m, 5.20 m und 5.30 m übersprang er jeweils erst im dritten Versuch und scheiterte erst auf 5.40 m. Damit konnte er den «Nuller» von 2021 ausgleichen. Die 5.30 m waren nur 5 cm unter seiner persönlichen Bestleistung und führten dazu, dass Ehammer nach sechs Disziplinen 5808 Punkte auf dem Konto hatte und im abschliessenden 1000m-Lauf eine Zeit von 2:43.26 min benötigte, um den Weltrekord zu holen. Seine persönliche Bestleistung vor dem Rennen lag bei 2:41.75 min. Daher war klar, der Rekord war möglich.

Obwohl die 1000 m seine schwächste Disziplin sind, wuchs er über sich hinaus. Er lief nicht auf Sicherheit, sondern pulverisierte seine persönliche Bestleistung auf 2:41.04 min. Damit hatte Simon Ehammer es geschafft: Hallen-Weltmeister und Weltrekord im Siebenkampf mit 6670 Punkten. Eine grossartige Leistung, zu der man nur gratulieren kann!

Nach dem Wettkampf sagte Simon Ehammer zum «SRF», dass er während der Vorbereitung im Training und in seinem engsten Kreis immer mal darüber gescherzt habe, dass er sich den Weltrekord holen möchte.

Ehammer gab zu, dass er gewusst habe, dass es rechnerisch machbar sei, den Weltrekord zu holen. Dies gab ihm zusätzliche Motivation im Training. Von der Form und von der Konstanz seiner Leistungen her habe er einen Schritt nach vorne gemacht. Daher war für ihn klar, dass er in jedem Fall Gold holen und Schweizer Rekord verbessern wollte. Bis zum Europarekord waren es dann nur noch 52 Punkte, was ihm ebenfalls realistisch schien. Schon grösser, nämlich 139 Punkte, war die Differenz zum Weltrekord. Dafür müsse schon alles zusammenpassen. Er wusste aber, dass er fit sei. Nach dem Hürdenlauf wusste Ehammer, dass er den Weltrekord nur noch «heimbringen» musste. Der Stabhochsprung war zwar eine Zitterpartie, jedoch konnte er sich am Ende mit der Vergangenheit versöhnen. Er sei generell zufrieden, denn es hätte auch schon bei 5 m Schluss sein können. Er konnte jedes Mal erfolgreich reagieren, sonst hätte er den Weltrekord nicht verdient. Besonders freute Simon Ehammer, dass seine Familie im letzten Moment doch noch Tickets erhalten hatte und so diesen historischen Wettkampf vor Ort sein miterleben konnte. Nun dürfen wir gespannt sein, wie sich Simon Ehammer in der Freiluftsaison präsentieren wird.

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