Walter Grob: "Nun müssen wir die Ärmel hochkrempeln"

18.01.2015 | Erich Gmünder
Walter Grob
Walter Grob
Walter Grob freut sich über das klare Ergebnis der Abstimmung vom 18. Januar. Foto:EG

Interview: Erich Gmünder

Walter Grob, was hat das deutliche Ergebnis bei Ihnen ausgelöst?

Ich bin sehr gespannt gewesen – und bin nun erfreut über das klare Resultat. Dies nach einem Abstimmungskampf mit völlig diametralen Meinungen zwischen Tunnel- und Doppelspurbefürwortern.

Was hat den Ausschlag gegeben?

Der Blick ins Portemonnaie, hat, so glaube ich, schlussendlich  den Ausschlag gegeben. Das ist vergleichbar mit einer Familie, man hat einen Wunsch, schaut ins Portemonnaie und fragt sich, vermögen wir das oder nicht? Hier war auch ein deutlicher Unterschied zwischen den Generationen spürbar, wo jüngere andere Prioritäten setzten als jene, die die Zeit jetzt günstig fanden für den Tunnel.

Was bedeutet der heutige Entscheid über die seit bald 60 Jahren geführten Tunneldiskussionen?

Aus meiner Sicht ist diese Diskussion jetzt – mindestens für eine gewisse Zeit – abgeschlossen. Darum haben wir auch ganz klar gesagt, wenn der Tunnel abgelehnt wird, dann kommt die Doppelspur. Über Tunnelvisionen wird jetzt eine Generation lang nicht mehr diskutiert.

Ist der klare Entscheid für die Doppelspur auch ein Votum für die Bahn?

Wenn man schaut, wie stark der Individualverkehr heute zunimmt, ist es ein Votum für den ÖV. Das heisst aber auch, der ÖV muss sich auch dementsprechend anstrengen, das Angebot muss stimmen, damit wir die Leute wegbringen von der Strasse.

Wie erfolgt nun die Umsetzung der Doppelspurlösung?

Wir haben bis jetzt schon in einem Gremium zusammengearbeitet, dem Lenkungsausschuss, wo alle dabei waren: Kanton, Bahn, Gemeinde, IG und andere Kreise. Mein Wunsch wäre, dass wir in diesem Gremium weiterarbeiten können, dass wir die Planung wieder aufnehmen und auch die Ergebnisse, die wir erarbeitet haben in den Workshops, in das Projekt integrieren können. Das heisst, die eigentliche Arbeit beginnt jetzt erst richtig. Wir müssen nun die Ärmel hochkrempeln.

Wann gibt es erste konkrete Anhaltspunkte, wie die Doppelspur in das Dorf integriert wird?

Ich rechne damit, dass wir erste Resultate in einem Jahr präsentieren können. Bis ein Auflageprojekt vorliegt, dauert es sicher noch länger. Bauherr ist jedoch nicht die Gemeinde, Bauherr wird entweder der Kanton oder die Bahn sein. Wir sind Bauherr, wenn es um den Dorfplatz geht, und da haben wir den finanziellen Rahmen approximativ auf etwa 5 Mio. definiert. Da können dann die Teufnerinnen und Teufner wieder abstimmen, wenn es um das konkrete Projekt für das Dorfzentrum geht

Wie reagieren Sie auf die Sorgen der Anwohner, speziell der Ladenbesitzer, wegen der Bauphase?

Wir nehmen diese sehr ernst. Ich denke, mit einer schlauen Planung sollte es möglich sein, dass die Einschränkungen für die Gewerbler auf das Minimum reduziert werden können.

30 Mio. Franken hätte der Tunnel Teufen gekostet, die fallen jetzt weg – ist jetzt der Spardruck weg?

Der Handlungsspielraum ist grösser geworden. Aber: Der Präsident der Finanzkommission betont immer wieder, dass wir zwar eine reiche Gemeinde seien, aber mit vielen Schulden. Die Schulden sind vielleicht jetzt kein so grosses Problem,  weil die Zinsen so tief sind. Aber wir müssen schauen, das wir sie reduzieren, damit wir wieder Handlungsspielraum haben. Denn wir haben verschiedene Infrastrukturprojekte, die auf der Warteliste sind.

Heisst das, dass gewisse Projekte auf der Liste etwas nach vorne rücken?

Ja, richtig, einen gewissen Spielraum haben wir.

An der Informationsveranstaltung wurde festgestellt, dass die Gemeindeverwaltung im Vergleich zu anderen Ausserrhoder Gemeinden zu teuer ist und abspecken muss.

Wir nehmen diese Forderungen ernst und sind an einem Benchmarking. Wobei man bei solchen Vergleichen immer aufpassen muss, was genau verglichen wird, da wir auch sehr viele regionale Dienste anbieten. Aber es ist so, bei den Kosten haben wir noch Optimierungspotenzial.

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