Unser Tüüfner Chopf im April: Irene Bondt

03.04.2014 | Erich Gmünder
irene bondt tuefner chopf (4)

irene bondt tuefner chopf (4)Félice Angehrn

Ihr freundliches Gesicht kennt man in Teufen. Viele Jahre bediente Irene Bondt die Dorfbevölkerung in verschiedenen Restaurants. Hinter der Ilge ist ihr Zuhause. Zusammen mit ihrem Sohn Andreas lebt sie seit zwölf Jahren hier und wagte vor zwei Jahren den Schritt in die Selbständigkeit als freischaffende Büglerin.

Aufgewachsen ist Irene Bondt im Restaurant Schweizerbund, neben der ehemaligen Post Niederteufen. Zur Schule ging die 52-Jährige noch ins Schulhaus Blatten.

Später entschied sie sich für ein Welschlandjahr. Dort arbeitete sie für eine Metzgerfamilie und lernte schnell Französisch. «Es war ein Chrampf», erinnert sich Irene Bondt. «Nebst Haushalt und der Betreuung von zwei Kindern half ich im Geschäft, kochte das Mittagessen für die Angestellten und putzte am Abend die Metzgerei. Ich beklagte mich nie und tat einfach, was man mir sagte.»

Als junges Mädchen träumte sie vom Beruf der Floristin. Als es nach dem Welschland einfach nicht klappte mit einer Lehrstelle, fing sie im Service an zu arbeiten. In der «Frohen Aussicht» in Teufen fand sie eine gute Stelle, die beste, wie sie sagt, und blieb für zwei Jahre.

Durch eine Kollegin hörte sie dann von zwei freien Stellen in einem Höhenrestaurant in Savognin für eine Wintersaison. Ohne zu zögern nahmen die zwei jungen Frauen das attraktive Angebot an und zogen weg von ihrer Heimat in die Berge.

«Ich weiss noch, wie mich das Heimweh plagte, als es hiess, ich müsse über Weihnachten arbeiten. » Darauf folgte ein Jahr in Untervaz. Irene Bondt kehrte dem Kanton Graubünden den Rücken und kam zurück. «Nach sieben Jahren hatte ich genug vom Gastgewerbe und suchte eine neue Herausforderung.»

Wiederum war es eine Freundin, die ihr zu einem Job als Otoplastikerin (Hörmuschelherstellung) in St.Gallen verhalf. Ohne Ausbildung und erst mal zur Probe konnte sie damals dort beginnen. Sie musste anhand von Ohrabdrücken Gipsformen giessen, beschleifen und ganz präzise arbeiten.

Es waren die Ruhe und die regelmässige Arbeitszeit, die sie vorher vermisst hatte. Für sie war es eine Chance, und endlich fand sie eine Arbeit, die ihr so gut gefiel, dass sie sechs Jahre blieb.

Nach Herisau gezogen, fand sie erneut Arbeit «im Hintergrund », in der Lingerie im Alterszentrum Heinrichsbad. Dort war sie 15 Jahre beschäftigt. Mit ihrem kleinen Sohn kehrte Irene Bondt nach Teufen zurück und fand dort eine schöne Wohnung mitten im Dorf.

Es folgten wiederum schwierige Jahre als alleinerziehende Mutter. Glücklicherweise fand sie immer wieder Arbeit. «Mein Sohn gab mir Halt, und das ermunterte mich, nicht aufzugeben.»

Andreas Bondt kennen wir aus der Tüüfner Poscht vor zwei Jahren. Sein Herz schlägt für die Orgelmusik. Nach langer Suche und auf Umwegen fand er eine Lehrstelle als Orgelbauer in Männedorf ZH, die er kommenden Sommer beginnen wird.

Seine Mutter strahlt und sagt ganz stolz: «Das ist sein langersehnter Berufswunsch, der nun endlich in Erfüllung geht. Ich freue mich so sehr für ihn, obwohl er nun bald wegziehen wird.» Vorher macht der 20-Jährige noch die RS.

Der Schritt in die Selbständigkeit

Zurück zu Irene Bondt. Mit 50 Jahren dachte sie, es sei an der Zeit, einmal an sich zu denken. Sie erinnerte sich an die Zeit in der Wäscherei. Dort wurde sie für ihre exakte Arbeit an der Bügelmaschine immer wieder gelobt. Da kam ihr die Idee vom Bügelservice zuhause.

Bereits hat sie einen erfreulich grossen Kundenkreis, der ihr die Wäsche anvertraut. Im Moment ist sie sehr zufrieden und kann die Arbeit allein bewerkstelligen. Das ist auch ihr zukünftiges Ziel.

Ein High-Light ist der alljährliche Silvestermittag bei Bondts in der Stube. Da kommt der Höttlischuppel vorbei, zu dem auch ihr «Gottechind» gehört. «Dann koche ich Gerstensuppe für die Leute und wir feiern bis spät in den Nachmittag. Da bin ich im Glück und kann wieder Kraft schöpfen. Dass ich nachher zwei Tage aufräumen muss, macht mir nichts aus. Darin bin ich schliesslich Profi.»

Irene Bondt-Tanner
Geboren: 15. Oktober 1962
Wohnort: Dorf 2A mit Sohn Andreas
Tätig als: freischaffende Büglerin
Hobbys: Zither spielen, Wandern, Fotografieren
Lieblingsessen: Schnitzel mit Pommes frites
Buch: Ich leih dir meine Flügel, von Bruno Vonarburg

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