Thomas Baumgartner: "Teufen hat die Richtung aufgezeigt"

18.01.2015 | Erich Gmünder
Thomas Baumgartner AB
Thomas Baumgartner AB
Thomas Baumgartner, Direktor der AB, heute mittag kurz nach Bekanntgabe des Resultates. Foto: EG

Interview: Erich Gmünder

Herr Baumgartner, sind Sie erleichtert über das klare Abstimmungsergebnis?

Wir sind insofern erleichtert, als dass jetzt der Weg klar ist, dass ein Entscheid da ist, in welche Richtung es weitergehen soll. Wir sind wirklich völlig variantenneutral an diese Arbeit gegangen, selbstverständlich mit einer nötigen Spannung, wie sich Teufen heute entscheiden wird, aber völlig unabhängig vom Ergebnis. Wir haben diesen Entscheid zu respektieren, was auch immer jetzt herausgekommen ist. Wir gehen jetzt in die Richtung, wie die Teufnerinnen und Teufner das heute entschieden haben.

Bei den Diskussionen hat man ja immer wieder gesagt, dass man noch nichts Konkretes über die genaue Ausgestaltung der Doppelspur sagen könne, weil es nur um einen Grundsatzentscheid gehe und kein Detailprojekt vorliege. Wie lange dauert es denn jetzt, bis man mehr weiss?

Man hat ja die Projektarbeiten für die Doppelspur seinerzeit gestoppt. Der nächste Schritt wird sicher sein, die ganze Planung jetzt wieder aufzunehmen, Zuständigkeiten zu klären, Terminpläne festzulegen und das weitere Vorgehen zu beschliessen. Ich gehe davon aus, dass man mindestens die nächsten zwölf Monate eine Planung macht und daraus die ersten Erkenntnisse gewinnt. Dann folgt die Detailplanung mit den Bewilligungsverfahren und dann die Umsetzung.

Und wann fahren die ersten Züge auf der Doppelspur durch Teufen?

Ich rechne mit einer Realisierung in der Periode zwischen 2017 und 2019, aber das hängt von verschiedenen Faktoren ab. So können wir im Bereich Bahnhof sicher losgelöster mit der Planung beginnen als bei einem kritischen Stück im Dorfzentrum. Das ist alles eine Frage der Etappierung.

Walter Grob und Thomas Baumgartner
Thomas Baumgartner traf kurz nach Bekanntgabe des Abstimmungsresultates in Teufen ein. Hier bei einer Absprache mit Gemeindepräsident Walter Grob.

Die Durchmesserlinie kommt ja ca. 2017 oder 2018 – heisst das, dass das neue Rollmaterial noch einige Jahre auf der Einspurstrecke durch das Dorf fährt?

Davon müssen wir sicher ausgehen, ja, das hängt aber vom Zeitpunkt der Rollmateriallieferung ab. Im Übrigen besteht kein Zusammenhang zwischen dem Rollmaterial und der Streckenführung.

Bis Ende 2014 hätten die Appenzeller Bahnen die Sicherungsanlagen den gesetzlichen Bestimmungen anpassen müssen. Können Sie diesen ungesetzlichen Zustand noch so lange vertreten?

Jetzt wissen wir, wie lange es noch geht, bis die finale Lösung parat ist. Nun haben wir Möglichkeiten, Übergangslösungen zu treffen, die betrieblicher und nicht baulicher Natur sind, um die Mindeststandards auch zu erfüllen.

Was heisst das konkret?

Das heisst zum Beispiel, Geschwindigkeit anpassen, oder eisenbahnmässig im Tramregime fahren statt im Eisenbahnregime. Das sind betriebliche Sachen, von denen man nichts sieht.

Also keine zusätzlichen Ampeln oder Barrieren?

Nein, bauliche Sachen sehe ich nicht, oder dann werden sie so umgesetzt, dass sie zur finalen Lösung passen.

Wie wollen Sie auf die Sorgen der Anwohner, insbesondere der Geschäfte wegen der Bauphase eingehen?

Ich denke, es ist auch in unserem Interesse, wenn man sehr eng mit den Leuten zusammenarbeitet, einen Vorgehensplan macht, diskutiert, nach Lösungen sucht, die Bauphasen saisonal plant und versucht, entsprechend Rücksicht zu nehmen. Wir nehmen die Sorgen ernst, wir wollen längerfristig mit Teufen zusammenarbeiten, wir haben Interesse an einem lebendigen Dorf, und da ist das Miteinander wichtig.

Teufen hat eine Art Hassliebe zur Bahn. Das hat man auch gemerkt bei manchen Tunnelbefürwortern, welche die Bahn am liebsten einfach aus dem Dorf verbannt hätten…

Ich interpretiere schon mal die hohe Stimmbeteiligung von 58 Prozent als Interesse an der Bahn  – durchaus auch im Sinne pro Bahn. Das Abstimmungsergebnis zeigt: Man hat sich mit der Bahn auseinandergesetzt. Es war nicht die Frage: „Bahn ja oder nein“, sondern „Welche Bahn wollen wir?“, und da haben sich die Teufnerinnen und Teufner für die Variante Trambahn entschieden.

Grundsätzlich denke ich, dass das zukünftige Angebotskonzept der Appenzeller Bahnen die Standortattraktivität von Teufen erhöht. Schon das neue Rollmaterial bringt eine Vereinfachung und Komfortverbesserung für alle Kundinnen und Kunden.

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