Texten im Kirchenhimmel

25.05.2022 | Timo Züst
kirchendach
Ein Blick durch die Heilig-Geist-Löcher. Foto: zVg Die Fledermäuse im Kirchenturm der Grubenmann-Kirche bekommen diese Auffahrt einen Kurzzeit-Nachbar: Der Zürcher Theologe und Autor Matthias Berger verbringt 24 Stunden im Dachstock. In dieser Zeit schreibt er vom «Kirchenhimmel» inspirierte Texte. Kirchenbesucher können diese lesen – teilweise begleitet von Klangkünstler Sven Bösiger.

Apéro und Lesung

Höhepunkt der Textperformance ist die öffentliche Lesung inkl. Apéro im Dachstock am Donnerstag. Ab 16 Uhr wird Matthias Berger Teile seiner Texte vortragen – begleitet von Klangkünstler Sven Bösiger. Anschliessend bzw. währenddessen ist Apéro.
Er ist vorbereitet. Matthias Berger hat Proviant eingekauft: Brot, Aufschnitt, Getränke. «Was halt so zu einem reichhaltigen Picknick gehört», sagt er. Heute um 16 Uhr beginnt für den Zürcher Theologen und Autor ein kleines Abenteuer. Er wird die nächsten 24 Stunden im Dachstock der Teufner Grubenmann-Kirche verbringen. Während dieser Zeit sollen diverse Texte entstehen – inspiriert von der einmaligen Umgebung. «Der ‘Kirchenhimmel’ ist natürlich ein sehr deutungsbeladener Begriff. Trotzdem wirkt er passend; das Dach ist schliesslich das ‘himmelnächste’ Element der Kirche», so Berger. Bei diesem Projekt geht es aber nicht nur um den Feiertag bzw. die liturgischen und theologischen Aspekte – auch sehr irdische Faktoren spielen eine Rolle. Entstanden ist die Idee in Zusammenarbeit von Grubenmann-Museum und der Reformierten Kirchgemeinde. «Auffahrt ist der perfekte Zeitpunkt, den Fokus auf die schöne Hängewerkkonstruktionen von Hans Ulrich Grubenmanns zu richten», sagt Zeughaus-Kurator Ueli Vogt. Das gilt auch für den Schreibenden Matthias Berger: «Ich habe im Vorfeld einiges über Grubenmann gelesen und werde das bzw. die Konstruktion auf mich wirken lassen.» Tiere, Gerüche, Traditionen Abgesehen von Sandwiches und warmen Kleider für die Nacht: Wie bereitet man sich auf so ein Schreib-Abenteuer vor? «Ein bisschen Recherche habe ich schon betrieben. Aber vor allem will ich mich von der Umgebung inspirieren lassen – besonders auf die Nacht bin ich gespannt. Was man wohl alles hört, sieht oder riecht?», sagt Matthias Berger. Allzu gruselig stellt er sich die Dunkelheit da oben im Dachstock nicht vor. «Ein bisschen wie campen, sogar mit Dach über dem Kopf.» Teile der entstandenen Texte wird er durch die sogenannten «Heilig-Geist-Löcher» ins Kirchenschiff herunterlassen. Dort können sie von Besuchenden gelesen werden, am Sonntag teilweise begleitet vom Gaiser Klangkünstler Sven Bösiger. Übrigens: Diese «Löcher» werden nicht grundlos so genannt. In einigen katholischen Kirchen wird an Auffahrt noch heute die Tradition des «auffahrenden Jesus» praktiziert. Dabei wird eine Jesus-Figur durch diese Löcher in den Dachstock hochgezogen. An Pfingsten steigt dann eine Taube durch ebendiese Lücken herab in die Kirche – ein Symbol für en Heiligen Geist. Diesen Weg werden nun auch die Texte von Matthias Berger gehen.  tiz

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