Teufner Extremsportler: Roman Weiler und Roland Diethelm

01.10.2017 | Alexandra Grueter-Axthammer
Roman Weiler (4) komp
Alexandra Grüter-Axthammer  

Roman Weiler tritt gegen Radprofis an

Im Eingang der Wohnung steht sein Rennvelo, an der Garderobe hängt der Helm und unter seinem Bett liegt ein Velorahmen. Bei Roman Weiler aus der Lustmühle dreht sich im Moment alles ums Radfahren. Der gelernte Automechaniker nahm Ende August an seinem bisher härtesten Rennen teil, bei dem sich auch Radprofis messen: dem Alpenbrevet. Grimsel, Nufenen, Lukmanier, Oberalp und Susten, 276 Kilometer und über 7000 Höhenmeter legte er innerhalb von 10 Stunden 24 Minuten zurück. Ins Ziel kam er mit der fünftbesten Zeit von insgesamt 285 Fahrern. Dabei habe er einen Verpflegungsposten nach dem vierten Pass verpasst und musste seine zwei Wasserbidons in einem nahegelegenen Schulhaus auffüllen.
Roman Weiler bei einer Alpenüberquerung. Foto: zVg.
Erstaunlich an seinem Erfolg ist nicht nur, dass der 29-jährige erst vor drei Jahren intensiv zu trainieren begann, auch dass er keinem Rennveloclub angehört, somit nicht lizenziert ist und weder in einem Team fährt noch finanzielle oder sonstige Unterstützung durch einen Club erhält. Der Beruf geht vor Er arbeitet hundert Prozent, fährt pro Monat rund 1000 Kilometer und sorgt sich alleine um alles. Seinen Körper kennt er gut, ernährt sich bewusst und weiss genau, was ihm bekommt und was er besser meidet: «Alkohol liegt nicht drin und Süssgetränke nur selten oder am Wochenende.» Sein Gewicht hat er reduziert, um die Berganstiege noch schneller hinaufklettern zu können. In der kommenden Wintersaison werde er das Training nochmals komplett umstrukturieren, um nächste Saison ganz vorne mitfahren zu können, sagt er. Mit 16 Jahren fuhr er zum Spass bei einem Bergrennen mit, die gefahrene Zeit war auffallend gut. Seinen Eltern und ihm empfahl der Organisator dieses Rennens, ins professionelle Radfahren einzusteigen. Da er die Ausbildung zum Automechaniker begonnen hatte, wollten seine Eltern, dass er zuerst die Lehre beendet. Nach einigen Jahren im Beruf, bildete er sich berufsbegleitend weiter zum Technischen Kaufmann. «So blieb nur ganz wenig oder keine Zeit für Sport», sagt Roman Weiler. Und dann hat es ihn aber doch noch so richtig gepackt. 2014 nahm er sein Rennvelo aus dem Keller, um herauszufinden, ob ihm das Strassenfahren noch immer Spass macht. Im Jahr darauf intensivierte er sein Training. 2015 kaufte er sich ein neues Rennrad, welches 2017 im ersten Rennen bei einem Sturz Totalschaden erlitt. Roman Weiler selber kam mit einigen Schürfungen davon – das hätte auch schlimmer ausgehen können, kollidierte er doch mit 50 Stundenkilometer mit dem Vordermann und drei weiteren Fahrern. Angst, danach wieder aufs Velo zu steigen, hatte er nicht. Schwieriger sei es gewesen, einen geeigneten neuen Rahmen in der Schweiz zu bekommen, das habe dann aber doch noch geklappt. Er kaufte dann gleich zwei davon und einer liegt nun als Reserve unter seinem Bett.

264 Kilometer über alle Berge gelaufen

Es sei schon ein wenig eine Sucht, gesteht Roland Diethelm, wenn er über das Traillaufen spricht – und lacht dabei. Zusammen mit Alex Blättler aus Speicher nahm er vom 3.–9. September das erste Mal am GORE-TEX Transalpine- Run teil. Von Fischen im Allgäu bis nach Sulden im Südtirol in sieben Tagen. Eines der härtesten und bekanntesten Etappenrennen der Welt. Gesund und bestens vorbereitet gingen die beiden in Fischen an den Start und erzielten trotz des teilweise garstigen Wetters gute Zeiten. Am Ende belegten sie in ihrer Kategorie den guten zehnten Rang. «Die Zeit ist noch besser, als ich erwartet habe – es ist sehr gut gelaufen», sagt Roland Diethelm. Roland Diethelm und Alex Blättler konnten den Lauf ohne Verletzungen und grössere körperliche Beschwerden beenden. Das ist nicht selbstverständlich, denn von den neunundsechzig Teams in ihrer Klasse beendeten gerade mal fünfundvierzig das Rennen. Trotzdem, auch er habe die Strapazen und die enorme Belastung auf die Gelenke gespürt. Täglich die Distanz eines Marathons zu laufen und dann noch über die Alpen, spüre man halt schon. «Die Pasta Party nach dem Rennen liess uns das aber schnell vergessen», sagt Roland Diethelm. Ihm gefalle die Kameradschaft unter den Läufern, auch während dem Rennen schwatze man gerne einmal miteinander. Das Feld ist international und am Abend treffe man sich am jeweiligen Zielort zur Finisher-Party und geniesse es, mit Gleichgesinnten über die Erfahrungen des Tages zu sprechen.

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