Stiftung Waldheim wächst

24.05.2021 | TPoscht online
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Freuen sich über die Weichenstellung in die Zukunft: Die Stiftung Waldheim vertreten durch Stiftungsratspräsidentin Marianne Koller-Bohl und Geschäftsleiter Werner Brunner sowie Barbara Camenzind (Mitte), Tochter der beiden Reithof-Gründer Paul und Hildegard Camenzind. Foto: zVg Die Stiftung Waldheim erweitert ihr Leistungsspektrum mit tiergestützter Pädagogik und therapeutischem Reiten: Sie übernimmt per 1. Januar 2022 von der Stiftung Camenzind den in Grub (AR) beheimateten Reithof in der Rüti mit rund 20 Mitarbeitenden sowie 15 Wohn- und Arbeitsplätzen für Menschen mit geistiger oder psychischer Beeinträchtigung. In einem ersten Schritt erfolgte kürzlich der Kauf aller betrieblichen Liegenschaften von der Gründerfamilie. Am Anfang stand der Wunsch nach einer geeigneten Nachfolge: Schon vor einiger Zeit beabsichtigte die Familie Camenzind, ihre Liegenschaften im Appenzellischen Grub an die Stiftung Camenzind, die Betreiberin des Reithofs in der Rüti, zu übertragen. Dies mit dem Ziel, den Pferdebetrieb langfristig abzusichern. Die Finanzierung für die naheliegende Lösung einer Integration in die Stiftung Camenzind war jedoch nicht möglich. Diese Tatsache gelangte unter anderem auch an Werner Brunner, den Geschäftsleiter der Stiftung Waldheim. Nach einer gründlichen Überprüfung durch die Geschäftsleitung, überzeugte das Projekt den Stiftungsrat der Stiftung Waldheim aus strategischer – und die gesamte Geschäftsleitung aus operativer Sicht, was für eine Übernahme des Reithofs in der Rüti sprach. Es folgten mehrere Gespräche mit der Gründerfamilie, welche letztlich zu einer für beide Seiten idealen Lösung geführt haben. «Wir sind sehr erfreut darüber, dass wir den Betrieb und damit auch das Lebenswerk meiner Familie in die Hände der Stiftung Waldheim legen können», sagt die frühere Reithof-Geschäftsführerin Barbara Camenzind. «Im Netzwerk einer renommierten Institution ist die nachhaltige Weiterentwicklung des Reithofs auf lange Sicht gewährleistet. Die Zusammenführung von spezifischem Fachwissen und vielfältigen Betreuungskompetenzen stellt für alle Beteiligten eine grosse Bereicherung dar», so Barbara Camenzind.

Die Stiftung Waldheim

1943 gegründet, ist die Stiftung Waldheim heute die Institution mit den meisten Wohnheimplätzen für Menschen mit Behinderung in der Ostschweiz. Ihre fünf Wohnheime in Appenzell Ausserrhoden bieten rund 200 Erwachsenen eine Heimat auf Lebenszeit. Dazu gehören: Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung. Menschen mit zusätzlicher körperlicher Behinderung. Menschen mit Wahrnehmungsstörungen. Mit mehr als 300 Mitarbeitenden ist die nach modernen fachlichen und betrieblichen Konzepten geführte Stiftung eine der grossen Arbeitgeberinnen im Appenzeller Vorderland.
Start im neuen Jahr Auch der Stiftungsrat der Stiftung Camenzind, die derzeitige Betreiberin des Reithofes, hat der vollumfänglichen Übernahme zugestimmt. Somit wird der Reithof in der Rüti ab 1. Januar 2022 offiziell zum neuen Standort der Stiftung Waldheim. Die im Jahr 1943 gegründete Dienstleisterin für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung betreibt heute fünf Wohnheime in den Ausserrhoder Gemeinden Walzenhausen, Rehetobel und Teufen. «Die Fahrt nach Grub gehört für einige unserer Bewohner zum festen Wochenprogramm», erklärt Geschäftsleiter Werner Brunner. «Wir nehmen das Angebot des Reithofs schon seit vielen Jahren in Anspruch und sind dabei zu einem der wichtigsten Kunden geworden. Mit dieser Übernahme schaffen wir für die Stiftung Waldheim ein neues, attraktives Standbein im Bereich Tagesstruktur mit Lohn. Gleichzeitig können wir ein wichtiges und sehr geschätztes Therapieangebot direkt in unsere Organisation einbinden. Zudem werden wir dem Bedürfnis nach selbstständigem und selbstbestimmtem Wohnen in einem betreuten Umfeld in Zukunft noch besser gerecht. Im Rahmen des Pferdebetriebes können Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung einer sinnerfüllten Arbeit nachgehen und gleichzeitig auch ihre persönlichen Ressourcen und Fähigkeiten stärken und ausbauen», sagt Werner Brunner. Gesundes Zusammengehen Die Reittherapie zeigt in der unterstützenden Behandlung vieler körperlicher und psychischer Beeinträchtigungen beachtliche Erfolge. Sowohl die Bewegung beim Reiten als auch der direkte Umgang mit dem Tier wirken sich auf das Körpergefühl, die Psyche und die sozialen Kompetenzen aus. Und natürlich kommen auch Spass und Lebensfreude nicht zu kurz. «Es ist uns ein wichtiges Anliegen, die Vision der Gründerfamilie Camenzind zu bewahren und mit Augenmass weiterzuentwickeln. Um für alle Bewohnenden und Mitarbeitenden die nötige Kontinuität zu gewährleisten, werden sich kurzfristig keine Änderungen im Pferdebetrieb ergeben», hält Werner Brunner fest. «Der Reithof in der Rüti wird als zusätzlicher Standort der Stiftung Waldheim weitergeführt. Das bisherige Leistungsportfolio und Erscheinungsbild bleiben vorerst bestehen. Alle weiteren mittel- und langfristigen Schritte zur Integration in die Stiftung Waldheim werden wir im Rahmen von Zukunftskonzepten mit entsprechender Umsicht erarbeiten». Bedeutender Schritt Auch für die Stiftungsratspräsidentin der Stiftung Waldheim, Marianne Koller-Bohl, ist die Übernahme des Reithofs in der Rüti ein bedeutender Meilenstein in der fast achtzigjährigen Geschichte der Institution, die insgesamt 200 Menschen mit Handicap barrierefreien Lebensraum bietet und rund 300 Mitarbeitende beschäftigt. «Die Stiftung Waldheim konnte in den vergangenen Jahren eine moderne Infrastruktur mit vielfältiger Fachkompetenz aufbauen. Unsere fünf Wohnheime sind Vorzeigebeispiele für zeitgemässe Betreuungsformen innerhalb eines wirtschaftlich agierenden Sozialunternehmens. Mit der Integration des Reithofs in der Rüti können wir unsere Position als Arbeitgeberin und bedeutende soziale Institution in der Region Ostschweiz gezielt ausbauen. Durch unsere tiefe Verwurzelung im Kanton Appenzell Ausserrhoden besteht eine langjährige, von gegenseitiger Wertschätzung geprägte Zusammenarbeit mit den Behörden. Wir freuen uns, diese durch den weiteren Standort im Kanton zu vertiefen», erläutert Marianne Koller-Bohl, ehemalige Frau Landammann und Regierungsrätin des Kantons Appenzell Ausserrhoden.

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