Stefan Tittmann: "Eine Generationenfrage"

09.01.2015 | Erich Gmünder
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Am 18. Januar 2015 punkt elf Uhr schliessen die Urnen, und rund eine Stunde später ist das Resultat ausgezählt. Im “Final Countdown” zählen wir rückwärts und beleuchten jeden Tag einen Aspekt der Abstimmung oder lassen jemanden zu Wort kommen – lassen Sie sich überraschen!

STEFAN TITTMANN (22)

Stefan Tittmann treffen wir beim Bahnhof, er ist ein regelmässiger Bahnbenützer und geniesst vor der Abfahrt des Zuges oft noch die Sonne auf dem Bänkli beim Bahnhofplatz und macht sich Gedanken über eine enkeltaugliche Zukunft.

Graben zwischen den Generationen

Er nimmt den Ball auf, den gestern Gemeindepräsident Walter Grob ins Spiel gebracht hat mit seiner Analyse des Generationengrabens: ältere eher für Tunnel, jüngere eher für Doppelspur. Für ihn nachvollziehbar, weil viele ältere Menschen mit der Bahn negative Erlebnisse verbinden (Bahnunfälle, Sicherheitsrisiko, Verschandelung des Dorfkerns). Jüngere würden eher die Chancen erkennen, welche die Doppelspur bietet: Entschleunigung, potenzielle neue Haltestellen, Einsatz im Nahverkehr. Da sieht der professionelle Gemeindeentwickler auch das Zukunftspotenzial: Die Doppelspur ist aus seiner Sicht eine Riesenchance für Teufen: „Rund um Haltestellen entwickelt sich soziales Leben, entstehen Arbeitsplätze, während Autos das Geld aus dem Dorf tragen“, so seine Feststellung.

Eine Generationenfrage ist für ihn auch die Finanzierung. Während ältere Generationen finden, die vorübergehende Verschuldung sei auch eine Investition für zukünftige Generationen, sieht er darin umgekehrt eine Einengung des Handlungsspielraums der künftigen Generationen. Grössere Herausforderungen im Bildungsbereich oder ganz einfach der Erhalt der Infrastruktur hätten es danach schwer. „Der Mehrwert, den der Tunnel bringt, ist ganz einfach die 65 Mio. Franken nicht wert.“

Die Sicherheit sei auch mit der Doppelspur gewährleistet. Er vertraue den Verantwortlichen der Gemeinde, dass die Bedenken von Velofahrern und Eltern bei der Detailprojektierung ernst genommen würden, sagt das Vorstandsmitglied von Pro Velo St. Gallen-Appenzell. Im Gegensatz zu einem bahnbefreiten Dorfkern komme die Doppelspur mit ihrer Entschleunigung dem Langsamverkehr – Kindern, Fussgängern, Velofahrern – eher entgegen.

Konzepte der Vergangenheit

Tunnels und überhaupt Grossinvestitionen in die Verkehrsinfrastruktur sind für ihn „Konzepte der Vergangenheit“. In Zukunft gehe es darum, mit Hilfe der modernen Kommunikationsmöglichkeiten die verschiedenen Verkehrsträger intelligent zu vernetzen. Bereits heute zeichne sich ab, dass Junge im Auto nicht mehr das unverzichtbare Statussymbol sähen, sondern die intelligenteste Art suchten, von A nach B zu gelangen.

Erich Gmünder

 

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