Sechs Leitvisionen für das Teufen der Zukunft

11.07.2014 | TPoscht online
grafik zukunftsbild
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Das Zukunftsbild formuliert Visionen. Die Illustration zeigt symbolisch die berücksichtigten Aspekte und Interessen. Illustration: Ernst Basler + Partner

Aufgrund der beiden Workshops im März und Mai ist das Zukunftsbild für das Dorfzentrum und die Dorfstrasse entstanden. In sechs Leitvisionen sind Zielvorstellungen zusammengefasst, wie sich das Dorfzentrum künftig entwickeln soll – unabhängig davon, ob ein Bahntunnel oder eine Doppelspur gebaut wird.

Die Leitvisionen formulieren einen erwünschten künftigen Zustand. Sie sind aus Vorschlägen abgeleitet, die Einwohnerinnen und Einwohner geäussert haben, und knüpfen an heutige Stärken sowie das bestehende Leitbild an. Die Leitvisionen zeigen, wie das Dorfzentrum und die Dorfstrasse in Zukunft aussehen könnten und sind damit ein wichtiger Orientierungsrahmen für weitere Planungen und gestalterische Massnahmen. Sie sollen aber auch die Bevölkerung und den Gemeinderat dazu anregen, sich regelmässig mit der Entwicklung des Dorfes und dem eigenen Mobilitätsverhalten auseinanderzusetzen.

Um das Zukunftsbild für die Dorfstrasse und das Dorfzentrum breit abzustützen, wurde es in einem partizipativen Prozess erarbeitet. Rund 30 Vertreterinnen und Vertreter lokaler Interessensorganisationen, Parteien, der Gemeinde und des Kantons beteiligten sich an der Erarbeitung des Zukunftsbildes. In zwei Workshops wurden deren Anliegen gesammelt, die Leitvisionen definiert und erste Vorstellungen zur Umsetzung diskutiert.

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Sechs Leitvisionen

Die sechs Leitvisionen sollen vor allem im Dorfzentrum und entlang der Hauptstrasse zwischen Linde und Lustmühle umgesetzt werden. Der Plan zeigt in einer Übersicht die Visionen für die Dorfgestaltung. Demnach soll das Dorfzentrum ein Ort für Menschen und das lebendige Teufner Gewerbe sein. Dort kann man sich sicher bewegen, und es bestehen gute Verbindungen zwischen den vielfältigen Freizeit- und Kulturstätten der Gemeinde.

Auch für die Bewohnerinnen und Bewohner von Vorderhaus, Niederteufen und Lustmühle soll das Dorfzentrum attraktiv sein. Die zukünftige Strassengestaltung auf dem Abschnitt Niederteufen bis Linde ist von zentraler Bedeutung, wenn die Ortsteile besser integriert werden sollen. Aus der Ortsdurchfahrt soll eine Dorfstrasse werden.

Um das Zukunftsbild zu verwirklichen, ist das Engagement jedes Einzelnen, jeder Einzelnen sowie der Gemeinde gefragt. Die Leitvisionen sollen Teufnerinnen und Teufner aber auch dabei unterstützen, das Bewusstsein für ihre Handlungsspielräume und ihre Bewegung im öffentlichen Raum zu stärken.

1 Attraktiv für alle Teufner und Teufnerinnen

Das Dorfzentrum ist für die Bewohnerinnen und Bewohner aller Teufner Ortsteile und für alle Verkehrsteilnehmenden attraktiv. Die neue Dorfstrasse verbindet und integriert die einzelnen Dorfteile. Hier bewegt sich vor allem der innerdörfliche Verkehr, während die Umfahrung den Durchgangsverkehr aufnimmt. Eine sichere und angenehme Verbindung zwischen dem Dorfzentrum und den Ortsteilen Niederteufen, Lustmühle und Vorderhaus für den Fuss- und Veloverkehr unterstützt die Bedeutung des Dorfzentrums als zentraler Ort der Begegnung und Versorgung.

2 Raum für Begegnung

Das Dorfzentrum bietet einen attraktiven öffentlichen Raum, der massgeblich zur Lebensqualität in der Gemeinde und zur Lebendigkeit des Dorfs beiträgt. Hier ist man vor allem zu Fuss und mit dem Velo unterwegs. Das Dorfzentrum ist ein Raum für den innerdörflichen Verkehr und frei vom Durchgangsverkehr, welcher die Umfahrungsstrasse nutzen soll. Der öffentliche Raum vor dem Dorfschulhaus und der Kirche wird beidseits der Dorfstrasse als zentraler Dorfplatz attraktiv gestaltet. Teufnerinnen und Teufner, Gäste und Touristen können sich hier treffen und verweilen. Der Dorfplatz bietet Raum für verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen und stärkt die Identifikation der Bewohnerinnen und Bewohner mit Teufen. Die attraktiv gestaltete Dorfstrasse belebt das Dorf und wird von den verschiedenen Verkehrsteilnehmenden mit gegenseitigem Respekt genutzt. Vielfältige gestaltete und begrünte Nischen im öffentlichen Raum bieten zusätzlich attraktive kleine Aufenthaltsräume für Einwohnerinnen und Einwohner.

3 Lebendiges Gewerbe

Das Dorfzentrum ist attraktiv und lebendig durch sein vielfältiges Angebot an Geschäften und gastronomischen Einrichtungen. Es zieht sowohl Teufner und Teufnerinnen als auch Besucherinnen und Besucher an. Das Dorfzentrum sichert die Versorgung der Teufner Bevölkerung über den täglichen Bedarf hinaus. Eine ansprechende Gestaltung des Strassenraumes und dessen Nutzung durch die Läden unterstützen das Gewerbe und die Attraktivität des Zentrums für alle Bewohnerinnen und Bewohner. Parkplätze für kurze Erledigungen sind in der Nähe des Gewerbes zu finden, für einen längeren Aufenthalt werden gerne auch Fusswege durch das attraktive Dorfzentrum zurückgelegt.

4 Gepflegtes Ortsbild

Das Dorfzentrum und die Dorfstrasse zeichnen sich aus durch ein für die Region typisches und gepflegtes Erscheinungsbild. Die Gemeinde setzt bei ihren Liegenschaften auf langfristig attraktive gestalterische Lösungen und motiviert so private Eigentümer, es ihr gleich zu tun. Teufnerinnen und Teufner identifizieren sich aufgrund des attraktiven und gepflegten Erscheinungsbildes mit ihrem Dorfzentrum und der Dorfstrasse, Gäste und Touristen besuchen unser Dorf gerne.

5 Vernetzte Angebote

Das Dorfzentrum, die Dorfstrasse und die Tramhaltestellen sind die Bindeglieder für die vielfältigen und lokal individuellen Angebote in den Bereichen Bildung, Kultur, Erholung und Freizeit der Gemeinde. Die verschiedenen Einrichtungen und Anlagen in den Ortsteilen zeichnen sich durch unterschiedliche Besonderheiten aus und sind für Fussgänger, Fussgängerinnen und Velofahrende gut erreichbar und durch den öffentlichen Verkehr erschlossen. Die gute räumliche Vernetzung trägt zu einem aktiven Gemeindeleben und zu einer hohen Lebensqualität bei.

6 Sichere Bewegung

Innerhalb des Dorfzentrums und entlang der Dorfstrasse können sich die verschiedenen Verkehrsteilnehmenden sicher bewegen. Im Dorfzentrum steht das Prinzip der Verkehrsverlangsamung und des respektvollen Umgangs miteinander im Vordergrund. Tempo-30-Zonen oder andere Massnahmen zur Temporeduktion sind umgesetzt. Die Verkehrsteilnehmenden teilen sich die Verkehrsflächen, nehmen Rücksicht und respektieren die Tempolimite. Ausserhalb des Dorfzentrums stehen den verschiedenen Verkehrsteilnehmenden entlang der Dorfstrasse eigene Verkehrsflächen zur Verfügung. Vor allem Seniorinnen und Senioren sowie Kinder können sich barrierefrei bewegen. Die Umfahrung dient der schnellen Verbindung zwischen Appenzell und St.Gallen.

Zur gründlichen Meinungsbildung: Abstimmungstermin verschoben

Lenkungsausschuss und Gemeinderat haben sich im Juni für die Verschiebung des Abstimmungsdatums vom ursprünglich vorgesehenen 30. November 2014 auf den 18. Januar 2015 entschieden. Es geht bei der Frage «Tunnel oder Doppelspur?» um eine bedeutende Weichenstellung für die Zukunft Teufens. Deshalb ist nicht nur die gründliche Erarbeitung der Entscheidungsgrundlagen wichtig: Vor- und Nachteile, finanzielle Folgen und Risiken, Einfluss auf die Dorfgestaltung und -entwicklung, auf Gewerbe und Verkehrsteilnehmende.

Nötig ist auch ein Meinungsbildungsprozess in der Bevölkerung, bei Parteien, Verbänden und Organisationen. Diesem wird angesichts der Komplexität des Themas nun mehr Zeit eingeräumt. Trotz des Zeitdrucks, der bahnseitig besteht, halten der Lenkungsausschuss und der Gemeinderat eine Verschiebung des Abstimmungsdatums für erforderlich. Für und Wider können in ausreichender Tiefe nur erörtert werden, wenn genügend Zeit für die öffentliche Debatte besteht.

Dazu ist eine öffentliche Ausstellung vorgesehen, welche die beiden Varianten in Plänen, Visualisierungen und Modellausschnitten zeigt und die Chancen und Risiken beider Varianten erläutert. Zudem sind zwei öffentliche Informationsveranstaltungen geplant. Sollten bei der ersten Versammlung Anfang November Fragen aus der Öffentlichkeit allenfalls noch nicht beantwortet werden, können diese bei der zweiten Versammlung im Dezember auf Basis von zusätzlichen Abklärungen erörtert werden.

Die Verschiebung des Abstimmungstermins ist nicht in den vorgängigen fachlichen Abklärungen begründet. Der ursprünglich vorgesehene Zeitplan wird eingehalten. Der Gemeinderat fällt seinen Entscheid (Abstimmungsempfehlung) wie geplant bei zwei, allenfalls drei Lesungen im September und Oktober.

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