Rita Zingg: Närrische Freude an der Fasnacht

14.02.2015 | Alexandra Grueter-Axthammer
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Rita Zingg (34)
Rita Zingg freut sich auf die närrischen Tage in Teufen.

Alexandra Grüter-Axthammer (Text und Foto)

Konfettischlachten mag sie, und sie ist bekannt als Clownin an der Tüüfner Fasnacht. Auch sonst ist sie begeistert vom heimatlichen Brauchtum, doch lässt sie sich auch gerne in die Ferne ziehen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet.

Rita Zingg blüht auf, wenn sie von der Fasnacht erzählt. Elf Jahre hat sie mitgeholfen bei der Kinderfasnacht. Vor etwa zehn Jahren sei der Clown für die Fasnacht ausgefallen, da habe man sie gefragt, ob sie das übernehmen möchte. «Jo chan i denn da?», habe sie zurückgefragt. Seither ist sie zusammen mit Esther Germann als Clownin an der Fasnacht anzutreffen. «Anfangs konnte ich kaum die Ballons für die Ballontiere formen.» Sie erzählt begeistert von den Konfettischlachten mit Kindern und Jugendlichen und davon, dass sie vor einigen Jahren als einzige Erwachsene verkleidet am ersten Fasnachtsgottesdienst erschien.

Nicht nur die Fasnacht begeistert sie, das heimatliche Brauchtum im Allgemeinen fasziniert sie; so gehe sie gerne mal an eine Stobete und natürlich zu den Silvesterchläusen.

Von Hundwil nach Kanada

Aufgewachsen ist die zweifache Mutter in Hundwil. Ihre Eltern wirtschafteten über vierzig Jahre im Restaurant Alpenrose. Bereits als Mädchen half sie fleissig mit im elterlichen Betrieb. Nach der abgeschlossenen Schule verdiente Rita Zingg im Restaurant ihr Geld. Sie sei nicht oft ausgegangen – «ausser an die Fasnacht, dann aber gleich mehrmals, das musste dann wieder für den Rest des Jahres hinhalten.»

Im Winter, als sie sechzehn Jahre alt war, half sie während der Blutwurstsaison bei einer Metzgerfamilie in Rüthi im Rheintal aus. Mit dem «Velotöffli» sei sie nach Rüthi gefahren, dort hatte sie während der Woche ein Zimmer. «Ich hatte schreckliches Heimweh.»

Niemand rechnete wohl damit, dass sie vier Jahre später mit der ganzen Familie aus Rüthi nach Kanada fliegen würde. Mittlerweile gab es drei Kinder in der Metzgerfamilie und das vierte war unterwegs. Als die Familie beschloss, auszuwandern, wünschte sich die schwangere Mutter für die ersten drei Monate in der neuen Heimat Unterstützung – und so reiste die zwanzigjährige Rita Zingg mit nach Winnipeg. «Wie ein Puuremeitli sah ich aus, eben ein richtiges Mädchen vom Lande. Englisch sprach ich natürlich nicht, aber ich kam immer dorthin, wo ich wollte.»

Beim Zuhören wird klar, die fröhliche Frau hört auf ihre innere Stimme und ist auch gerne bereit, sich auf ein Abenteuer einzulassen. Mit fünfundzwanzig packte sie erneut ihren Koffer. «Ich hatte das nicht geplant und auch keine Ahnung von Australien – ich las dieses Inserat in der Zeitung von einer Schweizer Familie, die in Australien in den Snowy Mountains in der Nähe von Canberra eine Bäckerei mit Café hatte und ein Kindermädchen suchte. Also flog ich nach Australien.»

Nach der Wintersaison reiste sie durch ganz Australien. Ihre offene und lustige Art brachte ihr viele spannende Begegnungen, und wo es ihr gefiel, blieb sie etwas länger. «Acht Monate sind daraus geworden. » Als ihr damals siebenjähriger Bruder dann einmal bei einem Telefongespräch sagte, er dürfe dieses Jahr das erste Mal beim Bloch mitlaufen, war für sie klar: «Jetzt isch Ziit zom hei goo.»

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Immer zu Spässen aufgelegt: Rita Zingg als Clown. Archivfoto: EG

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Verkleidet zum Böögg

Sie fühle sich wohl, wenn sie mit Menschen zusammen sei, und höre auch sehr gerne zu. Bei der Säntis Gastronomie in der Olmahalle in St.Gallen arbeitet sie an verschiedenen Anlässen wie Banketten, Apéros oder an Messen. Die 51-Jährige ist vielseitig und man sieht sie auch regelmässig als Reinigungskraft bei der Post. Dabei singe sie fast immer. Ob beim Putzen oder auf dem Velo, sie singe wenn immer möglich.

Aber nicht nur das, sie backt, arbeitet im Garten, sammelt Kräuter für Tee und besucht gerne ihre Lieblingsplätze am Höchfall oder bei der «Ganggelibrugg» an der Sitter. Langweilig werde es ihr bestimmt nicht, auch wenn sie nicht mehr mithelfe bei der Kinderfasnacht. Allerdings spüre sie das Fasnachtsfieber, und verkleiden werde sie sich auf jeden Fall.

Ganz sicher, wenn in Niederteufen der Böögg verbrannt wird. «So wäre es Tradition – da zieht man das letzte Mal in der Saison das Fasnachtsgwändli an.»

Rita Zingg (7)Rita Zingg

Geboren: 21. 5. 1963

Heimatort: Speicher

Aufgewachsen: «Hondwil»

In Teufen seit: 20 Jahren

Familie: verheiratet, Monika (17), Thomas (15)

Tätig als: Gastroangestellte, Reinigungskraft

Lieblingsessen: Je nach Saison ändert das (Cordon bleu und Bärlauchspätzli)

Lieblingsgetränk: Tee aus dem eigenen Garten

Auf dem Nachttisch: Sehnsucht nach Owitambe von Patricia Mennen und natürlich die Tüüfner Poscht

Hobbys: Garten, Backen, Einmachen, Spazieren, Singen, Spielen

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