Platz schaffen für Abschied und Trauer

03.11.2014 | Lisa Tralci
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Das Forum Palliative Care Teufen lud am 1. November zur Matinee in der Abdankungshalle ein.  Die Referentin Monika Laib bestärkte die Anwesenden, eigene Abschiedsformen zu finden, und sie erinnerte an die Kraft von alten und neuen Ritualen.

Blumen, brennende Kerzen und Filmmusik aus „Schindlers Liste“ empfingen die Menschen in der Abdankungshalle Teufen. Cristina de Biasio vom Forum Palliative Care Teufen, die Initiantin dieses Anlasses,  stellte die Referentin Monika Laib vor.

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Eigene Betroffenheit und die Wahrnehmung, dass die Trauer – anders als die Geburt – fast keinen Raum mehr hat, haben Monika Laib vor Jahren bewogen, sich dieser Thematik zuzuwenden. Als Floristin mit Fachausweis ist sie auch in ihrem Berufsalltag mit trauernden Menschen in Kontakt und macht Mut zum persönlich stimmigen Abschied.

Trauer braucht Zeit – und Rituale

In ihrem Referat streifte Monika Laib Rituale, welche ältere Anwesende vermutlich noch erlebt haben: die Aufbahrung daheim, Abschiedsbesuche, Wachen und Beten am Totenbett, Trauerzug durchs Dorf, Trauerkleider oder das Leichenmahl. Heute werde die Konfrontation mit dem Thema möglichst vermieden, die Trauer weggesperrt.

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Dass es auch anders geht, beschreibt ein Text aus Vrin (GR), den die Referentin vorlas. Durch das Totenhaus bekommt der Tod als einzige, unumstössliche Gewissheit in jedem Leben einen Platz im Dorf und im Bewusstsein der Mitmenschen.

Monika Laib erinnerte daran, dass wir nach einem Verlust trauern dürfen, dass dies längere Zeit beansprucht und notwendig ist, um nicht krank zu werden. „Gefühle müssen verarbeitet werden, um frei zu werden!“

Abschied durch die Hintertüre?

In unserer Kultur werden Verstorbene (zu) schnell aus dem Blickfeld „entfernt“, und immer häufiger wird der Tod erst kund getan, wenn Begräbnis oder Abdankung schon stattgefunden haben. Ist es wirklich hilfreich, wenn wir diesen Teil des Lebens nur noch „durch die Hintertüre erledigen“?

Kaum; deshalb ist es unabdingbar und für die Hinterbliebenen hilfreich, wenn „die letzten Dinge“ zu Lebzeiten klar geregelt werden. Dazu gehören nicht nur Testament und Patientenverfügungen, sondern auch Hinweise zu Wünschen für den Sterbeprozess oder die Abdankung. Angehörige sind dankbar, wenn sie wissen, was die oder der Verstorbene gewünscht hat, und haben so mehr Raum für Abschied und Trauer.

Monika Laib erläuterte in ihrem inspirierenden und mutmachenden Referat rund um den Abschied auch die Symbolik von Blumen und ihre Farbensprache . Sie machte Mut, für eigene Bedürfnisse zu kämpfen, sei es in einer Institution, im Spital oder beim Bestattungsunternehmen. Das sei nicht immer ganz einfach, aber lohnend.

Sie wies weiter darauf hin, dass es viele Unterstützungsangebote gibt, z.B. aus dem Freundeskreis, fachliche Hilfe und Bücher zu diesem Thema. Eine Auswahl themenbezogener Medien fanden Interessierte auf dem Büchertisch der Bibliothek Teufen; weitere Hinweise, Broschüren, Gegenstände und Tipps hatte Monika Laib selber mitgebracht und vorgestellt.

Vorbildliche Teufener Heime

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Viele nutzten beim anschliessenden Apéro die Gelegenheit, mit der Referentin oder anderen TeilnehmerInnen ins Gespräch zu kommen.

Dabei war unter anderem zu erfahren, dass in den drei Teufner Heimen das Thema Sterben nicht verdrängt wird und dass Verstorbene dort während drei Tagen aufgebahrt werden dürfen. Erfreulich! (LT)

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