Perspektivisches Licht

06.02.2023 | Alexandra Grueter-Axthammer
Room Lines Vernissage Zeughaus_2023 (12)

Alexandra Grüter-Axthammer

Am Sonntag, 5. Februar, lud das Zeughaus zur Vernissage der Lichtinstallationen «Room Lines». Rund 250 Leute besuchten die Vernissage und am Konzert von Marc Jenny waren rund 50 Zuhörende.

Für David und Lilia Glanzmann, die neuen Kuratoren, war es die erste Aktion. Die zwei haben im Januar die Nachfolge von Ueli Vogt übernommen. Die Lichtinstallation im dunklen Raum im Erdgeschoss zieht Publikum jeden Alters an. So treten Kinder mit ihren Eltern und Grosseltern in den dunklen Raum ein. Viele setzen sich erst mal auf die Bänke gleich beim Eingang, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben. Die roten leuchtenden Linien teilen den dunklen Raum, bilden Körper, Flächen, Spitzen und lassen sich durch das eigene Bewegen durch den Raum auf immer neuen Perspektiven beobachten.

Nicht weniger spannend ist die Dunkelheit. Die Aufmerksamkeit der Sinne verändert sich, man sieht die Menschen nicht im Raum, aber man hört ihnen zu. Auch die beiden Lichtkünstler sind anwesend und beantworten Fragen der Besuchenden. Oft interessieren sie sich für das verwendete Material und dafür, wie die Leuchtdrähte befestigt wurden.

Auch die Kuratorin Lilia Glanzmann hört ein Gespräch zwischen einem Kind und deren Mutter, das sie bezeichnend findet für die Lichtinstallation. Bei der Ankündigung des Musikers Mark Jenny erzählt sie die Anekdote den Anwesenden. So sei an diesem Sonntag ein Kind, mit seiner Mutter in der Dunkelheit gestanden, zwischen den leuchtenden Linien, und meinte: «Das ist ja voll langweilig, es bewegt sich nicht, es hüpft nicht und es explodiert auch nicht.» Worauf die Mutter sagte: «Ja, nun musst du dich bewegen und die Perspektive wechseln.»

Musik wie im Familienkreis

Auch das Konzert von Marc Jenny mit dem Kontrabass ist ein besonderes Erlebnis, denn es bleibt weiterhin dunkel im Raum. Die Augen haben sich an die Dunkelheit gewöhnt, sodass man die Umrisse des Künstlers erkennt und auch die der Zuschauenden. Die schwebenden, roten Lichtfäden und die warmen Klänge des Kontrabasses machen das Konzert zu einem fast intimen und familiären Erlebnis.

David und Lilia Glanzmann waren sehr zufrieden mit dem Auftakt ihres Wirkens. «Die erste Ausstellung findet ja dann erst am 1. April statt», sagt Lilia Glanzmann. Da sie bereits seit Januar in Teufen sind, wollten sie die Gelegenheit nutzen und zeitnah einen Akt fürs Publikum umsetzen. «’Room Lines’ ist ein Experiment mit Licht und Forschung. Vielleicht etwas weniger Kunst und erklärbar.» Mit dieser Vernissage hätten sie ein breites Publikum erreicht. So sei etwa auch ein «Grubenmann-Fan» gekommen, der sich die Grubenmannsammlung anschaute und die Vernissage besuchte. David und Lilia Glanzmann hätten viele Leute kennengelernt und Kontakte geknüpft.

Marcus Pericin und Florian Bachmann


Seit vergangenem Mittwoch installierten die beiden Lichtkünstler Marcus Pericin und Florian Bachmann (Bild links) aus Zürich im Erdgeschoss des Zeughauses die leuchtenden Linien. Dreiecke, Flächen und Körper konstruierten sie mit dem 0,9 mm dicken Leuchtdraht. Verwendet wurde rund 70 Meter Material. Die beiden verbindet die Forschung und Fragestellung zu Licht, Farbe, Raum, Atmosphäre und Wahrnehmung im Spannungsfeld von Design, Kunst, Wissenschaft und Technologie. Sie leiten gemeinsam das Farb-Licht-Zentrum der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

Room Lines: Zeughaus EG bis 12. Februar 2023

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