Manuel Walser mit Janáčeks "Glagolitischer Messe"

05.11.2014 | TPoscht online
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Der junge Teufener Manuel Walser hat am Sonntag einen seiner seltenen Auftritte in der näheren Heimat. Foto: zVg.

Janáčeks eruptive «Glagolitische Messe» und Verdis emotionale «Quattro Pezzi Sacri» erklingen zusammen im Konzert des Tablater Konzertchors St.Gallen vom 9. November in St.Laurenzen. Unter den Solisten: der junge Teufener Bariton Manuel Walser.

So unterschiedlich Giuseppe Verdis «Geistliche Stücke» (1901) und Leoš Janáčeks Messe (1926) auch sein mögen, so sehr sind sie durch eine erstaunliche Parallele verwandt: Beides sind religiöse Alterswerke von ausgesprochen kirchenfernen Persönlichkeiten.

Inbrunst und Naturgewalten

Verdi bewegte die existentielle Ungeborgenheit der Kreatur, die Erbarmungslosigkeit der Schöpfung; eine göttliche Gnade hielt er für Unsinn. So spendet sein Te Deum, wiewohl es in grandiosen Klängen Gottes Grösse besingt, keinerlei Glaubensgewissheit, sondern verklingt in tiefster Ungewissheit. Den Gegenpol, Geborgenheit und Zuflucht, scheint Verdi in Gestalt der Gottesmutter zu finden, welche er im Laudi alla Vergine mit höchster Inbrunst besingt. Und im Stabat Mater zeichnet Verdi ein Seelengemälde, dessen Emotionalität von tiefstem Mitgefühl geprägt ist.

«Kirche ist konzentrierter Tod: Unter den Steinfliesen eine Gruft, Gebeine auf dem Altar, auf den Bildern nur Folter und Sterben. Damit will ich nichts zu tun haben.» So äusserte sich Janáček einmal. Und schrieb dennoch eine katholische Messe, allerdings auf den glagolitischen (altslawischen) Text. Sie ist ein Festlied auf die Natur mit all ihren Geschöpfen. «Ich will den Menschen zeigen, wie man mit dem lieben Gott redet», schreibt er. Regen und Eis, Blumen und Berggipfel, Blitz und Donner, Geschrei der Raubvögel, verträumte Mittagsstille – all das wird in seinem Werk Klang.

Aber  allem anderen voran ist es auch hier eine weibliche Gestalt, welche Janáčeks schöpferische Vitalität bis ins hohe Alter anstachelte: Kamilla Stösslova, seine platonische Liebe, welcher er eine Unzahl an glühenden Verehrerbriefen schickte. Und die ihn neben der Messe auch zu Meisterwerken wie die Oper «Das schlaue Füchslein» inspirierte.

Drei Chöre gemeinsam

Die reich instrumentierten, kraftvollen Werke stellen hohe Anforderungen an die  Interpreten und sind entsprechend selten zu hören. Unter Leitung von Ambros Ott singen der Tablater Konzertchor St.Gallen, der Motettenchor Region Basel und der Vivace-Chor Basel-Münchenstein. Es spielt das Orchester Les Tempéraments Symphoniques, den Orgelpart mit grossem Solo gestaltet Frédéric Champion. Mit dabei: ein illustres Solistenquartett mit Jardena Flückiger (Sopran), Ursula Eittinger (Mezzo), Reginaldo Pinheiro (Tenor) und dem jungen, dem Ostschweizer Publikum wohlbekannten Bariton Manuel Walser.

Manuel Walser braucht man hier kaum noch vorzustellen. Er hat in Berlin beim legendären Bariton Thomas Quasthoff studiert und ist unterdessen im Ensemble der Wiener Staatsoper «auf dem Karrieresprung» nach ganz oben. Und für einmal gilt der Prophet auch im eigenen Land etwas: Zum zweiten Mal erhält Manuel Walser dieses Jahr einen Werkbeitrag der Ausserrhodischen Kulturstiftung.

Sonntag, 9. November 17 Uhr, St.Laurenzen St.Gallen.

Vorverkauf: Kulturbüro St.Gallen (Blumenbergplatz 3) und im Internet über www.tablater.ch.

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