"Lovemark Appenzell" ist eine Verpflichtung

28.03.2014 | TPoscht online
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Voll besetzter Lindensaal. Fotos: zVg.

Über 200 Gewerbevertreterinnen und -vertreter nahmen am 5. Ostschweizer Unternehmensspiegel Appenzellerland der FHS St.Gallen in Teufen teil. Das Institut für Unternehmensführung IFU-FHS präsentierte und diskutierte das Forschungsthema „Innovative Geschäftsmodelle“ – anhand regionaler Beispiele.

«Der Kunde ist nicht für uns da, wir sind für den Kunden da», erinnerte der Rektor der Fachhochschule St.Gallen (FHS), Prof. Dr. Sebastian Wörwag, die anwesenden Gewerbe- und KMU-Vertreterinnen und -Vertreter. Dieses Axiom der Betriebswirtschaft ergänzte Prof. Dr. Roland Waibel, Leiter des Instituts für Unternehmensführung IFU-FHS: «Der Wert einer funktionierenden Beziehung mit dem Kunden entsteht, wenn mit dem Kundennutzen eine zusätzliche Wertschöpfung generiert wird.»

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Roland Waibel präsentierte erfolgreiche Geschäftsmodelle.

Fünf Muster für KMU-Geschäftsmodelle

Ein Geschäftsmodell sei die zentrale Darstellung aller wichtigen Elemente eines Unternehmens, so Roland Waibel. Dazu gehören die Leistung, die Kunden, die Erlöse sowie die Ressourcen. Neue Geschäftsmodelle würden oftmals branchenfremde in bestehende Muster integrieren, so der Professor der FHS St.Gallen. In seiner Präsentation beschrieb er fünf Muster, die kreativ kombiniert ein neues Geschäftsmodell ergeben oder ein bestehendes ergänzen.

Dank dem ersten Muster „Miete statt Kauf“, entstehe eine Kunden- anstelle einer Kapitalbindung und es werde eine regelmässige Wertschöpfung generiert. Unternehmen, die „Alles aus einer Hand“ anbieten, reduzieren die Komplexität für die Kunden. Weniger Ansprechpersonen heisst engere Kundenbeziehungen. Bei „Mass customisation“ können die Kunden aus fixen Elementen ein individuelles Produkt selber erstellen. Zu diesen hätten die Kunden eine emotionalere Beziehung, da sie individuell und personalisiert seien. Mit dem Muster „Abo“, also beispielsweise ein Abonnement einer Dienstleistung, entstünden langfristige Kundenbeziehungen und über längere Zeit seien die Einkünfte grösser als bei einer Einmalzahlung. Die starken Marken würden das Herz und nicht den Kopf ansprechen, so Roland Waibel. «Produktbeziehungen die nicht mehr auf Vernunft basieren, sind „Lovemarks“. Die Welt ist kalt und rational, aber diese Produkte sind ein Stück Heimat.»

Gute Basis für eine gute Idee

In zwei Podiumsgesprächen wurde Appenzell als „Lovemark“ diskutiert. Alle, die mit Appenzell als Marke arbeiten würden, sollten seriöse Arbeit leisten, so Ueli Manser, Direktor der Appenzeller Kantonalbank. So profitierten alle weiterhin vom Brand. Mit ihm diskutierten Adrian Künzli, Präsident Gewerbeverband Appenzell Ausserrhoden und Alber Manser, Präsident Gewerbeverband Appenzell Innerrhoden die KMU- und Gewerbesicht. Wichtig sei, so Ueli Manser weiter, dass mit einem guten Produkt und guten Mitarbeitenden eine Basis geschaffen werde. Auf diese Basis könne dann eine gute Geschäftsmodellidee gestellt werden.

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Prof. Roland Waibel im Gespräch mit Gabriela Manser, Geschäftsführerin Goba AG und Peter Lemmenmeier, Geschäftsführer Stagelight AG.

Sie hätten nicht den „tropical Drink aus Appenzell“ herstellen wollen, so Gabriela Manser, Geschäftsführerin Goba AG. Ideen gäbe es viele, aber die Herausforderung sei, richtige zu packen und daraus ein marktfähiges Produkt zu machen. Natürlich gelinge nicht jede Innovation. Aber wenn ein Unternehmen so aufgestellt sei, Innovationen zu entwickeln, dann seien auch die Voraussetzungen geschaffen, um erfolgreiche Ideen zu haben.

Zusammen mit Gabriela Manser diskutierte Peter Lemmenmeier, Geschäftsführer der Stagelight AG. Über die Jahre wurde sein Unternehmen zu einem „Alles aus einer Hand“-Anbieter: «Wir machen eigentlich seit Anfang immer noch das Gleiche, aber wir haben uns kontinuierlich verbessert». Womit das Unternehmen aus Herisau das erfüllt, was FHS-Rektor Sebastian Wörwag als Bedingung für erfolgreiche Geschäftsmodelle einführte: ein Versprechen, das eingehalten werden kann. pd.

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