Lesefreunde schenken Lesefreude

23.04.2015 | Erika Preisig-Studach
Bücherbänkli 1
Bücherbänkli 1
Foto Erika Bänziger

In der Morgenfrühe des Unesco Weltbuchtages, am 23. April, machte es das Bibliotheksteam einmal mehr dem Osterhasen nach und verteilte überall, vom Schönenbüel bis zur Gstalden, viele tolle Bücher. Sie waren jedoch nicht versteckt, sondern lagen ganz offensichtlich auf den Ruhebänken und warteten darauf, dass jemand kommt und sie entdeckt.

„Nimm mich mit, lies mich – oder verschenke mich weiter“, forderten sie die Finderin oder den Finder auf. Solche Aktionen am Feiertag des Buches wurden in vielen Ländern der Welt gestartet, um diese wunderbare Erfindung zu preisen, welche Millionen von Menschen glücklich macht und – wir wollen es hoffen – vielleicht auch ein bisschen klüger.

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Die Buchtitel wurden mit Bedacht, dem Fundort entsprechend, ausgewählt, wie etwa hier im Moosbänkli. Foto eb
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Oder passt vielleicht dieser Titel besser? Foto eb

Obwohl das Buch in letzter Zeit immer mehr Konkurrenz erhält durch die digitalen Medien, insbesondere die E-Books; die Beliebtheit unserer Bibliothek bei Alt und Jung zeigt, dass das Lesen auf Papier noch immer allen anderen Medien den Rang abläuft und ein besonders sinnliches Erlebnis ist.

Das findet auch der Dichter Robert Gernhardt:
Ums Buch ist mir nicht bange.

Das Buch hält sich noch lange.

Man kann es bei sich tragen

und überall aufschlagen.

Sofort und ohne Warten

kann man das Lesen starten.

Im Sitzen, Liegen, Knien

ganz ohne Batterien.

Beim Fliegen, Fahren, Gehen –

ein Buch bleibt niemals stehen.

Beim Essen, Kochen, Würzen 

ein Buch kann nicht abstürzen.
Die meisten and’ren Medien
tun sich von selbst erledigen.


Kaum sind sie eingeschaltet,

heisst’s schon: Die sind veraltet!

Und nicht mehr kompatibel –
marsch in den Abfallkübel!


Zu Bändern, Filmen, Platten,
die wir einst gerne hatten, 


und die nur noch ein Dreck sind.

Weil die Geräte weg sind
und niemals wiederkehren,


gibt’s nicht zu sehn, zu hören.

Es sei denn, man ist klüger 

und hält sich gleich an Bücher,

die noch in hundert Jahren
das sind,
was sie stets waren:
Schön lesbar und beguckbar,


so stehn sie unverruckbar
in Schränken und Regalen,


und die Benutzer strahlen:
Hab’n die sich gut gehalten!


Das Buch wird nicht veralten.

Weltbüchertag E. Bösch u. M.T
Marie-Therese Suter und Erika Bösch schmökern interessiert im Buch „Asche und Blüten“. Foto mw

Gefunden – eine traurige aber auch eine schöne Geschichte
Bei einem Besuch in der Frohen Aussicht bei Erika Bösch erfuhr Marie-Therese Suter von der Aktion der Bibliothek. Zusammen machten sie sich auf die Suche, und auf dem Bänkli in der Nische der neuen Stützmauer an der oberen Bündtstrasse wurden sie fündig. Das Buch von Janine Spirig „Asche und Blüten“ lag als Geschenk bereit zum Mitnehmen. Dieses Buch handelt vom sogenannten „Lehrermord“ in St. Gallen, und Janine Spirig hat darin ihre jahrelang verfassten Tagebuchaufzeichnungen zusammengefasst, vor allem um sich zu sammeln und Klarheit zu gewinnen. Sie wollte, dass ihre Kinder ein persönliches Dokument über die Geschichte erhalten.
Erika Bösch hatte dieses Buch bereits gelesen und fand, dass es sicher eine sehr tragische und traurige Geschichte ist, dass aber auch sehr schöne und berührende Passagen darin zu finden sind. Dies zeigt sich im Übrigen auch deutlich im Untertitel „Ein Liebeslied an das Leben“.
Marie-Therese Suter hat sich daraufhin entschlossen, dieses Buch nächstens auch zu lesen.

Isabelle kompr1
Isabelle Walser: Gemütlich lesend den Feierabend geniessen
Beim Bänkli neben dem Schulhaus Landhaus kommt Isabelle Walser vorbei. Sie ist auf dem Heimweg vom Morgenlauf mit Pudel Kenji. Als sie die Plastiktüte sieht, bleibt sie stehen. Überrascht, dass es sich um ein Buch handelt, ist sie nicht, denn sie hat schon von dieser Bänkli-Aktion gehört.
Als sie den Titel „Honig“ von Ewan McEwan liest, zögert sie kurz; sie lese im Moment eigentlich nur Fachbücher, sagt sie. Und bei diesen geht es, welch ein Zufall, mehrheitlich ums Lesen und um die Sprache. Isabelle Walser unterstützt nämlich als Förderlehrperson auch Kinder mit Leseschwächen. 
Sie werde das Buch, eine Spionage- und Liebesgeschichte im England der 70er Jahre, gerne mitnehmen, sagt sie, und ihrer Tochter Katja schenken, die im Moment wegen Babypause vielleicht Zeit habe.
Doch zuhause angekommen, erwischt es sie doch noch, das Buch, und sie berichtet: „Zuerst werde ich es lesen, dann erst findet es den Weg zu Katja.“

Bildbericht: Mägi Walti und Erika Preisig

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