Nach der Publikation ebenjener Mitteilung wurde aber Kritik an der Gemeinschaft laut – vor allem aus Frankreich. Im Zentrum der Kritik steht die Gründerfigur der Gemeinschaft, Dominikaner-Pater Marie-Dominique Philippe (1912-2006). Er entpuppte sich als Missbrauchstäter, der über Jahre hinweg Ordensfrauen missbraucht hatte. Und er war bei Weitem nicht der einzige. Die Hintergründe wurden von der News-Plattform «kath.ch» zusammengefasst – den entsprechenden Artikel finden Sie hier.
Aufgrund dieser Reaktionen sah sich das Bistum St. Gallen zu einer Neubeurteilung der Ansiedlung im Kloster Wonnenstein gezwungen. Und seit heute Vormittag ist klar: Bischof Beat Grögli hat sich gegen den Einzug der Gemeinschaft entschieden. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung von Bistum und Verein hervor (siehe Kasten). Darin bekräftigt der Verein auch, an seinem Masterplan festzuhalten. Das bedeutet: Er wird weiterhin nach einer passenden Gemeinschaft für das nun vakante Kloster Wonnenstein suchen. Weitere Auskünfte will der Verein geben, sobald es Neuigkeiten zu verkünden gibt.
Medienmitteilung von Verein und Bistum
Nach eingehender Prüfung neuer Informationen im Zusammenhang mit der Vorgeschichte der Gemeinschaft ‘Maria Stella Matutina’ hat Bischof Beat Grögli entschieden, dass die Schwestern nicht ins Kloster Wonnenstein einziehen werden. Der Verein Kloster Maria Rosengarten Wonnenstein, in dem auch ein Vertreter des Bistums Einsitz hat, unterzeichnete mit der Gemeinschaft ‘Maria Stella Matutina’ im November eine Absichtserklärung, die Gemeinschaft mittelfristig im Kloster Wonnenstein anzusiedeln.
Als die geplante Ansiedlung der Gemeinschaft publik wurde, gelangten viele besorgte Äusserungen und Fragen von Betroffenenorganisationen und Schweizer Ordensoberen zur Gemeinschaft an das Bistum. Bischof Beat nahm diese Reaktionen sehr ernst und evaluierte die Situation von Grund auf neu. Weitere Nachforschungen bei hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern der französischen Kirche ergaben ein Gesamtbild, aufgrund dessen sich Bischof Beat Grögli gegen eine Ansiedlung der Gemeinschaft ‘Maria Stella Matutina’ entschied. Die Schwesterngemeinschaft ‘Maria Stella Matutina’ äusserte in einer Stellungnahme, dass eine Ansiedlung ihrer Gemeinschaft nur auf Basis gegenseitigen Vertrauens und in einer wohlwollenden Atmosphäre möglich sei. Diese Voraussetzung sieht Bischof Beat Grögli nicht mehr gegeben.
Der Verein Kloster Maria Rosengarten Wonnenstein anerkennt, dass gemäss seinen Statuten die kirchliche und spirituelle Verantwortung für eine religiöse Gemeinschaft im Kloster Wonnenstein beim zuständigen Bischof liegt. Der Verein konzentriert sich weiterhin auf die Umsetzung seines Masterplans, wird sich verändernde Situationen neu analysieren und daraus erforderliche Anpassungen vornehmen. pd